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Tourismus & Kultur

Ballinstadt und Maritime Circle Line feiern 10. Geburtstag

Die Kultur- und Freizeiteinrichtungen Auswanderermuseum BallinStadt und „Hop-on Hop-off“-Barkassenrundfahrt Maritime Circle Line begingen ihr zehntes Jubiläum am 5. Juli 2017 jeweils mit Feierlichkeiten an ihren Standorten – auf der einen wie auf der anderen Hamburger Elbseite.

10-Jahres-Festakt im Auswanderermuseum BallinStadt

Bereits am Vormittag kamen rund 200 geladene Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik in die BallinStadt auf die Veddel. Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda dankte in seiner Rede zum Festakt „für den wichtigen Beitrag, die sie zum Verständnis der Geschichte der Auswanderung leistet“. „Migration ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit“, so der Senator, „das Auswanderermuseum BallinStadt trägt seit nunmehr 10 Jahren auf anschauliche, informative, unterhaltsame und nicht zuletzt bewegende Weise dazu bei, unser Verständnis von der Geschichte und Bedeutung der Auswanderung zu vertiefen.“ Denn: Ende 2015 waren weltweit 65 Millionen Menschen auf der Flucht und es gibt eine starke Migrationsbewegung nach Europa. Derzeit lebten mehr als 50.000 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder in Hamburg in Aufnahmeunterkünften und Folgeeinrichtungen. Es sei wichtig, mahnte Brosda, manchmal gedanklich auch einen anderen Standort einzunehmen, um zu verstehen. Das lehre uns Empathie.

Die BallinStadt ist „ein Statement für Offenheit und Verstehen der Entwicklungen in der Welt, auch die Entwicklung und Bedürfnisse menschlichen Lebens und Miteinanders“, sagte Jens Nitschke, Direktor der Ballinstadt.

Migrationsgeschichte der Menschen seit dem 16. Jahrhundert

Das Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg zählt zu den wichtigen touristischen Einrichtungen in Hamburg. Bis zu 100.000 Menschen besuchen das Museum jährlich. Etwa 80 Prozent der Besucher kommen von außerhalb. Seit Eröffnung konnte das Museum 47 Sonderausstellungen realisieren. In der Anfangszeit lag der inhaltliche Schwerpunkt des Museums auf der europäischen Auswanderergeschichte zwischen 1850 und dem Zweiten Weltkrieg.

Nach umfangreichem Umbau zeigt das Museum seit Mai 2016 die Migrationsgeschichte der Menschen seit dem 16. Jahrhundert bis heute umfänglich aus Sicht der Aus- wie Einwanderungsländer mit allen Hindernissen, Wünschen und Träumen, die die Menschen auf ihrem Weg in eine neue Heimat begleiten. Zudem präsentiert das Museum das Leben und Wirken Albert Ballins, dem Gründer der damaligen Auswandererhallen in Hamburg und Namensgeber des Museums.

Jubiläumsausstellung „Bin abgereist – Koffergeschichten“
Bis zum 3. September 2017 ist in der BallinStadt die Sonderausstellung „Bin abgereist – Koffergeschichten“ zu sehen. Der Koffer steht nicht nur als Sinnbild für Reisen, sondern auch als Träger von Erinnerungen. Er ist vielmehr als ein reiner Gebrauchsgegenstand. Von Truhenkoffern aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu den modernen Trolleys aus Hightech-Material zeigt die Ausstellung die Entwicklung des Reisegepäcks im Laufe der Zeit und beleuchtet die Rolle des Koffers als unentbehrlicher Reisebegleiter. Weitere Information: www.ballinstadt.de

Erfolgsmodell Public Private Partnership

Gert Hinnerk Behlmer, ehemaliger Staatsrat der Kulturbehörde und seit 10 Jahren Vorsitzender des BallinStadt-Beirats hielt Rückblick auf die schwierige Anfangszeit des Museums. Damals mussten Geldgeber für die Finanzierung gefunden werden, um auch Senat und Bürgerschaft zu überzeugen, das Museum auf den Weg zu bringen. Mehrere Jahre sei Werner Marnette von Aurubis der Einzige gewesen, der eine Millionensumme in den Topf warf, bevor er dann Hapag-Lloyd, Feuerkasse Hamburg und Flughafen Hamburg ins Boot holte. Dabei sei die BallinStadt von Anfang an nicht nur ein Kulturprojekt, sondern auch ein Stadtentwicklungsprojekt gewesen.

Auch der Vorsitzende des Freundeskreises Auswandererwelt BallinStadt e.V. Wolfgang Wietbrok erinnerte an die Anfangszeit, in der es viele Hindernisse gegeben habe und viele Skeptiker, den „Sprung über die Elbe“ kritisch sahen.

Die Finanzierung des Museums erfolgte in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public Private Partnership) zwischen der Stadt Hamburg und den Sponsoren aus der Wirtschaft. Im Müggenburger Zollhafen investierte die Stadt in einen neuen Anleger für das Auswanderermuseum und es entstand eine 1,6 Hektar große Parkanlage – BallinPark –, in die das Museum eingebettet liegt und die sich bis zum S-Bahnhof Veddel erstreckt. Das Museum ist eine mit privaten Mitteln finanzierte Einrichtung, die sich selbst trägt und keine Zuschüsse aus öffentlicher Hand für den Betrieb erhält. Anfang 2016 wurde der zwischen der Stadt Hamburg und der Betriebsgesellschaft Ballinstadt geschlossene Betreibervertrag bis 2027 verlängert.

Menschen mit Migrationshintergrund als Vorbilder

An die Einwanderungsthematik anknüpfend sprach Dayan Kodua, Schauspielerin mit ghanaischen Wurzeln darüber, dass junge Menschen – gerade auch Migranten – Vorbilder von Menschen brauchen, die im Leben etwas geschafft haben. Sie setze sich dafür ein, Vorbilder sichtbar zu machen. In ihrem Buch „My black skin – schwarz, erfolgreich, deutsch“ stellt sie Menschen mit Migrationshintergrund vor, die ihre Integration sowie private und berufliche Ziele in Deutschland erreicht haben.

Kofferstifterin Margarete Pauschert, die anlässlich der Jubiläumsausstellung „Bin abgereist – Koffergeschichten“ einen historischen Schrankkoffer spendete, erzählte von der Auswanderungsgeschichte ihrer Großmutter und die Chancen, die diese in die USA genutzt hat.

Mit flottem Swing sorgten die Hamburger Transatlantic Big Band und Sängerin Caroline Kiesewetter für den passenden musikalischen Rahmen.

Dank an alle Beteiligten

Volker Reimers, Geschäftsführer der BallinStadt, dankte „allen Beteiligten, Unterstützern, Besuchern und Mitarbeitern“, die zum Erfolg der vergangenen 10 Jahre beigetragen haben. Auch schlug er die Brücke zur Maritime Circle Line, die die BallinStadt seit 10 Jahren „unermüdlich anfährt“ und betonte die „Pionierarbeit“, die Inhaber Gregor Mogi damit leiste.


 


 

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