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  • 20.11.2019, 09:26 Uhr
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  • Norderstedt
Umweltengagement

Norderstedter Lions pflanzen Laubbäume für mehr sauberes Trinkwasser

Hainbuchen, Traubeneichen, Esskastanien und Schlehen – 700 junge Bäume haben die Mitglieder des Lions Clubs Norderstedt NEO in zwei Pflanzaktionen 2019 in einem Norderstedter Waldstück gepflanzt und den Aktionspartner Trinkwasserwald e.V. für die langfristige Hege und Pflege der Bäume finanziell unterstützt. Die Gerd Godt-Grell Stiftung fördert die Aktion zusätzlich mit einer Spende.

Im Oktober fand auf Flächen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten die zweite Pflanzaktion des Norderstedter Lions-Clubs in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Trinkwasserwald statt. Ziel des Engagements war es, eine ausgewählte Nadelwald- und Aufforstungsfläche in Norderstedt mit jungen Laubbäumen zu unterpflanzen. Daraus soll sich ein artenreicher Laub- und Mischwald entwickeln, der auch die Entstehung neuen Grundwassers begünstigt.

Die Forstexperten von Trinkwasserwald hatten die Pflanzaktion vorbereitet und die notwendigen Arbeitsgeräte mitgebracht. So konnten die rund 20 Lions, Angehörige und Freunde 200 junge Schlehen fachgerecht als Randbepflanzung in die Erde bringen. Schon in wenigen Jahren sollen die heimischen Sträucher dort als Bienenweide das Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten erweitern. Darüber hinaus legten die Pflanzhelfer in kleinen Teams Spaten und Hand an, um auf der Aufforstungsfläche im Wald an vorab ausgewählten Stellen 200 Esskastanien zu pflanzen. „Wir sind begeistert, wie fachgerecht und zügig und mit wieviel Spaß die Lions die Bäume in die Erde gebracht haben, freut sich Alexander Pillath, geschäftsführender Vorstand von Trinkwasserwald.

Esskastanien besonders kräftig gewachsen

Was es beim Einsetzen von Jungbäumen zu beachten gibt, das hatten die Lions-Pflanzhelfer bereits bei ihrer ersten Aktion im Frühjahr gelernt. Damals gaben die Forstexperten von Trinkwasserwald Anleitung und hilfreiche Tipps, wie man Bäumchen fachgerecht in die Erde setzt, damit sie gut anwachsen können. Und dass sich die Mühe lohnt, konnten die Lions-Pflanzhelfer anhand der im Frühjahr gepflanzten 300 Hainbuchen, Traubeneichen und Esskastanien sehen. Die Jungpflanzen sind gut angewachsen und haben an Höhe zugelegt.

Besonders kräftig gewachsen sind die Esskastanien. Diese vielen Norddeutschen bisher eher unbekannte Baumart wird hier zunehmend gepflanzt. „Die Esskastanie kommt mit hohen Temperaturen im Sommer zurecht und ist auch für starke Fröste im Winter gut gerüstet. Sie ist damit langfristig für unsere Wälder geeignet – also eine Antwort auf den Klimawandel“, erläutert Heiner Rupsch, Forstingenieur und 1. Vorsitzender von Trinkwasserwald e.V., „Eichelhäher sorgen später für die Verbreitung des Baumes.“

Heute etwas für die künftigen Generationen tun

CO2-Kompensation und Erhaltung der Artenvielfalt in Waldgebieten sind gute Gründe für das Pflanzen von Laubbäumen. Ein weiterer Grund: für zusätzliches sauberes Grundwasser sorgen und den Trinkwasserbedarf vieler Menschen dauerhaft kompensieren.

Die Idee für die gemeinsame ‚Hands-on‘-Aktion entstand während eines Vortrags von Trinkwasserwald e.V. über ökologische Zusammenhänge, die Umweltbildungsprojekte und die Trinkwasser-Pflanzaktionen des Vereins.

„Wir waren sofort begeistert und haben uns entschlossen, dass unser Lions-Club sich finanziell und in Zusammenarbeit mit dem Verein tatkräftig engagiert“, erzählt Tanja Königshagen, Past-Präsidentin im Lions Club Norderstedt NEO. Insgesamt „Es ist sehr bereichernd und ein tolles Gefühl, etwas für die nächsten Generationen zu tun: Durch die standortgerechte Pflanzung von Laubbäumen schaffen wir die Basis für zusätzliche Grundwasser- und Trinkwasserressourcen direkt vor der Haustür.“ Dieses Umweltengagement mit weiteren Baumpflanzaktionen wolle der Lions-Club in den kommenden Jahren fortführen. „Umso mehr freuen wir uns auch darüber, dass wir einen weiteren Unterstützer mit an Bord haben: die Gerd Godt-Grell Stiftung. Gemeinsam haben wir 4.500 Euro für Kauf und Hege der Jungpflanzen gespendet. Das ist großartig“, so die Lionsfrau.

Dazu Frank Schneider, ehrenamtlicher Vorstand der Gerd Godt-Grell Stiftung: „Schleswig-Holstein ist ein baumarmes Land. Im Rahmen unserer Stiftungszwecks ‚Förderung der Umwelt‘ wollen wir dazu beitragen, dies zu ändern. Ein wichtiger Punkt für uns ist die CO2-Kompensation. Über Baumpflanzungen wollen wir ausgleichen, was Grell Naturkost an CO2-Ausstoß verursacht.“ Die in Itzehoe ansässige Gerd Godt-Grell Stiftung ist die Haupteigentümerin des regionalen Bio-Großhandels. Die Gewinne aus dem Großhandel fließen nach eigenen Angaben zum überwiegenden Anteil an die Gerd Godt-Grell Stiftung. Hauptzweck der Stiftung ist die Förderung von Bildung in den Bereichen Umwelt und gesunde Ernährung. Daneben spielen auch Wissenschaft, Kultur und Denkmalschutz eine Rolle.

Kleiner Exkurs: das Prinzip des Trinkwasserwaldes

Gutes Trinkwasser entsteht in natürlichen Wäldern. Die standortgerechte Unterpflanzung mit Laubbäumen hat dabei gleich mehrere Vorteile: Sie verbessert das Klima und den Zustand des Waldes, begünstigt die heimische Artenvielfalt und vermehrt vor allem das jährlich verfügbare, qualitativ hochwertige Grundwasser erheblich und dauerhaft, solange der Wald besteht.

Das Prinzip Trinkwasserwald: Nadelbäume behalten ihre Nadeln ganzjährig. Im Winter bleibt viel Regenwasser an den Nadeln haften, verdunstet und gelangt somit nicht ins Grundwasser. Laubbäume werfen ihre Blätter im Herbst ab, wodurch der Regen ungehindert den Boden erreicht. Daraus ergibt sich eine deutlich höhere Grundwasser-Neubildung. In Kiefernwäldern wächst am Boden oft dichter Grasfilz. Auch hier bleibt Wasser haften und verdunstet. Schattige Laubwälder wiederum verhindern den Graswuchs. Die Grundwasser-Neubildung wird dadurch zusätzlich begünstigt. Daher besteht in Nadelwäldern Handlungsbedarf, wenn wir den Wald als wichtigen Wasser-„Lieferanten“ sinnvoll nutzen wollen.

Trinkwasserwald-Zugewinn: 800.000 Liter je Hektar bzw. 80 Liter pro Quadratmeter werden im Bundesmittel durch die Unterpflanzung mit Laubbäumen jedes Jahr zusätzlich generiert. Ein Mensch benötigt 3 Liter pro Tag. Das sind in einem Jahr etwa 1.000 Liter Trinkwasser. Mit jedem Hektar Trinkwasserwald-Zugewinn wird daher der lebenslange Trinkwasserbedarf für 800 Menschen gesichert (Quelle: Trinkwasserwald e.V.).

TRINKWASSERWALD E.V.
Unter dem Leitmotiv „Wald. Wasser. Werte“ fördert der Umweltschutzverein das Bewusstsein über das Leistungspotenzial der Natur, vor allem durch Erlebnisse in der Natur. Trinkwasserwald e.V. setzt sich deutschlandweit etwa für den standortgerechten Waldbau ein, um Biotope zu entwickeln, Artenvielfalt zu fördern und langfristig Trinkwasser als Lebensquelle zu sichern. Dafür wandelt der Verein gezielt ausgewählte Nadelwälder durch Pflanzungen in Laubwälder um. Weitere Information: www.trinkwasserwald.de.

Und ein Leitgedanke zum Klimaschutz, der allen Pflanzhelfern im Gedächtnis bleibt: „Wenn jeder Mensch weltweit einen Baum pflanzte, hätten wir deutlich weniger CO2-Probleme.“

(Katja Tiedek)


 

 

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