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Welche Stromanbieter gut wirtschaften

Wer den Stromanbieter wechselt, sollte nicht nur die Preise vergleichen. Spätestens seit der Insolvenz von Flexstrom ist die wirtschaftliche Solidität ein wichtiges Kriterium. Die Uni des Saarlandes hat jetzt eine Studie veröfflicht und 1000 Stromanbieter vergleichen. Ergebnis: Greenpeace Energy, ExtraEnergie und Naturstrom schneiden gut ab.

Das Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität des Saarlandes hat deutsche Energieanbieter erneut auf ihre wirtschaftliche Nachhaltigkeit hin untersucht. Bisher hatten die Kunden auf dem liberalisierten Energiemarkt vor allem die Möglichkeit, die Preise der über 1.000 Anbieter zu vergleichen, nicht aber deren wirtschaftliche Solidität. Insolvenzen und fragwürdiges Geschäftsgebaren verunsichern viele Kunden. Sie scheuen daher den Wechsel des Anbieters, obwohl sie dadurch Geld sparen könnten. Der Saarbrücker Professor für Wirtschaftsprüfung, Michael Olbrich, hat diese Lücke mit der Studie „Energieanbieter und Nachhaltigkeit“ bereits im Jahr 2013 wissenschaftlich geschlossen und nun eine zweite, aktualisierte Auflage der Untersuchung veröffentlicht.

Trotz hoher Strompreise können die Verbraucher auf dem liberalisierten Energiemarkt in Deutschland viel Geld sparen. Die Wahl des Anbieters ist schließlich frei. Doch die Möglichkeit der Wahl bedeutet auch eine Qual: Auf dem Markt tummeln sich mehr als 1.000 Anbieter, unter denen eine Auswahl schwerfällt. Die Insolvenzen einiger Anbieter in der Vergangenheit haben viele Verbraucher bisher von einem Wechsel ihres Energieversorgers abgeschreckt. „Die einzelnen Anbieter wurden in der Vergangenheit meist nur nach ihren Preisen verglichen. Unsere Untersuchung geht einen neuen Weg und vergleicht die Energieunternehmen anhand von betriebswirtschaftlichen Nachhaltigkeitsmerkmalen. Sie gibt damit eine Hilfestellung für Verbraucher, die zu soliden Energieanbietern wechseln möchten. Aufgrund des Interesses, das der ersten Studie entgegengebracht wurde, haben wir nun unsere Untersuchung auf Basis aktualisierten und erweiterten Datenmaterials wiederholt“, erklärt Michael Olbrich, der Direktor des IWP.

Olbrichs zweite Auflage der Studie nahm dafür 18 Unternehmen genauer unter die Lupe: Die „Großen Fünf“ des Energiemarktes, die Konzerne E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW und EWE, sowie dreizehn freie Anbieter, die im vergangenen Jahr besonders häufig in den Medien waren und die in Vergleichsportalen besonders präsent sind. Professor Olbrich untersuchte diese Unternehmen erneut anhand der Kriterien Publikationspolitik, kurzfristige Liquidität, Eigenkapitalquote, Wirtschaftlichkeit bezüglich des Personals, Kundenzahlen sowie den Anteil erneuerbarer Energie am Stromangebot. So werteten die Wirtschaftswissenschaftler unter anderem die Bereitschaft, die Öffentlichkeit über die Geschäftstätigkeit etwa mit einem Jahresabschluss zu informieren, als positives Indiz. Auch die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, ergab Pluspunkte auf der Nachhaltigkeitsskala.

„Auf Basis des aktualisierten Zahlenmaterials sind die nachhaltigsten unabhängigen Anbieter Deutschlands Greenpeace Energy, ExtraEnergie und Naturstrom sowie von den ‚Großen Fünf‘ EWE, E.ON und Vattenfall“, fasst Michael Olbrich zusammen. 

„Wir möchten mit dieser Untersuchung natürlich keineswegs eine Empfehlung abgeben, welches Unternehmen die Kunden bevorzugen sollten“, schränkt Professor Olbrich ein. „Angesichts über 1.000 am Strommarkt tätigen Unternehmen möchten wir mit dieser Studie vielmehr ein Werkzeug und eine Orientierung bieten, mit deren Hilfe Verbraucher wirtschaftlich nachhaltig arbeitende Stromanbieter identifizieren können“, so der Wirtschaftsprofessor weiter.

Studie als Download

(Redaktion)


 


 

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