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TUI Operettenhaus: Kiezkrise?

Sechs Fragen zum Einfluss der Wirtschaftskrise auf der Reeperbahn an ... Stephan Jaekel, Stage Entertainment GmbH

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In der Geburtsstätte des deutschen Musicals läuft seit dem 02. Dezember 2007 das Musical „ Ich war noch niemals in New York“. Hier kann der Besucher an sechs Tagen in der Woche für ein paar Stunden auf der einzigartigen Kreuzfahrtroute Hamburg - Genua - New York in See stechen. Das TUI Operettenhaus auf der Reeperbahn hat in über 150 Jahren Bestehen einige Krisen erlebt. hamburg.business-on.de sprach mit Herrn Stephan Jaekel, Leiter Unternehmenskommunikation der Stage Entertainment GmbH, über die wirtschaftliche Lage des TUI Operettenhauses auf der Reeperbahn, über Veränderungen und Entwicklungen im Zeichen der Kiezkrise.

hamburg.business-on.de: Die Reeperbahn ist die bekannteste deutsche Vergnügungsmeile. Wie wirkt sich die wirtschaftliche Situation bei Ihnen aus?

Stephan Jaekel: Bislang spüren wir keine signifikanten Auswirkungen. Insbesondere im Nachweihnachtsgeschäft konnten wir sogar eine überdurchschnittliche Ticketnachfrage verbuchen. Dazu trägt unsere Produktion ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK im TUI Operettenhaus einen entscheidenden Anteil – ganz offensichtlich kommt unser Kurzurlaub für die Seele mit den großen Songs von Udo Jürgens beim Publikum sehr gut an.

hamburg.business-on.de: Gibt es spezielle Angebote, mit denen Sie die Kundschaft in diesen Zeiten anlocken?

Stephan Jaekel: Nein, wir nehmen die wirtschaftliche Situation nicht zum Anlass spezieller Angebote und möchten dieses Thema auch in keiner Weise in den Mittelpunkt unserer Kommunikation stellen. Für Angebotsaktionen eignen sich sympathische Anlässe wie der Valentinstag oder Ostern doch viel eher.

hamburg.business-on.de: Hat sich das Verhalten Ihrer Kunden durch die Krise verändert?

Stephan Jaekel: Auch das kann ich verneinen. Nach wie vor buchen sehr viele Kunden ihre Musicaltickets schon lange im Voraus, zumal mit einem Theaterbesuch insbesondere in Hamburg ja auch oft ein Städtetrip verbunden wird - der wiederum eine gewisse Planung voraussetzt. Wir stellen auch nicht fest, dass die Kunden vermehrt auf die günstigeren Preiskategorien abzielten. Da bleibt das Verhältnis ziemlich konstant im Vergleich zu den Vorjahren. Was wir hingegen oft hören, ist: „Bei einem Musicalabend kann ich mich dem Alltag entziehen, die Show und das schöne Theater genießen und einfach in eine andere Welt eintauchen.“ Vielleicht ist das einer der Gründe, warum gerade in schwierigen Zeiten ein Theaterabend so beliebt ist.

hamburg.business-on.de: Die Krise betrifft die verschiedensten Wirtschaftszweige. Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede sehen Sie zwischen Ihrer und anderen Branchen in Bezug auf die aktuelle wirtschaftliche Situation?

Stephan Jaekel: Ein Musicalbesuch ist ein – wenn auch vergleichsweise bescheidenes – Luxusgut. Man braucht ihn nicht für das tägliche Leben. Also müssen wir wie viele andere Branchen auch erst einmal Kaufanreize schaffen. Doch so lange sich die wirtschaftliche Situation nicht in einer massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit auswirkt, gönnen sich viele Menschen aus ihrem laufenden Einkommen eben einen Abend Kurzurlaub bei uns. Für unser Geschäft kann es gefährlich werden, wenn viele Menschen ihren Job verlieren und diese Situation lange anhalten sollte. Was wir natürlich nicht hoffen.

hamburg.business-on.de: Wie stark sind in solchen Zeiten Austausch und Zusammenhalt der Unternehmen auf dem Kiez untereinander?

Stephan Jaekel: Wir haben ein traditionell gutes nachbarschaftliches Verhältnis auf dem Kiez. Für den Sommer wünschen wir uns alle eine noch abwechslungsreichere Nutzung des Spielbudenplatzes. Und dass nach wie vor viele Menschen die besondere Atmosphäre des Kiez mit seinem in Deutschland einmalig vielfältigen Unterhaltungsangebot genießen wollen.

hamburg.business-on.de: Sehen Sie die wirtschaftliche Lage als momentane Durststrecke oder ist die Spitze des Eisberges noch nicht erreicht? Wo, meinen Sie, werden Sie mit Ihrem Unternehmen in 12 Monaten stehen?

Stephan Jaekel: Im Moment wirkt es so, als seien einige Branchen besonders stark, andere wiederum noch recht wenig betroffen. Ich denke, wir befinden uns in einem volkswirtschaftlich nahezu normalen Prozess, dessen Pendelausschlag nach unten diesmal sehr stark ist. Wie lange es dauert? Es dürfte nicht das schlechteste sein, es mit dem US-Präsidenten Obama zu halten, der die Aussagen „Ärmel hochkrempeln!“ und „Es gibt Licht am Ende des Tunnels“ verbindet. Für unser Unternehmen steht innerhalb der nächsten 12 Monate die Zuversicht beweisende Nachricht, wo wir unser viertes Musicaltheater in Hamburg errichten werden.

hamburg.business-on.de: Herr Jaekel, vielen Dank für das Gespräch.

(Redaktion / J. C. Maag)



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 2 © Stage Entertainment GmbH

 

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