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Stationärer Handel

„Kleine und mittlere Einzelhändler fehlen in Hamburgs City“

Hohe Gewerbemieten und Verdrängungswettbewerb zugunsten großer Handelsketten sind seit Jahren in der Diskussion rund um die Entwicklung der Hamburger Innenstadt. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft in Hamburg appelliert an Stadtplaner und politisch Verantwortliche der Hansestadt, in der Gewerbeflächenpolitik auch kleine und mittlere Einzelhändler zu berücksichtigen und ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis zu ermöglichen.

„Bereits heute sind statt lokaler Unternehmen mit individuellem Sortiment immer mehr bundesweit oder international agierende Handelsketten in der Innenstadt ansässig“ sagt Günther Enger, Leiter Kreisverband Metropolregion Hamburg des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Dadurch wird die Vielfalt des Angebots auf Hamburgs Einkaufsmeilen immer geringer, die City wird im Vergleich zu anderen Metropolen immer beliebiger, verliert an Anziehungskraft und droht langfristig gänzlich zu veröden.“

Einer der Gründe für diese Entwicklung sind laut dem Vertreter des Mittelstands sicher die extrem hohen Monatsmieten von bis zu 300 Euro pro Quadratmeter in Hamburgs Top-Einkaufslagen. Bezahlbare Flächen unter 150 Quadratmetern sind zudem kaum zu finden. Diesen Missstand zu beheben, dürfe nicht allein dem freien Markt überlassen werden, sondern müsse ein Teil der Gewerbeflächenpolitik der Hansestadt werden, so die Forderung.

Gute Erreichbarkeit, freies WLAN und flexible Öffnungszeiten für mehr Attraktivität

Um gegen starke Mitbewerber und den Onlinehandel bestehen zu können, sei für mittelständische Einzelhändler eine gute Erreichbarkeit zudem unverzichtbar. Für den Erhalt einer vitalen City fordert der BVMW darum den Zugang zur Innenstadt mit dem Auto und das Parken in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns. Auch gelte es, den ÖPNV zu optimieren. „Statt geschäftsschädigende City-Maut und Fahrverbote einzuführen, sollte zudem ein kostenfreies WLAN-Angebot den Besuchern der Innenstadt flächendeckend zur Verfügung stehen. Außerdem muss endlich auch von behördlicher Seite den veränderten Lebensumständen und dem daraus resultierenden Kaufverhalten Rechnung getragen werden“, appelliert der Mittelstandvertreter. „Wer sich im Homeoffice seine Arbeitszeit frei einteilen und im Internet rund um die Uhr einkaufen kann, will dies auch in der realen Welt tun können. Starre Öffnungszeiten für stationäre Shops sollten darum schleunigst der Geschichte angehören.“

(Redaktion)


 


 

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