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Schulbildung

Lehrer fordern mehr Digitalisierung in den Schulen

Die Teilnehmer des Deutschen Lehrerforums 2017 in Königswinter bei Bonn wollen digitales Lernen in allen Schulformen und in allen Altersgruppen etablieren. Sie sehen darin auch einen Weg, mehr Chancengleichheit in der Bildung zu erreichen.

Tablett statt Schultasche: „Digitalisierung der Bildung ist kein Selbstzweck, sie ist mehr als der Austausch analoger durch digitale Medien und geht über die Fragen von Hard- und Software weit hinaus“, heißt es in der Präambel zu dem Positionspapier, das die Teilnehmer des Deutschen Lehrerforums 2017 am 30. November 2017 in einer Pressemitteilung veröffentlicht haben. In der zehn Punkte umfassenden Erklärung setzt sich die Initiative für die „flächendeckende Digitalisierung“ der Schulen ein. Laut Mitteilung fordert sie die digitale Ausstattung der Schulen und die notwendige Sanierung von Schulgebäuden „gleichrangig“ anzugehen.

Das Deutsche Lehrerforum ist eine gemeinsame Initiative von Heraeus Bildungsstiftung, Schöpflin Stiftung, Stiftung Bildung und Gesellschaft, Stiftung Mercator, Stifterverband, Teach First Deutschland und Wübben Stiftung. An der Veranstaltung im September 2017 in Königswinter bei Bonn haben rund 80 Lehrer aus 13 Bundesländern teilgenommen.

Breitbandanbindung aller Schulen ans Internet, starkes WLAN und mobile Endgeräte für die Schülerinnen und Schüler, aber auch IT-Spezialisten an den Schulen mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen – so skizziert das Positionspapier die Voraussetzungen für digitale Bildung. Die Teilnehmenden des Deutschen Lehrerforums machen sich dafür stark, digitales Lernen in sämtlichen Schulformen und in allen Altersgruppen zu etablieren.

Kritischer Umgang mit digitalen Medien ist wichtig

Digitalisierung gehe weit über technische Ausstattung und personelle Kapazitäten hinaus: „Das Potenzial des Unterrichts mit digitalen Medien wird dann ausgeschöpft, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht nur konsumieren, sondern mit ihnen arbeiten und so einen kritischen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien lernen“, formuliert Sabine Brieske, Leiterin der Liebigschule Frankfurt am Main, das Bildungsziel.

Digitale Medien seien auch wichtig, um Bildungsunterschiede aufgrund von Herkunft und dem sozialen Status zu überwinden – in Deutschland immer noch ein schwerwiegendes Problem. Häufig müssten Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien oder mit Migrationsgeschichte in der Schule gegenüber Akademikerkindern aufholen. Die sich durch digitale Medien eröffnende, stärkere individuelle Förderung biete da einen vielversprechenden Ansatz. „Die Digitalisierung des Unterrichts muss so umgesetzt werden, dass allen Schülerinnen und Schülern, ungeachtet ihres sozio-ökonomischen Hintergrunds, die gleichen Chancen und Möglichkeiten auf Bildung und Teilhabe eröffnet werden“, heißt es in dem Papier.

Plädoyer für einen Verhaltenskodex

Noch ein weiterer Aspekt ist den Lehrkräften wichtig: „Bildung mit digitalen Medien ist Teil der ethischen Bildung – und umgekehrt“, erklärt Gunilla Neukirchen, Leiterin der Berliner Beethoven-Schule. Schulen bräuchten Grundwerte und Normen als Basis für die digitale Bildung und die Erziehung zu verantwortungsvoller Mediennutzung. Darum fordert das unabhängige
Deutsche Lehrerforum einen „Verhaltenskodex“ für die Arbeit mit digitalen Medien.

Auch das Lehramtsstudium müsse sich, so das Deutsche Lehrerforum, auf das Zukunftsthema Digitalisierung stärker einstellen, es müsse „an der Hochschule erlebbar werden“, heißt es in dem Positionspapier, damit angehende Lehrkräfte darin geschult werden, digitales Lernen und Lehren in der Praxis einzusetzen. „Die Lehrerbildung sollte digitales Lehren und Lernen in der Schule zu einem Gegenstand der Forschung machen.“

(Redaktion)


 


 

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