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Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Spannende Einblicke in einige der wichtigsten Familienunternehmen

Eine Hommage an die vielen Betriebe in Familienhand: Ein Buch, das zum zehnjährigen Jubiläum der Auszeichnung „Familienunternehmen des Jahres“ erscheint. Die Herausgeber Peter May und Nikolaus Förster porträtieren darin die bisherigen Preisträger: Männer und Frauen, die seit Generationen Erfolgsgeschichte schreiben und mit ihrem Namen für eine einzigartige Firmenphilosophie bürgen.

Sie scheuen das Rampenlicht. Und haben auch keine besonders spannenden Biografien. Denn ihr Leben besteht hauptsächlich aus einer einzigen Sache – aus ihrem Unternehmen. Sie arbeiten bis zum Umfallen daran, diese Unternehmen erfolgreich zu machen und erfolgreich zu halten. Es sind diese Männer und Frauen, denen wir hier in Deutschland einen Großteil der Jobs, einen Großteil der Wertschöpfung zu verdanken haben. Was sonst im Verborgenen bleibt, soll mit diesem kleinen Buch wenigstens leise gewürdigt werden.

Nicht dem Shareholder -Value verpflichtet, sondern den persönlichen Werten

„Familienbetriebe“ so die Autoren, „sind die wichtigsten Organisationen unternehmerischen Wirtschaftens, das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft“. Weil sie Kontinuität mit Erneuerung verbinden. Mehr Traditionsbewusstsein und auch häufig mehr soziale Verantwortung als Publikumsgesellschaften beweisen. Sie unterliegen „familiären Dynamiken“. Das hat den Vorteil, dass die Inhaber „nicht allzu sorglos mit dem Geld anderer Leute umgehen.“ Andererseits bieten sie auch den „idealen Nährboden für Streitigkeiten“. All diese Facetten beleuchtet das Buch anhand von zehn kurzen Firmenchroniken.

Erfolg hat, wer sich auf das konzentriert, was er kann. Und das dann auch durchzieht

Das sind unter anderem die „Success Stories“ von Deichmann, Griesson-De Beukelaer oder auch der Salzgitter AG. Und immer auch kurze, sehr persönliche Schnappschüsse von den Köpfen der Familienbetriebe. Nur selten sind es Abbilder großer Macher im Stile von Bezos oder Jobs. Häufiger handelt es sich um stille Denker. Wie Stefan Messer (Salzgitter AG), dem man zunächst „nichts zugetraut hat“ und der für den großen Posten nicht vorgesehen war. Der sich den Weg zurück in das Familienunternehmen regelrecht erkämpfen musste, um es dann zu sanieren und international neu auszurichten. „Der Mann ist nicht perfekt. Aber er ist echt. So einer fehlt in den Großkonzernen.“

Von Heinrich Deichmann erfahren Sie, dass er „Christ ist, und ein knochenharter Rechner“. Einer der „ein ganzes Wochenende lang die Bibel studiert“, der fast klammheimlich den Umsatz des Unternehmens mehr als verdoppeln konnte und deshalb „mehr als 10 Millionen Euro für Hilfsprojekte ausgibt“. Viel davon ist in der Presse nicht zu lesen. Aber das ist dem „Schuh-Chef“ auch nicht wichtig.

Denn so wie Deichmann sind es häufig Typen, die das große Rampenlicht scheuen, die trotz erstklassiger Bilanzen nicht frei von Selbstzweifeln sind. Die lieber abends am Schreibtisch sitzen als Champagner-Empfänge zu moderieren. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum die Familienbetriebe so beneidenswert gut dastehen.

Management-Journal-Fazit: „Vorbilder für Deutschland“ ist nicht nur eine Sammlung kurzer Firmenchroniken und Inhaber-Porträts. Es vermittelt eindrucksvoll den unverwechselbaren Spirit, der Familienunternehmen ausmacht und wohltuend von hysteriegetriebenen Start-ups und trägen Konzernen abhebt.

Das Buch
Peter May, Nikolaus Förster: „Vorbilder für Deutschland“; Murmann 2013, ISBN: 3867742715

(Oliver Ibelshäuser / www.Management-Journal.de)


 


 

Peter May
Nikolaus Förster
Vorbilder für Deutschland

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