HANSE GLOBE
Batteriebetriebene Transportfahrzeuge mit Umweltpreis ausgezeichnet
Hamburg. Die HHLA und Gottwald Port Technology haben für ihr Pilotprojekt „Null Emission“ den renommierten Nachhaltigkeitspreis HANSE GLOBE 2011 erhalten. Das Projekt ebnet den Weg zu umweltschonender Elektromobilität im Seehafen.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und die Demag Cranes AG, vertreten durch ihre Tochtergesellschaft Gottwald Port Technology GmbH (Gottwald), haben ihr Pilotprojekt „Null Emission“ erfolgreich abgeschlossen. Beide Unternehmen hatten seit Mai 2011 den Betrieb von zwei fahrerlosen, batteriebetriebenen Containertransportfahrzeugen (Batterie-AGVs) auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) getestet. Weltweit gibt es keine vergleichbaren, für so schwere Lasten ausgelegten Nutzfahrzeuge mit Batterieantrieb. Die so genannten Automated Guided Vehicles (AGVs) transportieren Container zwischen dem Seeschiff und dem Blocklager mit vollautomatischer Navigationstechnik.
Das im Herbst abgeschlossene Pilotprojekt „Null Emission“ war Bestandteil der Fördermaßnahme „Flottenversuch Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr“ des Bundesumweltministeriums. Mit dem Einsatz von Batterie-AGVs können Hafenbetreiber Abgase und Lärmemissionen weitgehend reduzieren, ohne dass dadurch Leistungseinbußen hingenommen werden müssen. Wegen seines Erfolgs gilt „Null Emission“ als ein Leuchtturmprojekt.
„Das ist ein großer Erfolg für Demag Cranes und für uns. Wir konnten die Batterie-AGVs nicht nur reibungslos in den Terminalbetrieb integrieren, sondern sind damit auch in der Lage, unser Engagement für Klimaschutz im Hafen weiter zu verstärken, indem wir Emissionen reduzieren“, sagte Dr. Stefan Behn, HHLA-Vorstand für das Segment Container. Aloysius Rauen, Vorstandsvorsitzender der Demag Cranes AG, unterstrich: „Wir haben den Ansatz, über trendsetzende Innovationen und nachhaltige Produkte die Wettbewerbssituation unserer Kunden zu verbessern, fest in unserer Strategie verankert. Ich freue mich sehr über den gemeinsamen Erfolg mit der HHLA.“
Die Batterie-AGVs werden rund um die Uhr von einer zirka elf Tonnen schweren Batterie angetrieben, die eine Energie von 335 Kilowattstunden hat. In einer automatischen Batteriewechselstation wird die Batterie innerhalb von nur etwa fünf Minuten ausgewechselt. Die leeren Batterien werden im Hochregallager an das Ladesystem automatisch angekoppelt und mit Strom aus erneuerbaren Energien aufgeladen. Mit einer vollen Batterie kann ein AGV, abhängig von den Betriebsbedingungen, durchschnittlich etwa 17 Stunden eingesetzt werden. „In unserem Feldversuch haben wir sogar festgestellt, dass die Fahrzeuge durch zusätzliche Optimierungen etwa ein Viertel weniger Strom verbrauchen als ursprünglich veranschlagt“, sagte CTA-Projektleiter Boris Wulff.
Dr. Mathias Dobner, Direktor Forschung und Entwicklung bei Demag Cranes, betonte: „Eine große Herausforderung des Pilotprojekts „Null Emission“ war es, die Batterie-AGVs reibungslos in den Containerumschlag auf dem CTA zu integrieren. Dazu haben wir sechs Softwaresysteme, die den automatisierten Betrieb und die AGVs auf dem CTA steuern, angepasst bzw. neu implementiert.“
„Der insgesamt sehr geringe Energieverbrauch und die damit verbundene lange Einsatzzeit des Batterie-AGVs ergibt sich durch den mehr als doppelt so hohen Wirkungsgrad des batterie-elektrischen Antriebsstrangs im Vergleich zum diesel-elektrischen Antriebsstrang“, ergänzte Gottwald Projektleiter Dr. Armin Wieschemann.
„Durch den Einsatz von Batterie-AGVs ist der CTA der erste Terminal weltweit, der den Containerumschlag vom Schiff in das Lager und umgekehrt ohne CO2-Emissonen durchführen kann“, sagte CTA-Geschäftsführer Ingo Witte. Bis zum April wollen die HHLA und Demag Cranes nun auch den Betrieb der Gottwald Batterie-AGVs im Winter testen. Sollte auch dieser Test erfolgreich verlaufen, wird die HHLA in den kommenden Jahren bei der Anschaffung neuer Containertransportfahrzeuge in Batterie-AGVs investieren. Insgesamt sind auf dem CTA 84 AGVs Einsatz, darunter 29 diesel-elektrische und zwei neue batterie-elektrische AGVs.
Für die HHLA als Technologieführer im Hafenumschlag gehört die Erforschung neuer, öko-effizienter Antriebe zum nachhaltigen Geschäftsmodell. Ihr Terminal CTA ist weltweit nicht nur die am weitesten automatisierte, sondern auch die am stärksten elektrifizierte Anlage. Diese Kombination bringt erhebliche Vorteile für die Umwelt, denn der Energiebedarf von mehr als 50 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom wird seit 2010 vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Dieser CO2-frei erzeugte Strom senkt die CO2-Bilanz des gesamten Terminals um circa 60 Prozent.
(ots / HHLA)
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