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Seeschifffahrt & Meeresforschung

Celtic Explorer fährt wieder auf Nordsee-Forschungsfahrt

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg bereitet sich auf die 22. Gesamtaufnahme der Nordsee Ende August 2019 vor. Dabei werden an mehr als einhundert Stationen Daten erhoben.

Am 26. August 2019 geht es los: Dann startet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Süd-West-Terminal in Hamburg auf dem irischen Forschungsschiff „Celtic Explorer” unter der wissenschaftlichen Leitung des Ozeanographen Holger Klein seine jährliche Gesamtaufnahme der Nordsee. Nach dem Beladen und Einrichten wird das Schiff am frühen Morgen des 27. August ablegen und laut BSH-Mitteilung bereits eine gute Stunde später vor Stade die ersten Proben auf der Elbe nehmen. Die Reise endet am 17. September in Bremerhaven.

Auf der knapp 3.800 Seemeilen langen Forschungsfahrt werden zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technikerinnen und Techniker aktuelle ozeanographische und meereschemische Daten erfassen und das Seewasser auf die Konzentration ausgewählter künstlicher Radionuklide untersuchen. Die Daten dienen laut BSH einer aktuellen Zustandsbewertung der Nordsee und der Erfassung klimabedingter Veränderungen.

Profilmessungen und Wasserproben

Seit 1998 fährt das BSH jedes Jahr im August/September ein Netz von ortsfesten Stationen ab, auf denen das Schiff für ozeanographische und chemische Profilmessungen und zur Entnahme von Wasserproben aufgestoppt wird. Die auf den über einhundert Stationen erhobenen Daten dienen zur detaillierten Bestimmung der räumlichen Verteilung von Temperatur, Salzgehalt und Dichte des Seewassers sowie der Analyse von Nährstoffen und Metallen. Außerdem werden die Sauerstoffsättigung, das Säurebindungsvermögen – in der Fachsprache Alkalinität – sowie der pH-Wert des Seewassers bestimmt.

Die Experten bestimmen auch die oberflächennahe Chlorophyll- und Trübstoffverteilung sowie die Sichttiefe des Meerwassers. Die Werte dienen unter anderem dazu, die Ergebnisse optischer Sensoren auf Satelliten zu überprüfen und zu validieren. Diese Satelliten werden vom BSH ganzjährig genutzt, um den Zustand von Nord- und Ostsee zu bewerten.

Ein Teil der Daten wird bereits an Bord für eine erste Bewertung analysiert. Das wissenschaftlich-technische Team arbeitet während der Gesamtaufnahme an sieben Tagen die Woche in drei Schichten rund um die Uhr. Eine detaillierte Aus- und Bewertung, insbesondere vieler chemischer Parameter, ist erst nach Rückkehr auf Basis zusätzlicher Analysen im eigenen Labor in Sülldorf möglich.

Die erhobenen Daten dokumentieren den aktuellen Nordseezustand und dessen Entwicklung über die letzten 22 Jahre. Damit liefern sie laut BSH einen wichtigen Beitrag „zur Erfüllung der deutschen Monitoringverpflichtungen im Rahmen der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie MSRL und helfen bei der Validierung von operationellen Ozeanmodellen”.

Daten und Fakten zur Bewertung des Klimawandels

Die langen Zeitreihen dieser Messungen sind nach Angaben der Fachleute zusammen mit der Kombination mit physikalischen und chemischen Parametern von besonderer Bedeutung, um Klimaszenarien einschätzen und klimabedingte Veränderungen in der Nordsee bewerten zu können. Damit liefern die seit mehr als 20 Jahren erhobenen Daten auch einen wichtigen Beitrag für die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Außerdem sind sie die Grundlage für vielfältige Untersuchungen des Expertennetzwerks im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Anpassung der Verkehrsträger an den Klimawandel.

Die international unter dem Begriff „BSH North Sea Summer Survey Data“ bekannten Datensätze der Sommeraufnahmen gibt das BSH – wie alle anderen Messdaten – auch an nationale und internationale wissenschaftliche Einrichtungen weiter. Durch die langfristige Erfassung und Archivierung maritimer Daten verfügt das BSH über lange Beobachtungsreihen und ist damit ein wichtiger Partner für andere wissenschaftliche Einrichtungen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde in Deutschland. Nach eigenen Angaben befassen sich rund 850 Menschen in rund 100 Berufen mit Aufgaben in der Seeschifffahrt, der Ozeanographie, der nautischen Hydrographie, der Offshore-Windenergie und der Verwaltung. Fünf eigene Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffen operieren in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee.

(Redaktion)


 


 

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