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Scheinselbstständigkeit

Flexibilität in Projekten – Freelancer sind oft nur scheinselbstständig

Der Trend ist nicht nur von Paketdiensten bekannt: Um bei Projekten flexibel zu sein, bauen Unternehmen vermehrt Arbeitsplätze ab und bieten ihren ehemaligen Arbeitnehmern an, diese Tätigkeiten als Selbstständige weiterzuführen. Das kann zur Scheinselbstständigkeit führen, bei der jedoch beide Seiten große Risiken tragen.

Durch die Scheinselbstständigkeit gehen vor allen Dingen den Rentenversicherungsträgern zahlreiche Beitragszahler verloren, da Selbstständige in aller Regel nicht rentenversicherungspflichtig sind. Aus diesem Grund prüfen die Rentenkassen nicht nur Arbeitsverträge, sondern in den vergangenen Jahren auch vermehrt die Abrechnungen von selbstständigen Einzelunternehmern.

Immer mehr Branchen betroffen
Bekannt geworden ist dieses Geschäftsmodell durch Kurierfahrer, die mit eigenem Fahrzeug für Paketdienste tätig sind. Aber auch im Dienstleistungsbereich finden Projektmanager, Trainer, Kreative und Journalisten in der Selbstständigkeit Arbeit bei ihren ehemaligen Chefs. Dieser kann den Arbeitseinsatz flexibel planen und spart die Sozialabgaben. Die Selbstständigen jedoch tragen ihre Abgaben selbst und haben später geringere Rentenansprüche. Auch Tarifgehälter, Urlaub, Krankengeld und Kündigungsschutz gehen den Kleinunternehmern verloren.

Kriterien der Scheinselbstständigkeit
Die Abgrenzung ist häufig schwierig und hängt vom Einzelfall ab. Indizien für die Scheinselbstständigkeit des Freelancers sind zum Beispiel nur für einen Auftraggeber zu arbeiten, in dessen Organisation eingebunden zu sein und unter fremden Zeitvorgaben zu arbeiten. Auch durch eine dauerhafte Auftragsvergabe kein unternehmerisches Risiko zu tragen, die Arbeitsmittel und das Büro des Auftraggebers zu nutzen oder seine Visitenkarte zu verwenden, sprechen für die Scheinselbstständigkeit.

Statusfeststellung
Bei der Beurteilung des Arbeitsverhältnisses schafft die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Sicherheit. Dort können Auftraggeber und Selbstständige mit einem Formular die Statusfeststellung für die geplante oder bestehende Beschäftigung beantragen. Handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, wird dieser Status festgehalten und der Träger fordert die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge ein.

Vertragsgestaltung
Um die Zusammenarbeit sicher zu gestalten und die Nachforderung von Sozialbeiträgen zu vermeiden, sollten die Geschäftspartner eindeutige vertragliche Regelungen treffen und genau formulieren, in welcher Form und unter welchen Bedingungen die Auftragsvergabe erfolgt.

(Redaktion)


 


 

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