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Technische Universität Hamburg-Harburg

Modellcharakter: deutschlandweit erstes Exzellenzkolleg in Kooperation mit der Wirtschaft

Eine neue Form der Wissenschaftsförderung will die Technische Universität Hamburg-Harburg etablieren: Im Rahmen eines TUHH-Exzellenzkollegs und in Kooperation mit der Wirtschaft sind fünf neue Juniorprofessuren auf den Gebieten Green Technologies, Life Science Technologies und Aviation & Maritime Systems geplant.

Die TUHH setze dabei auf ein ungewöhnliches, neues Forschungs- und Finanzierungskonzept, bei dem sie zusammen mit Kooperationspartnern in kluge Köpfe investiere. So sollen die Juniorprofessuren finanzielle Mittel der TUHH, der Wissenschaftsbehörde und der beteiligten Partnerunternehmen erhalten. Ziel sei es, gemeinsam nachhaltige Innovationen zu schaffen, die Wissenschaft und Wirtschaft in Hamburg gleichermaßen wettbewerbsfähig halten. Geplanter Start des TUHH-Exzellenzkollegs sei der 1. Juli 2014, so die TUHH.

Im Vordergrund stehe die Idee, in langfristiger Zusammenarbeit nachhaltige Lösungen für drängende Zukunftsfragen zu entwickeln. „Das Exzellenzkolleg unterstreicht das klare Forschungsprofil der TUHH und macht damit künftig nach außen noch sichtbarer, in welchen Bereichen die TUHH über hervorragende Kompetenzen verfügt“, erklärte Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin und Präses der Behörde für Wissenschaft und Forschung. Und weiter: Das vorgestellte Projekt könne ein Vorbild für die fruchtbare Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft auf Augenhöhe werden.

Zum Start des Exzellenzkollegs wollen sich die TUHH und die Hamburger Wissenschaftsbehörde mit jeweils drei Millionen Euro beisteuern. Die Summe solle sich durch die Beteiligung der Forschungspartner bis 2018 verdoppeln. „Ich freue mich über die Zusammenarbeit mit unseren namhaften Partnern aus der Wirtschaft, mit denen wir die Wissenschaftsförderung neu definieren. Unser Ziel ist es, herausragenden Wissenschaftlern ein praxisnahes Arbeitsfeld zu bieten“, so Professor Garabed Antranikian, Präsident der TUHH. „Technologische Zukunftsfragen zu lösen, geht nur noch gemeinsam. Gefordert ist die Einbeziehung beider Perspektiven – Wissenschaft und Wirtschaft brauchen einen partnerschaftlichen Austausch“, ergänzt Antranikian.

Die fünf Juniorprofessuren sollen im Zentrum für Forschung und Innovation (ZFI) der TUHH, unter der Leitung des Vizepräsidenten Forschung angesiedelt sein. „Mit diesem Modell schaffen wir Perspektiven für den akademischen Mittelbau“, sagt Professor Jürgen Grabe, Vizepräsident Forschung und Entwickler des Exzellenzkollegs. Dies sei wichtig, um Deutschland für herausragende Wissenschaftler attraktiver zu machen, so Grabe. Die Forschungsbereiche der Juniorprofessuren seien in den drei Kompetenzfeldern der TUHH verankert. Diese orientierten sich an den Clustern der Hansestadt, wie beispielsweise „Erneuerbare Energien“ und „Luftfahrt“ und unterstützten damit die wirtschaftliche Weiterentwicklung.

Im Rahmen des ZFI sollen die Wissenschaftlergruppen – deren Grundausstattung aus der Juniorprofessur und einem Doktoranden besteht – künftig interdisziplinär und in Zusammenarbeit mit den Unternehmen forschen. „Dabei geht es nicht um Auftragsforschung. Wir erarbeiten gemeinsam Lösungen und bleiben frei in Forschung und Lehre“, so Grabe. Fachübergreifend sei auch der Austausch zwischen den Nachwuchsgruppen innerhalb des Kollegs. Zudem würden sie in die Partnerinstitute und somit in die Forschungs- und Lehrbereiche der TUHH eingebunden. Darüber hinaus stünden die Angebote der TUHH-Graduiertenakademie für Technologie und Innovation bereit, die die Wissenschaftler in Forschung und Karriereplanung individuell unterstütze.

Die ersten Modell-Partner aus der Wirtschaft, die die Juniorprofessuren fördern, stehen der TUHH zufolge bereits fest: Siemens Energy ist Partner der Nachwuchsgruppen „Speichersysteme für Windenergie“ und „Maritime Energien“. Für die Juniorprofessuren „smartPort“ und „Green Ports“ steht Hamburg Port Authority als Partner zur Seite. Bei „Green Ports“ soll zudem ein fachlicher Austausch der norddeutschen Seite mit den Firmen bremenports und nports stattfinden. Die Wissenschaftlergruppe für „IT-Sicherheitsanalyse – Security Analyses“ wird in Kooperation mit NXP Semiconducters eingerichtet. Die Professuren sind auf sechs Jahre angelegt. Die Möglichkeit einer anschließenden Stiftungsprofessur ist für zwei Juniorprofessuren gegeben.

Das TUHH-Exzellenzkolleg soll darüber hinaus wachsen: Für weiteres Engagement seitens Unternehmen, Stiftungen und universitären wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen sei das TUHH-Exzellenzkolleg offen. Durch das kostenteilige Finanzierungsmodell werde das Konzept auch für mittelständische Betriebe interessant: Die Zusammenarbeit mit exzellenten Wissenschaftlern könne neue, wirtschaftliche Impulse setzen.

(Redaktion)


 


 

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