Sie sind hier: Startseite Hamburg Finanzen Finanz-News
Weitere Artikel
Stromnetz

Totalausfall der „Bürgeranleihe“ möglich

Bundesumweltminister Altmaier (CDU) startete im Juni mit dem Schleswig-Holsteiner Ministerpräsidenten Albig (SPD) eine Initiative zur Finanzierung einer Höchstspannungsleitung zwischen Niebüll an der Nordseeküste und Brunsbüttel. Mit einer Bürgeranleihe des Betreibers Tennet soll der Ausbau des Stromnetzes finanziert werden. Statt der versprochenen Verzinsung droht im Ernstfall jedoch ein Totalverlust des angelegten Geldes.

Die Investitionen in die erneuerbare Energie durch Offshore-Windparks stagnieren. Grund hierfür sind die nicht ausreichenden Leitungsnetze, die für die Weiterleitung des Stroms von Ost- und Nordsee zum Verbraucher notwendig sind. Das Problem sind die hohen Investitionen, die von den Betreibern der Netze aufgebracht werden müssen.

 Minister empfehlen Bürgeranleihe

Die vier Netzbetreiber haben gemeinsam mit dem Umwelt- und dem Wirtschaftsministerium ein Eckpunktepapier erstellt. Die Pressemitteilung auf der Website des Bundesumweltministeriums titelt dazu: „Altmaier und Rösler: Bürgerdividende soll Netzausbau beschleunigen und breitere Akzeptanz für die Energiewende schaffen“. Diesem Eckpapier zufolge soll die Bürgerbeteiligung vorerst den Anwohnern der neuen Trasse ermöglicht werden, einen Mindestwert von 1.000 Euro betragen und ab Baubeginn der entsprechenden Leitungsnetze mit bis zu fünf Prozent verzinst werden. Altmaier sprach von attraktiven Konditionen.

Experten nennen die Anleihe „nicht empfehlenswert“

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” vom 20. Juli 2013 stufen Fondsmanager und Analysten die Anleihe allerdings als „nicht empfehlenswert“ ein. Ein Totalverlust liege im Bereich des Möglichen. Der Grund hierfür ist, dass die Kapitalanlage nicht die heimischen Stromnetze betrifft, sondern der Anleger eine sogenannte Hybridanleihe des Betreibers Tennet erwirbt. Dieses Finanzierungsinstrument wird im Fall einer Insolvenz nachrangig bedient, Zinszahlungen können ausgesetzt oder verschoben werden. Laut Wikipedia ist die höhere Rendite im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten der Ausgleich für das erhöhte Risiko des Anlegers.

Geringes Interesse der Bürger

Wie der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe vom 22. Juli 2013 berichtet, ist die Bürgeranleihe nur „schwer verkäuflich“. Tennet gibt an, dass in der einmonatigen Zeichnungsfrist nur 1.500 Anwohner Unterlagen dazu angefordert hätten. Die Sprecherin des Betreibers schwächt den Eindruck aber ab, die Zeichnungsfrist laufe bis Ende August. Es sei noch zu früh, um Rückschlüsse auf die Resonanz zu ziehen.

(Redaktion)


 


 

Betreiber
Bürgeranleihe
Stromnetze
Bundesumweltminister Altmaier
Firmenanleihe
Finanzierung
Stromleitung
Windkraft
Offshore

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Betreiber" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: