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Stiftungswesen

Justizminister wollen Stiftungsrecht überarbeiten

Stifterinnen und Stifter sollen mehr Gestaltungsfreiheit erhalten. Die Justizministerinnen und Justizminister haben sich im Rahmen der 85. Justizministerkonferenz am 25. Juni 2014 im Ostseebad Binz darauf verständigt, das Stiftungsrecht zu modernisieren.

Die Hamburger Justizsenatorin Jana Schiedek hatte den Vorstoß unternommen, das Stiftungsrecht zu überarbeiten. Zentrale Aspekte der Hamburger Initiative seien mehr Gestaltungsfreiheit für Stiftende, mehr Transparenz für Stiftungen und eine größere Flexibilität bei der Bildung von Rücklagen. Im Rahmen einer Bund-Länder Arbeitsgruppe sollen nun konkrete Regelungsvorschläge erarbeitet werden, teilte die Hamburger Justizbehörde mit.

„Wir wollen die Attraktivität gemeinnütziger Stiftungen erhöhen und für mehr Akzeptanz von Stiftungen in der Gesellschaft sorgen. Stiftungen machen unser Land lebenswerter. Hinter jeder Stiftung stehen Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Dieses Engagement wollen wir stärken“, sagte Justizsenatorin Jana Schiedek.

HAMBURG IST STIFTUNGSHAUPTSTADT
In Hamburg sind bundesweit mit Abstand die meisten Stiftungen angesiedelt. Derzeit gibt es in der Hansestadt 1.312 Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von knapp 8 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen München mit knapp 900 und Berlin mit über 800 Stiftungen. Bundesweit gab es nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Stiftungen Ende 2013 rund 20.000 Stiftungen.

Jahresabschluss offenlegen

Stiftungen Nach dem Willen der Senatorin sollen Stiftungen transparenter werden. „Die Öffentlichkeit gewährt gemeinnützigen Stiftungen steuerliche Vorteile. Deswegen sollte besser als bisher nachvollzogen werden können, was mit dem Geld passiert“, so Jana Schiedek. Ihr schwebt vor, dass Stiftungen mit jährlichen Erträgen von mehr als 250.000 Euro im Jahr ihren Jahresabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen. Darüber hinaus sollen Regelungen zur Vergütung der Vorstände der Stiftungen verpflichtend in die Stiftungssatzung aufgenommen werden.

Stifter sollen Stiftungszweck zu Lebzeiten ändern können

Die Stifterinnen und Stifter sollen zudem mehr Gestaltungsfreiheit erhalten. „Wir wollen lebenden Stifterinnen und Stiftern ermöglichen, dass sie ihren einmal festgelegten Stiftungszweck ändern können“, sagt Justizsenatorin Jana Schiedek. Bisher könne der Zweck einer einmal errichteten Stiftung auch zu Lebzeiten des alleinigen Stifters nachträglich praktisch nicht abgeändert werden. Das sei für lebende Stifterinnen und Stifter häufig schwer zu akzeptieren.

Flexible Rücklagenbildung

Zur Absicherung von Stiftungen in Zeiten niedriger Zinsen erachtet die Senatorin eine weitere Flexibilisierung der steuerrechtlichen Vorgaben für wichtig. Damit Stiftungen ihre Zwecke auch in Zeiten niedriger Ertragslage erfüllen können, sollen sie in guten Zeiten höhere Rücklagen bilden dürfen.

(Redaktion)


 


 

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