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Sonderausstellung

„Windstärke 10“ zeigt Cuxhavener Geschichte der Fischverarbeitung

Das Museum „Windstärke 10“ widmet der Historie der Fischverarbeitung in Cuxhaven eine große Sonderausstellung. Die vielseitige Schau ist seit Sonntag noch bis zum 16. September 2018 zu sehen.

Wie kein anderer Wirtschaftszweig hat die Fischindustrie die Entwicklung der Stadt Cuxhaven geprägt. Das Museum „Windstärke 10“ widmet daher der Geschichte der Fischverarbeitung in Cuxhaven eine große Sonderausstellung, die am 18. März 2018 eröffnet wurde und noch bis zum 16. September 2018 zu sehen ist.

Die Besucher der Ausstellung erfahren von der harten und schlecht bezahlten Arbeit in den Fischfabriken der 1920er-Jahre, dem legendären Frauenwohnheim im Elfenweg, von ‚König Hering‘, cleveren Vermarktungsideen und einer bis heute vielfältigen und interessanten Industrie. Sie schlägt dabei den Bogen von den Anfängen des Seefischmarktes 1908 bis zur heutigen Fischindustrie und zeigt anhand zahlreicher Exponate, historischen Fotomaterials und aufwendiger Inszenierungen, welche Entwicklung die Verarbeitung von Fisch in den letzten 110 Jahren in Cuxhaven genommen hat.

Viel Handarbeit – teilweise heute noch unerlässlich

Außerdem erhalten die Besucher einen Einblick in die letzten Jahrzehnte: „Noch bis in die 1950er-Jahre hinein wurde ein großer Teil der Arbeiten von Hand ausgeführt. Das betraf nicht nur das Ausnehmen und Filetieren der Fische, sondern auch Tätigkeiten wie das Auffüllen von Fischdosen mit schmackhaften Soßen. Die meist jungen Fischwerkerinnen, die vor dem Zweiten Weltkrieg aus dem krisengeplagten Ruhrgebiet, aber auch aus dem Magdeburger oder Leipziger Raum angeworben wurden, arbeiteten dabei unter nicht einfachen Bedingungen. Die Bezahlung deckte kaum den Lebensunterhalt, bei geringeren Fischanlandungen drohte Kurzarbeit ohne Lohnausgleich. Den anhaltenden Fischgeruch gab es als Dreingabe, ohne dass in den Fabriken Umkleide- oder Duschmöglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten.“

In den 1960er-Jahren hatten sich diese Bedingungen deutlich verbessert. Zahlreiche spanische und portugiesische Frauen zog es damals zur Arbeit in die Cuxhavener Fischfabriken, die ihre Produktion zunehmend automatisierten. In vielen Bereichen ist aber bis heute Handarbeit unerlässlich geblieben.

Einblick in den Wandel von Produkt und Verpackung

„Cuxhaven und der Fisch“ erzählt nicht nur von einem wichtigen Stück Cuxhavener Wirtschaftsgeschichte. Die unterhaltsame Schau wirft zudem einen Blick auf den Wandel von Produkt und Verpackung, zeigt auf, mit welchen Strategien dem Verbraucher der Fisch schmackhaft gemacht wurde und lässt an vielen Stellen die Menschen zu Wort kommen, die Anteil an der Erfolgsgeschichte der Fischindustrie in Cuxhaven hatten.

Die Schau „Cuxhaven und der Fisch“ wurde aus den Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds EMFF gefördert.

Die Sonderausstellung „Cuxhaven und der Fisch“ im Windstärke 10 – Wrack- und Fischereimuseum Cuxhaven, Ohlroggestraße 1, 27472 Cuxhaven, läuft noch bis zum 16. September 2018. Weitere Information: www.windstaerke10.net

(Redaktion)


 


 

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