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Schifffahrtsstandort Hamburg

Deutschlands größtes Schiffsregister wird digital

Mit 6.985 eingetragenen Schiffen führt das Amtsgericht Hamburg das größte deutsche Schiffsregister. Ab Anfang 2020 soll das Schiffsregister als Onlineportal zugänglich sein.

Derzeit erfolgen Einträge und Änderungen im Schiffsregister in mühevoller Handarbeit. Wer Einsicht in das öffentliche Register nehmen will, muss Aktenordner wälzen.  Innovationsbehörde, Amtsgericht und Justizbehörde wollen das Schiffsregister modernisieren und ab Anfang 2020 ein benutzerfreundliches Onlineportal anbieten.

Mit der Digitalisierung des Schiffsregisters soll die Attraktivität des Schifffahrts- und Rechtsstandorts Hamburg erhöht werden. Erklärtes Ziel des Hamburger Justizsenators Dr. Till Steffen ist ein Serviceangebot,das Hamburg „für die Branche zur ersten Wahl bei der Registrierung von Schiffen macht“. Der Einsatz der Technik solle zudem die Justiz entlasten und die Arbeit für die Beschäftigten am Amtsgericht erleichtern.

„Dieses Register nicht digital zu betreiben, widerspricht der Innovationsstrategie des Hamburger Senats“, so Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „Wir haben dazu auch die Nutzer befragt. Insbesondere die Reeder haben sich sehr erfreut gezeigt. Effizienz und Anwenderfreundlichkeit werden erheblich erhöht, Bürokratie abgebaut. Wir sind damit Vorreiter in Deutschland und liefern vielleicht eine Blaupause für andere Bundesländer.“

Registrierung von Schiffsbauwerken, See- und Binnenschiffen

Standort des Schiffsregisters ist das Amtsgericht Hamburg in der Caffamacherreihe 20. Das Register ist wie ein Grundbuch, das die Eigentumsverhältnisse der eingetragenen Schiffe dokumentiert. Eintragungspflichtig sind Seeschiffe, wenn die Rumpflänge 15 Meter übersteigt. Binnenschiffe sind ab einer Wasserverdrängung von 10 Kubikmetern oder einer Tragfähigkeit von mehr als 20 Tonnen eintragungspflichtig. In Hamburg sind 4.866 See-, 2.077 Binnenschiffe und 42 Schiffsbauwerke registriert (Stand Dezember 2018). Im vergangenen Jahr wurden 420 Neueintragungen vorgenommen und rund 3.500 Anträge bearbeitet. Für diese Aufgabe stehen dem Amtsgericht 5,25 Vollzeitstellen zur Verfügung.

An der Digitalisierung des Schiffsregisters arbeiten seit August 2018 die Innovationsbehörde, die Justizbehörde und das Amtsgericht gemeinsam mit den Unternehmen Dataport und mgm technology partners, so die Behördeninformation.  Die Kosten des Projektes belaufen sich demnach auf 2,2 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme sei für den 1. Januar 2020 geplant. Das Vorhaben sei Teil der Digita-First-Strategie der Freien und Hansestadt Hamburg und berücksichtige die Standards der Bund-Länder-Kommission für IT in der Justiz. Die Anwendung soll auch für den Einsatz in anderen Bundesländern geeignet sein beziehungsweise andere Bundesländer könnten die Führung ihrer Schiffsregister auf Hamburg übertragen.

(Redaktion)


 


 

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