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Sehner Unternehmensberatung GmbH

Optimale Bilanzierung für eine sichere Finanzierung - Teil II

Wichtige Regeln für die Bilanzpolitik im Mittelstand! Norbert Sehner, Gesellschafter und Geschäftsführer der Sehner Unternehmensberatung GmbH, erläutert im Teil II von "Optimale Bilanzierung für eine sichere Finanzierung" die Hinweise 4 bis 7 für die Bilanzpolitik im Mittelstand.

4. Halten Sie sich an das HGB (zukünftig ergänzt durch Regeln des BilMOG)

Die Aufstellung des Jahresabschlusses hat dem HGB zu entsprechend. Zusätzlich ist ab 2009 das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMOG) zu beachten.

Die Einhaltung der Vorschriften kann für den Geschäftsführer im Bereich seiner persönlichen Haftung relevant sein. Der Geschäftsführer befindet sich bei falscher Bilanzierung „auf einem schmalen Grat zwischen Steuerhinterziehung und Kreditbetrug“. Insofern kann von einer vom Gesetz abweichende Vorgehensweise nur dringend abgeraten werden.

Man hat z.B. keinerlei Spielräume bei der Zählung von Materialbeständen im Lager (allenfalls bei der Bewertung), oder ob man als Software-Unternehmen die für laufende Projekte angefallenen und noch nicht fakturierten Projektaufwände aktiviert. Eine vom Gesetz abweichende Vorgehensweise ist auch strafbar, wenn sie aus Unwissenheit geschieht. Man kann also nur empfehlen, sich über diese Themen genau zu informieren und aktiv mit diesen Themen umzugehen.
Oft ergeben sich im Rahmen des gesetzlich zulässigen Rahmens ausreichende Möglichkeiten der Bilanzsteuerung. Man kann und sollte sich also getrost an die gesetzlichen Vorschriften halten.

5. Eigenkapitalquote erhöhen? Und wenn mein Unternehmen wächst?

Häufig wird die Frage gestellt, welchen Einfluss man als mittelständischer Unternehmer denn überhaupt auf seine Eigenkapitalquote hat. Wenn man z.B. als Jungunternehmer eine GmbH mit 25 T€ Stammkapital gegründet hat dauert es normalerweise mehrere Jahre, bis man ein wesentlich höheres Eigenkapital erwirtschaftet hat.

Wenn man allerdings z.B. in einer Branche arbeitet, in der der Kapitalbedarf hoch ist (z.B. Industrie, Handel, Softwareproduktion) und das Unternehmen wächst durch gute Aufträge, dann drückt das Wachstum in der Regel die Eigenkapitalquote.

Darüber hinaus verlangt das Wachstum nach zusätzlichen Finanzmitteln.
Man kann also durchaus sagen, dass starkes Wachstum die Finanzierungsfähigkeit eines Unternehmens gefährden kann.
Eigenkapitalstärkende Maßnahmen können z.B. in der Einbeziehung der mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der Länder bestehen. Alle Bundesländer bieten Programme zur Stärkung des Eigenkapitals der mittelständischen Unternehmen an. Darüber hinaus bietet die KFW Jung-Unternehmern Mittel aus „Kapital für Gründung“ an.

Wenn diese Mittel nicht ausreichen kann an die Einwerbung von Mezzanine -Kapital oder einer offenen Beteiligung eines Investors gedacht werden. Jedenfalls sollte man alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen, die helfen können, die Finanzierungsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.
Eine weitere Möglichkeit der Verbesserung der Eigenkapitalquote besteht in der Anwendung von „off balance“ -Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing oder Factoring .

Insbesondere bei der Anschaffung von Firmen-PKW oder IT-Systemen bietet sich häufig eine Leasing Lösung an, da ein Kauf die Eigenkapitalquote belastet.
Abhängig von der Kundenstruktur bietet sich teilweise Factoring als alternative Finanzierungsform an. Factoring kommt insbesondere in kapitalintensiven Branchen (z.B. Handel, Industrie) in Frage. Dies gilt in besonderem Maße, je stärker ein Unternehmen wächst.

Teilweise werden die Programme der mittelständischen Beteiligungsgesellschaften als „teuer“ eingestuft (ca.13% Verzinsung). Dies relativiert sich jedoch, wenn man bedenkt, dass man bei Einhaltung einer EK-Quote von 25 % dadurch zusätzliche Bankmittel einwerben kann.

6. Bilanzentwicklung planen


Da die wichtigsten Bilanzkennzahlen eine herausragende Bedeutung für die Finanzierungsfähigkeit eines Unternehmens haben sollte man die Entwicklung der Bilanzkennzahlen in das regelmäßige Reporting und auch in Planungen und Vorschaurechnungen mit aufnehmen.

Nur so kann man sicherstellen, dass man jederzeit über die voraussichtliche Entwicklung und über die Einhaltung der Zielvorstellungen informiert ist. Besonders in schwierigen Zeiten kommt einem professionellen Umgang mit diesen Themen eine sehr hohe Bedeutung zu.

Insbesondere ermöglicht die regelmäßige Aufstellung und Überprüfung von Planungsszenarien eine rechtzeitige Diskussion mit den Finanzierungspartnern, wenn man noch die Zeit für die Erarbeitung einer Lösung hat.


 


 

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