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SMM Offshore Dialogue vernetzt die Offshore- mit der Schiffbauindustrie

Offshore-Oil & Gas Dialogue: Förderung auch in eisbedeckten Gebieten

Im ersten Themenblock, dem „Oil & Gas Dialogue“, stehen die Marktpotenziale der Hochsee-Öl- und Gasförderung und die daraus entstehenden Chancen für die Schiffbauindustrie im Fokus. Ebenso werden die Anforderungen der Öl- und Gasindustrie an Offshore-Versorgungsschiffe thematisiert: So steigen neben der Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Ladekapazitäten und Umschlagssystemen oder stärkeren Feuerlöscheinrichtungen auch die Anforderungen nach umweltfreundlichen Antriebstechnologien der Plattform-Versorger. Aktuell werden beispielsweise Gas- statt Dieselantriebe für diese Schiffe diskutiert.

Walter Kühnlein, Geschäftsführer des deutschen Beratungsunternehmens sea2ice, ist Session Chairman dieses Themenblocks. Nach Angaben des Offshore-Experten stammen bereits 35% des weltweit produzierten Öls aus Offshore-Lagerstätten. „In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird mehr als die Hälfte unseres Öls und Gases aus Meergebieten stammen müssen, um die Energieversorgung aufrecht zu halten“, erklärt er. „Dabei müssen immer mehr Felder in immer größeren Wassertiefen oder gar in eisbedeckten Gebieten gefunden und erschlossen werden.“ 20 bis 30 Prozent aller neuen Öl- und Gasfunde werden laut Kühnlein in zumindest zeitweise eisbedeckten Gebieten vermutet, die große Herausforderungen für Mensch und Material mit sich bringen. Die Offshore-Versorgungsschiffe sollten künftig dementsprechend ausgerüstet sein: „Extreme Temperaturen, Bewegungen des Eises, aber auch die Versorgung von Plattformen sowie der Abtransport des produzierten Öls und Gases erfordern neuartige und hochtechnologische Entwicklungen und stellen damit, trotz höherer Personalkosten, auch eine Chance für Hochtechnologieländer dar.“

Offshore-Deep Sea Mining Dialogue: Manganknollen als Rohstoff-Lieferant

Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover, leitet als Chairman den „Deep Sea Mining Dialogue“. Branchenexperten referieren hier über mögliche Marktpotenziale der Schiffbauindustrie, bestehende und künftige Technologien der Tiefseeförderung sowie Vor- und Nachteile mariner mineralischer Rohstoffe für den Weltmarkt.

Prof. Kümpel wird auch auf die immer wichtiger werdenden alternativen Energieträger und Rohstoffe – abseits von Öl und Gas – eingehen. Dazu gehören beispielsweise Manganknollen, die in Wassertiefen zwischen 4000 und 6000 Metern auf dem Meeresgrund zu finden sind. Diese Mineralien könnten auf Grund ihres Gehalts an Kupfer, Kobalt und Nickel zu einer unverzichtbaren Rohstoffquelle der Zukunft werden. „Außerdem enthalten sie in Beimengungen weitere interessante Elemente wie Molybdän und Tellur. Deutschland erkundet zurzeit ein eigenes Lizenzgebiet mit einer Fläche von 75.000 Quadratkilometern, um eine mögliche künftige Förderung aus der Tiefsee beurteilen zu können“, berichtet Kümpel. Die Technologie für eine Förderung aus der Tiefsee wurde bereits vor rund 30 Jahren konzipiert. Sie lässt laut Kümpel Prognosen zu, nach denen der Tiefseebergbau auf Manganknollen, bei einem Metallpreisniveau wie vor der Weltwirtschaftskrise, an der Grenze der Wirtschaftlichkeit läge. Dennoch müssten erst konkrete Fördertechnologien entwickelt und hergestellt werden, um genaue Angaben machen zu können.

Offshore-WindEnergy Dialogue: Besinnung auf die Spezialschiffbaukunst

Durch den abschließenden „WindEnergy Dialogue“ führt Session Chairman Thorsten Herdan, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Power Systems und Vizepräsident der deutschen Stiftung Offshore Windenergie. Er schätzt das Investitionsvolumen beispielsweise für die geplanten Windparks in der Nord- und Ostsee bis 2030 auf etwa 60 Milliarden Euro. Davon fallen für den Bau allein eines anspruchsvollen Spezialschiffes für den Aufbau der großen Windkraftanlagen, so Herdan, rund 200 Millionen Euro an. Bautypisch für diese Installationsschiffe sind beispielsweise die „Jackup Legs“, vier Säulen, die das Schiff auf dem Meeresgrund wellenunabhängig positionieren und es so zu einer stabilen Arbeitsplattform machen. Eine genaue Prognose zu den erforderlichen Stückzahlen dieser Spezialschiffe ist laut Herdan schwierig: „Aber wir rechnen mit mindestens 20 Installationsschiffen und deutlich mehr zusätzlichen kleineren Serviceschiffen für den Reparatur- und Wartungseinsatz mit natürlich geringerem Investitionsvolumen.“

Neben neuesten Konzepten und Herausforderungen beim Bau und der Ausrüstung dieser Spezialschiffe referieren die Vertreter aus der Schiffbau- und Windindustrie in diesem Veranstaltungsteil auch über Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Chancen der Schiffswerften, im Rahmen ihrer Diversifikation an diesem Markt zu partizipieren. „Während die Schiffbau-Zulieferer schon jetzt die Voraussetzungen erfüllen, ist es mehr die Frage der Schiffbauer, hier eine Diversifikation vorzunehmen“, meint Herdan, „besonders in Deutschland sollte sich die Industrie auf ihre Spezialschiffbaukunst besinnen.“

Einig sind sich die Experten schon jetzt darüber, dass bei der anhaltenden Nachfrageschwäche im Weltschiffbau und bei der Marktdominanz asiatischer Werften im Handelsschiffbau der Offshore-Sektor für die Werften und Zulieferer in Europa und insbesondere in Deutschland neue Möglichkeiten schaffen kann. Für einen nachhaltigen Markteintritt sind jedoch schlagkräftige Strategien gefragt. Der SMM Offshore Dialogue bietet Teilnehmern und Referenten die Möglichkeit, in spannenden Diskussionen nicht nur Erfahrungen auszutauschen, sondern Lösungen für die bestehenden und künftigen Herausforderungen der Branche zu entwickeln.

(Hamburg Messe und Congress GmbH)


 


 

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