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Unesco-Welterbe

Welterbe-Titelträger treffen sich in Hamburg

Unesco-Welterbestätten Deutschland e.V. und die Deutsche Unesco-Kommission tagen bis zum 17. Mai 2017 in Hamburg. Das Motto lautet „Visionen, Werte und Reformen“.

Vertreter der 41 deutschen Unesco-Welterbestätten kommen drei Tage lang in Hamburg zusammen. Durch den Austausch erhoffen sich die Veranstalter und die rund 120 Teilnehmer neue Impulse und Inspirationen für die Zukunft, um den außergewöhnlichem universellen Wert der Unesco-Welterbestätten sichtbar zu machen.

Die Fragestellung der Tagung lautet: „Wie gelingt deren Erhalt, Vermittlung und Inwertsetzung?“ Zudem will die Tagung eine Brücke zum Thema 500 Jahre Reformation schlagen.

Das Rahmenprogramm des Treffens stellt das Hamburger Unesco-Weltkulterbe Speicherstadt mit Kontorhausviertel und Chilehaus in den Vordergrund.

Weltoffenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt

„Das Welterbe ist eine wichtige Orientierungsmarke. Denn was uns als unbedingt bewahrenswert gilt, sagt viel darüber aus, wie wir uns und unsere Gegenwart sehen und wo wir morgen stehen wollen”, so Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. „Das Motto der Welterbe-Tagung 2017 lässt sich an der HafenCity wie an Speicherstadt und Kontorhausviertel durchbuchstabieren. Beide stehen auf ihre Weise für Weltoffenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt. Eine solche Tradition verpflichtet – unter anderem zu einem pfleglichen und relevanten Umgang mit dem Unesco-Welterbe.“

„Unsere Jahrestagung bietet eine hervorragende Plattform für den Austausch zwischen Vertretern der Welterbestätten, Experten aus Politik, Bildung, Denkmalpflege, Kultur und Tourismus sowie Beteiligten von kommunaler, regionaler und Landesebene“, erläutert Claudia Schwarz, Vorsitzende des Unesco-Welterbestätten Deutschland e.V. die Bedeutung der Veranstaltung.

Bedeutung für den Tourismus

Hochkarätige Referenten beleuchten auch die Bedeutung der Kultur- und Naturerbestätten für einen qualitativ hochwertigen Tourismus. Hamburgs Weltkulturerbe verbindet die historische Innenstadt und neue HafenCity. Neben den architektonischen Highlights mache das „Hamburg Dungeon“, das Speicherstadtmuseum oder die weltweit größte Miniatureisenbahn im „Miniaturwunderland“ den Komplex zu einem der touristischen Hotspots in Hamburg, heißt es.

„Hamburg profitiert von der internationalen Wahrnehmung des Unesco-Siegels, denn es macht Hamburg als eine moderne Stadt der Kontraste sichtbar. Scheinbare Widersprüche insbesondere in der Architektur von Speicherstadt und Hafencity bieten interessante Spannungsbögen für unverwechselbare Geschichten”, so Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH. Gerade die vielfältige Nutzung durch Werbeagenturen, Theater, Mode-Showrooms oder gastronomischer Angebote zeige die lebendige Tradition Hamburgs.

Hamburger Weltkulturerbe und Weltnaturerbe

Hamburg schmückt sich bisher mit zwei Unesco-Titeln: Das innerstädtische Ensemble aus Chilehaus mit dem Kontorhausviertel und der Speicherstadt wurde 2015 als Unesco-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Und der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ist seit 2011 Unesco-Weltnaturerbe.

Nun hofft die Hansestadt auf eine weitere Unesco-Auszeichnung: 2016 hat Hamburg für den Jüdischen Friedhof Hamburg-Altona die Eintragung in die Welterbeliste beantragt. Auf der Sitzung des Unesco-Welterbekomitees Mitte 2018 soll die Entscheidung fallen, ob der denkmalgeschützte Friedhof in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen wird. Der Jüdische Friedhof Hamburg-Altona ist einer der ältesten portugiesisch-sephardischen Friedhöfe der Welt und gilt als weltweit wichtiges kulturelles Zeugnis sephardischer Geschichte.

Die Welterbekonvention der Unesco

Es sind die herausragenden Zeugnisse der Geschichte der Menschheit und der Natur – Baudenkmäler, Städteensembles, aber auch Industriedenkmäler und außergewöhnliche Naturlandschaften –, die das Welterbekomitee der Unesco als Welterbe auszeichnet und somit unter besonderen, internationalen Schutz stellt.

1972 wurde von der Generalkonferenz der Unesco das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Es legt den Schutz eines Kultur- oder Naturgutes, das einen „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzt, in die Obhut der gesamten Menschheit. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichtet sich jedes Land, die innerhalb seiner Landesgrenzen gelegenen Denkmäler zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Als Gegenleistung erhalten die Mitgliedstaaten der Unesco Fachberatung zur Erhaltung ihrer Denkmäler, Staaten, die nur über begrenzte Mittel verfügen, auch finanzielle Hilfen. Es ist das Ziel der Konvention, die Zusammenarbeit zwischen allen Menschen und Völkern und den Schutz des Natur- und Kulturerbes zu fördern und zu intensivieren. Auch nachhaltiges Reisen kann einen Beitrag zum Erhalt von Welterbestätten leisten.

(Redaktion)


 


 

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