Sie sind hier: Startseite Hamburg Recht & Steuern
Weitere Artikel
Umwelthaftungsrisiken

Wo Unternehmen jetzt rasch handeln müssen

Bei einigen Rechtsänderungen im Umweltbereich bleibt den Unternehmen nur noch wenig Zeit zu reagieren. So gibt es für Entsorgungsfachbetriebe zum 1. Juni 2017 eine neue Pflichtversicherung.

Zahlreiche Rechtsänderungen im Umweltbereich stellen zurzeit die Topmanager und Umweltbeauftragten von Unternehmen vor neue Herausforderungen. Auf einige der Neuerungen müssen die Firmenverantwortlichen sehr kurzfristig reagieren. „Am 14. Januar wurde die Bundes-Immissionsschutzverordnung an 44 Stellen geändert – und den Unternehmen wird nur wenige Monate Zeit gegeben, um diese Änderungen zu befolgen“, sagt Martina Wunderlich, Umweltexpertin beim Versicherungsmakler Aon Risk Solutions in Deutschland.

Weitere Rechtsnormenänderungen betreffen das Abfall-, Chemikalien-/Gefahrstoff- und Störfallrecht. Dabei geht es teilweise um sehr grundlegende Fragen, die von den Unternehmen beantwortet werden müssen. Ein Beispiel: Brauchen sie nach der jetzt geänderten Bundes-Immissionsschutzverordnung eine Genehmigung, um die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens unverändert fortzusetzen? „Die Antwort darauf muss bis spätestens 14. April erfolgen“, so die Aon-Expertin Wunderlich. „Anlagen, die bereits in Betrieb sind und nun erstmalig genehmigungspflichtig sind, müssen bis dahin der zuständigen Behörde angezeigt werden. Wird diese Frist nicht eingehalten, ist ein Bußgeld fällig. Außerdem stellt der Betrieb einer genehmigungspflichtigen Anlage ohne Genehmigung einen Straftatbestand dar.“ Teuer könne auch die Antwort auf die Frage werden, ob ein Unternehmen im Sinne der neuen Abfallbeauftragtenverordnung jetzt einen Beauftragten bestellen muss. Hier muss bis spätestens 1. Juni gehandelt werden.

Europäisches Chemikalienrecht wird in Deutschland implementiert

Besonders betroffen von den Gesetzesänderungen seien Entsorgungsfachbetriebe. Für sie gibt es eine neue Pflichtversicherung. „Die Betriebe müssen jetzt sowohl eine Umwelthaftpflicht- als auch eine Umweltschadenversicherung abschließen“, sagt Martina Wunderlich. Auch dieser Verpflichtung müsse bis zum 1. Juni nachgekommen werden. Doch diese Frist sei sogar lang im Vergleich zu der im Bereich des Chemikalienrechts „Das europäische Chemikalienrecht wird jetzt in die deutsche Gefahrstoffverordnung implementiert. Deutsche Unternehmen müssen daher ihre Gefahrstoffverzeichnisse überprüfen – und zwar sofort.“ Die zahlreichen Änderungen im Umweltbereich erforderten jetzt von den Unternehmen kleinteilige, aufwendige Prüfungen ihrer Arbeitsabläufe.

(Redaktion)


 


 

deutsche Unternehmen
Aon
Umweltbereich
Chemikalienrecht
Deutschland
Gesetzesänderungen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "deutsche Unternehmen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: