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  • 17.11.2020, 15:06 Uhr
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  • Norderstedt
Sterben in Würde

Albertinen-Hospiz für Erwachsene in Norderstedt eröffnet

14 Menschen können im Albertinen-Hospiz Norderstedt betreut werden. Ende Oktober 2020 ist die Einrichtung nach zwölfmonatiger Bauzeit coronabedingt in kleinstem feierlichen Rahmen eröffnet worden.

Ein Leben in Würde – bis zuletzt. Das ist der Leitgedanke des Albertinen-Hospizes in Norderstedt bei Hamburg. Die Hospizeinrichtung im Norderstedter Stadtteil Friedrichsgabe versorgt Erwachsene in ihrer letzten Lebensphase, „die an unheilbaren, rasant verlaufenden Krankheiten leiden, verbunden mit sehr belastenden Symptomen”, wie die Immanuel Albertinen Diakonie zur Eröffnung des Hospizes mitteilte. Es ist das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein in diakonischer und kommunaler Trägerschaft. Im Juli 2018 wurde die Albertinen Hospiz Norderstedt gGmbH von den drei Gesellschaftern Albertinen Diakoniewerk, der Stadt Norderstedt und der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gegründet. Das Einzugsgebiet umfasst das Gebiet von Norderstedt bis Neumünster und alle Orte westlich und östlich der A7. In diesem Gebiet leben rund 270.000 Menschen. 

Freie Sicht ins Grüne

Das neue Hospiz in der Lawaetzstraße 1b verfügt über 14 Einzelzimmer. Alle Zimmer mit eigenem behindertengerechten Bad sind um ein Atrium mit Kreuzgang gebaut und haben einen Zugang zur eigenen Terrasse. Die Fenster- und Türelemente reichen bis zum Boden, damit eine freie Sicht ins Grüne möglich ist. Ebenso gibt es auch einen Zugang mit Bett in den künstlerisch gestalteten Innenhof. Damit wird die von Architekt Dieter Glienke entwickelte Gebäudestruktur des Diakonie-Hospizes Volksdorf aufgenommen. Die Bauplanung lag bei dem Architekturbüro „architektencontor Agather-Bielenberg-Oschikat“.

Das Team aus 26 haupt- und 14 ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Albertinen-Hospiz Norderstedt ist nahezu komplett, so die Immanuel Albertinen Diakonie. Neben den Pflegenden werden in der Norderstedter Einrichtung auch eine Sozialarbeiterin sowie eine Hauswirtschaftsleitung nebst weiteren Mitarbeiterinnen beschäftigt sein. Die seelsorgerische Begleitung der Gäste sowie deren Angehörigen im Hospiz wird zunächst in ökumenischer Gemeinschaft durch die Pastorinnen und Pastoren der umliegenden Kirchengemeinden übernommen. Geschäftsführer des Hospizes ist Pastor Andreas Hausberg, der auch die Geschäftsführung im Diakonie-Hospiz Volksdorf innehat. Das Hospiz wird geleitet durch Dagmar Andersen, die Pflegedienstleitung liegt bei Jens Klintworth.

Trotz großer Spendenfreude fehlen noch 250.000 Euro

Die Investitionskosten für den Bau des Hospizes belaufen sich laut der Immanuel Albertinen Diakonie auf insgesamt 4,6 Millionen Euro, wovon drei Millionen über Darlehen und 420.000 Euro durch Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein gedeckt seien. Eine Million Euro sollen gemäß der Planung durch Spenden erbracht werden. Trotz der Corona-Krise mit ihren dramatischen wirtschaftlichen Folgen sei die Spendenbereitschaft für das Albertinen Hospiz Norderstedt ungebrochen: Mit Spenden in Höhe von insgesamt rund 750.000 Euro durch Einrichtungen und Institutionen, Verbände und Privatpersonen sind bereits 75 Prozent der erforderlichen Summe erreicht.

Acht Lions-Club spendeten für die Inneneinrichtung

Große Unterstützung leisteten die Lions-Clubs aus der Umgebung – Alveslohe, Ellerbek-Rellingen, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen, Quickborn sowie Norderstedt, Norderstedt-Forst Rantzau und federführend der Club Norderstedt NEO – in einer gemeinsamen Aktion: Sie überreichen einen Spendenscheck in Höhe von 140.400 Euro. Mit diesem Geld konnte die pflegegerechte und komfortbale Ausstattung der Zimmer angeschafft werden.

Stimmen zur Eröffnung

Matthias Scheller, Vorsitzender Konzerngeschäftsführung der Immanuel Albertinen Diakonie, sagt: „Die Immanuel Albertinen Diakonie begreift Hospizarbeit als eine zutiefst diakonische Aufgabe, Menschen in Not am Ende ihres Lebens zu begleiten und nimmt konzernweit heute bereits das vierte Hospiz in den Betrieb. Mein Dank gehört all denjenigen, die zu dem Gelingen dieses diakonisch-kommunalen Projektes mit Planung, Umsetzung und finanzieller wie ideeller Förderung beigetragen haben.“

Elke Christina Roeder, Oberbürgermeisterin Stadt Norderstedt, bezeichnete das Albertinen-Hospiz ein beispielhaftes Gemeinschaftswerk. Alle Beteiligten habe das Ziel geeint, „einen ganz besonderen Ort zu schaffen. Einen Ort, wo Menschen bis zuletzt in Würde leben und von ihren Lieben Abschied nehmen und dann in Würde sterben können.”

Der ursprünglich anlässlich der Eröffnung geplante „Tag der offenen Tür” soll zu einem geeigneten Zeitpunkt nachgeholt werden.

(Redaktion)


 


 

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