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Deutsche Erstaufführung

Salonens Klavierkonzert mit dem NDR Sinfonieorchester

Maurice Ravel, Esa-Pekka Salonen und Igor Strawinsky – drei so außergewöhnliche wie kontrastreiche Komponisten-Temperamente sind im kreativen Zusammenspiel selten zu erleben.

Dieses Spannungsfeld der unterschiedlichen musikalischen Sprachen ist ganz im Sinne des Komponisten und Dirigenten Esa-Pekka Salonen, der zusammen mit dem NDR Sinfonieorchester am Freitag, 5.Dezember und am Sonntag, 7.Dezember, jeweils ab 20.00 Uhr im Großen Saal der Laeiszhalle zu erleben sein wird.

Einführungsveranstaltungen mit Habakuk Traber gibt es am 5. Dezember im E-Saal und am 7. Dezember im Kleinen Saal der Laeiszhalle, Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr. Am Montag, 15. Dezember, ist das Konzert ab 20.05 Uhr auf NDR Kultur zu hören.

Maurice Ravels „Ma Mère l’Oye“ ist ein wahres Meisterwerk seiner brillanten Orchesterkunst. „Pièces enfantines“ nennt er die einzelnen Stücke, Kinderstücke, welche die „Poesie der Kindheit“ widerspiegeln, die der Welt der Erwachsenen verloren gegangen ist. Der Ravel’sche Klangfarbenzauber hat seine Spuren auch bei dem Konzert für Klavier und Orchester von Esa-Pekka Salonen hinterlassen. Das Werk ist seinem langjährigen Freund Yefim Bronfman gewidmet, dem großen, aus Russland stammenden amerikanischen Pianisten, der auch den Solopart bei der deutschen Erstaufführung spielen wird. Salonen vollendete das Werk 2007. Bei seiner Uraufführung durch das New York Philharmonic sorgte es für einen Sensationserfolg: „Selten wurde ein neues Werk so enthusiastisch begrüßt“, hieß es in der Zeitschrift „Musical America“. Das Klavierkonzert ist ein Auftragswerk von New York Philharmonic, BBC, Radio France und NDR. Mit „Le Sacre du Printemps“ von Igor Strawinsky präsentiert das NDR Sinfonieorchester eine Komposition, die unsere Hörgewohnheiten unwiderruflich verändert hat, davon ist Esa-Pekka Salonen überzeugt: „Wir leben in einer viel lauteren Welt als Strawinsky, wir haben Heavy Metal, Punk und Techno, aber noch immer fühlt man 100.000 Volt im Körper, wenn man den ‚Sacre’ hört.“

Die Künstler

Das NDR Sinfonieorchester, zukünftig „Orchestra in Residence“ der Elbphilharmonie, wurde 1945 als eines der ersten großen deutschen Rundfunk- orchester gegründet. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang prägte Hans Schmidt- Isserstedt, der erste Chefdirigent, das künstlerische Profil des Orchesters. Neben der Pflege des klassisch-romantischen Repertoires liegt ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit auch auf der Präsentation zeitgenössischer Werke. Dirigenten wie Bruno Maderna, Pierre Boulez oder Krzysztof Penderecki leiteten wichtige Uraufführungen. Ab Anfang der 80er-Jahre erreichte die 20-jährige intensive Zusammenarbeit des Orchesters mit Günter Wand eine ähnliche Bedeutung wie die Ära Schmidt-Isserstedt. Wand hat bis zu seinem Tod im Jahr 2002 die künstlerische Arbeit des NDR Sinfonieorchesters besonders geprägt. Die Reihe der Chefdirigenten wurde in den Neunzigern zunächst mit Sir John Eliot Gardiner und Herbert Blomstedt fortgesetzt. 1998 wurde Christoph Eschenbach in diese Position berufen. Seit Beginn der Saison 2004/05 setzt Christoph von Dohnányi die Tradition bedeutender Dirigentenpersönlichkeiten in der Chef- position des Orchesters fort. Neben ihm nimmt Alan Gilbert, designierter Music Director des New York Philharmonic, die Position des ersten Gastdirigenten ein.

Esa-Pekka Salonen wurde 1958 in Helsinki geboren. Er studierte Horn, Dirigieren und Komposition an der Sibelius-Akademie und später in Italien, u. a. bei Franco Donatoni und Niccolò Castiglioni. Sein Dirigier-Debüt gab er 1979 beim Finnish Radio Symphony Orchestra. Zum internationalen Durchbruch verhalfen ihm sein Einspringen beim Philharmonia Orchestra London 1983 und ein Jahr später sein erster Auftritt in den USA mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, das er anschließend regelmäßig leitete. Von 1985 bis 1994 war Salonen Principal Guest Conductor des Philharmonia Orchestra, von 1985 bis 1995 hatte er die Position des Chief Conductor beim Swedish Radio Symphony Orchestra inne. Seit 1992 ist Esa-Pekka Salonen Music Director des Los Angeles Philharmonic Orchestra, eine Position, die er im Sommer 2009 aufgeben wird. Mit Beginn der Saison 2008/2009 übernimmt er das Amt des Principal Conductor und Artistic Advisor des Philharmonia Orchestra in London. Neben anderen Auszeichnungen erhielt Salonen als erster Dirigent 1993 den Siena Prize, 1995 wurde ihm der Royal Philharmonic Society’s Opera Award und zwei Jahre später der Conductor Award der Society verliehen. 1998 wurde er von der französischen Regierung zum Officier de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Im Mai 2003 erhielt er einen Ehrendoktor der Sibelius Akademie in Finnland und 2005 die Ehrenmedaille der Stadt Helsinki.

Yefim Bronfman wurde 1958 in Taschkent/Usbekistan geboren. Er studierte zunächst bei Arie Vardi an der Rubin Academy of Music in Tel Aviv, später an der Juilliard School, an der Marlboro Music School und am Curtis Institute, bei berühmten Lehrern wie Leon Fleisher und Rudolf Serkin. Yefim Bronfman hat mit den bekanntesten Orchestern der Welt gespielt und arbeitet regelmäßig mit renommierten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Christoph von Dohnányi, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Valery Gergiev, Mariss Jansons, Lorin Maazel, Kurt Masur, Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Simon Rattle und Charles Mackerras. Er gibt Klavierabende in allen großen Sälen der USA, Europas und des Fernen Ostens sowie bei zahlreichen Festivals. 1997 gewann Yefim Bronfman einen Grammy für seine Aufnahme der drei Bartók-Konzerte mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Esa-Pekka Salonen und war für einen weiteren Grammy und Grammophone Award mit den fünf Prokofiew- Konzerten nominiert. 1991 wurde er mit dem Avery Fischer Prize ausgezeichnet.

Quelle: NDR Presse und Information

(Redaktion)


 


 

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