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Unesco-Welterbe

Hamburger Speicherstadt und Kontorhausviertel als Weltkulturerbe ausgezeichnet

Hamburg darf sich über eine besondere Ehrung freuen: Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel mit dem Chilehaus sind in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen worden. Für die Hansestadt handelt es sich um das erste Weltkulturerbe, in Deutschland ist es bereits die 40. Stätte.

Das Welterbekomitee traf während seiner 39. Sitzung in Bonn am 5. Juli 2015 die Entscheidung über 36 Nominierungen für die Unesco-Welterbeliste. Für Hamburg fiel die Entscheidung positiv aus: Seit vielen Jahren stand das Chilehaus bereits auf der deutschen Vorschlagsliste für das Unesco-Weltkulturerbe. Zusammen mit dem Kontorhausviertel und der Speicherstadt wurde das ikonische Bürogebäude nun in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen. Mit seiner Entscheidung würdigt das Welterbekomitee den außergewöhnlichen universellen Wert dieses innerstädtischen Ensembles.

Lange Bewerbung um den Titel des Unesco-Weltkulturerbes

Mit der Entscheidung des Welterbekomitees der Unesco ist ein langjähriger Entscheidungsprozess abgeschlossen. 1999 war zuerst das Chilehaus auf die Vorschlagsliste Deutschlands zur Aufnahme in die Unesco-Liste aufgenommen, 2007 die Bewerbung um Speicherstadt und Kontorhausviertel erweitert worden. Nach dreieinhalb Jahren intensiver Vorbereitung durch das Hamburger Denkmalschutzamt reichte die Bundesregierung 2014 den Antrag auf Aufnahme der „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ in die Unesco-Welterbeliste in Paris ein. Darauf folgte eine umfangreiche Evaluierung und Begutachtung der Antragsunterlagen und der Bewerberstätte durch ICOMOS International. Für Hamburg bedeutet der erste Unesco-Welterbetitel große Chancen, die Stadt auch kulturell international noch bekannter zu machen.

Weltkulturerbe und Unesco-Weltnaturerbe

Mit der Auszeichnung hat Hamburg nun zwei Unesco-Titel. Denn der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ist seit 2011 Unesco-Weltnaturerbe.

Die Speicherstadt

Rote Backsteingebäude, neogotische Architektur, sechs Fleete (Kanäle) und zahlreiche Brücken prägen das Bild der Hamburger Speicherstadt. Der Lagerhauskomplex wurde zwischen 1885 und 1927 in drei Bauabschnitten errichtet. Die Gründung erfolgte auf Eichenpfählen (Pfahlgründung). Der Komplex gilt bis heute als das größte zusammenhängende, in einheitlichem Stil errichtete Speicherensemble der Welt.

Mit dem Bau der Speicherstadt kam ein urbaner Veränderungsprozess in Gang. Aus gemischten Wohn- und Arbeitsvierteln entwickelte sich die Innenstadt mit Dienstleistungsquartieren wie dem Kontorhausviertel, das in den 1920er- und 1930er-Jahren entstand.

Wo früher Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Teppiche aus aller Welt gelagert wurden, finden sich heute Gastronomie, Museen und etwa Dienstleistungsunternehmen. Nachdem in den 1980er-Jahren Gedanken der anderweitigen Nutzung oder gar Abriss aufkamen und es Protest in der Bevölkerung gab, wurde der Lagerhauskomplex 1991 unter Denkmalschutz gestellt.

Das Chilehaus

Das nach Plänen von Fritz Höger und im Auftrag des Kaufmannes Henry B. Sloman zwischen 1922 und 1924 erbaute Chilehaus wurde als für die Hansestadt typisches Kontorhaus am 1. April 1924 eröffnet. Das Gebäude gilt „Ikone als Expressionismus“ in der Architektur. Grund sind unter anderem die charakteristische Klinker-Fassade und die markante, gen Osten ausgerichtete Spitze in Form eines Schiffsbugs. Seit 1993 gehört das zehngeschossige Büro- und Geschäftsgebäude zum Portfolio des Offenen Immobilienfonds UniImmo: Deutschland.

Weitere Nominierungen

Die deutsche, hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut wurde nicht in die Welterbeliste aufgenommen. Ebenso wenig haben die grenzüberschreitend eingereichten Denkmäler und Stätten der Wikinger in Danewerk (Dänemark) und Haithabu (Schleswig-Holstein) die Ehrung erhalten. Der Naumburger Dom darf jedoch die Bewerbung noch einmal nachbessern und eine zweite Chance nutzen.

Von den nominierten Stätten zur Aufnahme in die Welterbeliste (5 Naturerbestätten, 30 Kulturerbestätten und eine gemischte Natur- und Kulturerbe-Stätte) kamen unter anderen auf die Liste: die Weinberge, Weinhäuser und -keller der Champagne in Frankreich, der Botanische Garten von Singapur. Auch zwei Stätten im Iran: die Stadt Susa mit jahrtausendealter Siedlungsgeschichte und die historische Kulturlandschaft Maymand mit Höhlenhäusern.

(Redaktion)


 


 

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