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Steuererklärung 2016

Das ändert sich im neuen Jahr

Im Jahr 2017 sollen Arbeitnehmer und Familien bei den Steuern deutlich entlastet werden. Insgesamt plant der Bund Steuererleichterungen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Eine weitere gute Nachricht: Mit der Abgabe können sich Verbraucher ab 2019 bis Ende Juli Zeit lassen.

Freibeträge steigen im neuen Jahr

Das Wahljahr wirft seine Schatten voraus: Der Staat verteilt 2017 Steuergeschenke in Form von erhöhten Freibeträgen. Für Arbeitnehmer erhöht sich der Grundfreitag von 8.652 Euro um 168 Euro auf 8.820 Euro. Eltern profitieren gleich doppelt, wenn auch nur in geringem Maße: Der Kinderfreibetrag steigt von 7.248 um 108 Euro auf 7.356 Euro, dazu wird das monatliche Kindergeld um zwei Euro erhöht. Geringverdiener erhalten zusätzlich 10 Euro Kinderzuschlag mehr im Monat.

Weiterhin wird der Einkommensteuertarif nun an die Inflation angepasst, das heißt, die für 2017 erwartete Inflationsrate von 0,73 Prozent wird in den Steuertarif eingerechnet. Damit soll die kalte Progression gemindert werden, die seit Jahren zu einem schleichenden Reallohnverlust führt, weil Lohnerhöhungen durch höhere Steuertarife aufgefressen werden, während zugleich die steigende Inflation zu steigenden Preisen führt.

Ab 2019: mehr Zeit für die Steuererklärung

Bürger haben ab 2019 mehr Zeit, alle Belege für die Steuererklärung zu sammeln und die Steuererklärung einzureichen: Sie muss dann erst bis zum 31. Juli und nicht wie bislang bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt eintreffen. Wer einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater beauftragt, kann sich sogar noch viel mehr Zeit lassen: Die Abgabefrist endet dann erst am 28./29.Februar des übernächsten Jahres. Das heißt, die Einkommensteuererklärung von 2018 muss dann erst am 28./29.Februar 2020 beim Finanzamt sein.

Praktisch: Belege müssen nicht mehr mit eingereicht werden. Allerdings sollten diese vorhanden sein, denn das Finanzamt kann Unterlagen nachträglich anfordern, wenn es die Nachweise sehen will. Statt der bisherigen Belegvorlagepflicht gilt nun eine Belegvorhaltepflicht. Für den Steuerpflichtigen kann es dennoch sinnvoll sein, bestimmte Belege unaufgefordert mitzuschicken, wenn etwa hohe abzugsfähige Kosten entstanden sind. Hier will das Finanzamt ganz sicher einen Beweis sehen (zum Beispiel hohe Handwerkerrechnungen oder teure Fortbildungen als Werbekosten). Wer die Belege direkt mitschickt, spart sich zeitliche Verzögerungen der Rückerstattung.

Vorsicht Verspätungszuschlage

Die großzügige Ausdehnung der Abgabefrist hat jedoch auch eine Schattenseite: Wer die neue Frist trotzdem nicht einhält, muss nun schneller mit einem Verspätungszuschlag rechnen. Dieser beträgt pro verspätetem Monat 0,25 Prozent der Steuernachzahlung, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat. Wichtig: Das gilt nun auch, wenn die Steuer bei 0 Euro liegt oder wenn sogar eine Steuererstattung ansteht. Meist drückt der Fiskus bei Arbeitnehmern mit durchschnittlichen Steuern beim ersten Mal ein Auge zu, doch darauf sollte es niemand ankommen lassen.

Die Steuerklärung wieder weiter automatisiert

Schon jetzt übermitteln immer mehr Stellen wie Banken und Versicherungen ihre Daten direkt auf elektronischem Weg an das Finanzamt. Der Steuerpflichtige wird ab 2017 in der Lage sein, direkt beim Öffnen der ELSTER-Formulare bestimmte, schon übermittelte Daten wie das Jahresgehalt, gezahlte Lohn- und Kirchensteuern, Sozialversicherungsbeträge usw. zu sehen und kann sie bei Bedarf korrigieren. Auch der Steuerbescheid selbst soll in Zukunft nicht mehr per Post kommen. Stattdessen erhält der Steuerpflichtige (bzw. sein Steuerberater) eine Benachrichtigung, dass der Bescheid zum Abruf online bereitsteht. Allerdings muss der Steuerpflichtige vorher zustimmen. Wer also weiterhin seine Steuererklärung per Post bekommen will, kann dies auch weiterhin tun.

Nicht zuletzt soll es bald auch schneller gehen, denn die meisten Steuererklärungen werden in Zukunft automatisch von Kollege Computer erledigt. Nur wenn es Auffälligkeiten gibt, soll die Steuererklärung an einen menschlichen Mitarbeiter durchgereicht werden, der sie manuell überprüft.

(Redaktion)


 


 

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