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Unesco-Weltkulturerbe

Außenminister Steinmeier überreicht in Hamburg Unesco-Welterbe-Urkunde

Die Hansestadt Hamburg hat am 27. Juni 2016 die Urkunde für ihren ersten Weltkulturerbe-Titel erhalten. In einem Festakt übergab Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier in der ehemaligen Kaffeebörse der Speicherstadt die Urkunde an Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz.

Vor gut einem Jahr, am 5. Juli 2015, hatte das Unesco-Welterbekomitee die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Mit der Unesco-Welterbe-Urkunde wurde Hamburg diese Auszeichnung nun offiziell bescheinigt.

„Ich gratuliere Hamburg und Olaf Scholz zum Welterbe-Titel. Die Speicherstadt und das Kontorhausviertel dokumentieren auf einzigartige Weise den Aufstieg Hamburgs zu einem der größten und bedeutendsten Seehäfen weltweit“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Zugleich symbolisierten sie kulturelle und gesellschaftliche Identität. Welterbe gebe Menschen Halt und Orientierung. Das gelte für Hamburgs Welterbestätten – und das gelte für bedrohte Welterbestätten wie Palmyra in Syrien. Deshalb setze sich die Auswärtige Kulturpolitik weltweit für den Schutz von kulturellem Erbe ein. „Umso mehr freut es mich, dass die Verleihung des Welterbetitels an Hamburg unter dem deutschen Vorsitz im Welterbe-Komitee der Unesco gelungen ist“, so Steinmeier.

Das Welterbekomitee der Unesco hatte im Juli 2015 auf seiner 39. Sitzung in Bonn dem Hamburger Antrag auf Aufnahme der Speicherstadt und des Kontorhausviertels mit Chilehaus in die Unesco-Welterbeliste zugestimmt und damit den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte anerkannt. Nach der Begründung des Komitees sind Speicherstadt und Kontorhausviertel „ein hervorragendes Beispiel“ von Gebäuden und Ensembles, „die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheitsgeschichte versinnbildlichen.“

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sprach von einer großen Ehre für Hamburg: „Wir sind uns der Verantwortung für den Erhalt dieses außergewöhnlichen Kulturerbes bewusst. Unsere Erwartungen an die Außenwirkung dieser hohen Auszeichnung wurden bisher weit übertroffen. Schon jetzt wird die lange Tradition Hamburgs als Hafenstadt mit der Ernennung zum Welterbe weltweit stärker wahrgenommen. Ich danke allen, die in jahrelanger Arbeit zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Die Hamburger Bewerbung hat die Speicherstadt als seinerzeit modernstes Logistikzentrum und noch heute als größtes zusammenhängendes, einheitlich geprägtes Speicherensemble der Welt herausgestellt. Das Kontorhausviertel überzeugte damit, dass es weltweit Maßstäbe für die Entwicklung der Bürohausarchitektur gesetzt hatte. Als herausragend wurde schließlich auch die unmittelbare Verbindung von Speicherstadt und Kontorhausviertel anerkannt, die untrennbare Seiten eines lebendigen Hafens zusammenbringt und beispielhaft für konsequente moderne Citybildung steht.

Der Entscheidung war ein langjähriger Prozess vorausgegangen: 1999 ist zuerst das Chilehaus auf die Vorschlagsliste Deutschlands zur Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste gesetzt worden, 2007 wurde die Bewerbung um Speicherstadt und Kontorhausviertel erweitert. Im Februar 2014 wurde der Antrag auf Anerkennung des Weltkulturerbes in Paris eingereicht. In der Folge haben Gutachter die Antragsunterlagen umfangreich evaluiert und die Bewerberstätte geprüft. Die Unesco-Welterbe-Urkunde besiegelt nun offiziell den Erfolg dieser Bemühungen.

Mit der Verleihung des Titels ist ein globaler Bildungsauftrag der Unesco verbunden: Am 1. Juli 2016 wird der neue Welterbe-Koordinator seine Tätigkeit in Hamburg aufnehmen. Er setzt unter anderem die Planungen für ein Welterbe-Informationszentrum fort.

Außer dem Standort „Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus“ hat Hamburg zwei weitere Welterbe-Kandidaten. Der Jüdische Friedhof Altona steht für eine Nominierung im Jahr 2017 auf der deutschen Tentativliste. Der Antrag ist derzeit in Arbeit. Bei der nächsten Fortschreibung der Tentativliste will Hamburg auch die Hamburger Sternwarte in Bergedorf nochmals zur Aufnahme auf diese Liste anmelden.

(Redaktion)


 


 

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