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Serie PR- und Pressearbeit

Teil 6: Sich den Journalisten zum Freund machen?

Es ist erstaunlich, wie hartnäckig sich die Vorstellung hält, persönliche Kontakte von Unternehmern zu Journalisten würden den Erfolg der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit per se befördern. Der Einfluss von Unternehmenskommunikation auf redaktionelle Inhalte gilt als unbestritten. Das ist sinnvoll und wünschenswert, wo es um sachliche Informationen geht, die allgemein interessant sind. Das ist jedoch kritisch zu hinterfragen, wenn die Grenze zur Manipulation überschritten wird.

Zudem ist die Öffentlichkeit heute für die Beeinflussung von Journalisten mehr als früher sensibilisiert. Da kann schon der bloße Eindruck, dass sich ein Unternehmer durch persönliche Beziehungen Vorteile verschafft, schnell zum Bumerang werden. Ein guter Draht zwischen Unternehmern und Journalisten erfordert daher viel Fingerspitzengefühl und zwar auf beiden Seiten.

Professionell lassen sich Kontakte zum Beispiel auf Messen, auf Pressekonferenzen oder über kontinuierliche Pressearbeit anbahnen, aufbauen und pflegen. Professionell heißt: Journalisten ohne explizite Erwartungshaltung zu informieren und sich als Ansprechpartner für Fachfragen zu empfehlen.

Im Fachjournalismus zum Beispiel entstehen solche Kontakte über die Jahre fast zwangsläufig. Manche Branchen, zum Beispiel im Handwerk, sind relativ überschaubar, die Medienlandschaft der Fachpresse meist auch. Im Idealfall schreiben im Fachjournalismus bestens informierte und vernetzte Journalisten mit Überblick für Fachleute, die Spezialisten auf ihrem Gebiet sind.

Persönliche Kontakte helfen, weil ein gewachsenes Vertrauen auf beiden Seiten ein tieferes Schürfen nach Themen ermöglicht und man als Unternehmer dabei nicht immer fachliche Grundlagen legen muss. Journalisten lernen mit der Erfahrung neue Entwicklungen, neue Produkte einzuschätzen.

Auf vielen anderen journalistischen Feldern und in vielen anderen Medien ist der Aufbau persönlicher Kontakte heute auch nur schwer möglich. Die Redaktionen sind knapp besetzt. Die Ansprechpartner wechseln häufig. Vielfach bestreiten freie Mitarbeiter, die nach Zeile oder Seite bezahlt werden, große Teile der redaktionellen Inhalte. Volontäre übernehmen immer wieder komplett Redakteursaufgaben. Solche Strukturen lassen nur wenig Spielraum für die Pflege persönlicher Kontakte.

Die gute Nachricht: Interessante Themen sind immer noch gefragt. Professionell aufbereitet und zum richtigen Zeitpunkt angeboten, gibt es gute Chancen auf Veröffentlichung. Auch ganz ohne persönliche Kontakte.

Lesen Sie in der nächsten Folge: Schon mal mit Pressetexten abgeblitzt?

(Brigitte Muschiol)


 


 

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