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Universität Hamburg

Bachelorarbeit: Was Fossilien in Böden von Hamburger Einkaufszentren aussagen

Die Hamburger Studentin Samantha Brose untersucht für ihre Bachelorarbeit den fossilienreichen Treuchtlinger Marmor im City-Center Bergedorf und im Rahlstedt Center. Wissenschaftler an der Universität Hamburg erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über die Erdgeschichte.

Das Urmeer unter den Füßen und kaum einem der vielen Menschen, die darüber laufen, ist es bewusst: Im Bodenbelag mancher Hamburger Einkaufszentren wimmelt es von versteinerten Schwämmen und Schnecken, Muscheln und Tintenfischen. Das ist zum Beispiel im City-Center Bergedorf und im Rahlstedt Center der Fall. Bei dem dort verarbeiteten Treuchtlinger Marmor handelt es sich um einen etwa 150 Millionen Jahre alten Kalkstein aus der Jurazeit. Er spiegelt ein altes Stück Erdgeschichte wider.

Pilotprojekt mit ungewöhnlichem Forschungsansatz

Die Studentin der Geologie und Paläontologie Samantha Brose untersucht deshalb in ihrer Bachelorarbeit den Bodenbelag in den Einkaufzentren von Bergedorf und Rahlstedt. Ein Projekt für die Europassage ist in Planung. „Die Untersuchung des Treuchtlinger Marmors anhand von Bodenplatten ist ein neuer Ansatz in unserer Forschung“, erklärt Dr. Ulrich Kotthoff, Leiter des Geologisch-Paläontologisches Museums im Centrum für Naturkunde (CeNak) in einer Presseinformation. „Dieses Vorgehen erlaubt wahrscheinlich sogar eine genauere Analyse des marinen Ökosystems als ein Forschungsprojekt in den entsprechenden Steinbrüchen, da in diesen immer nur wenig Material gleichzeitig zugänglich ist."

In einem gemeinsamen Projekt des Instituts für Geologie und des Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg sollen diese Meerestiere und die von ihnen gebildeten vergangenen Ökosysteme nun paläontologisch untersucht werden. Diese Analysen seien auch für die Klimaforschung von Bedeutung, da während der Jurazeit die globalen Temperaturen und somit auch der Meeresspiegel viel höher waren als heute, so die Wissenschaftler. Samantha Brose ermittelt nun, wie häufig bestimmte Tierarten im Vergleich zu anderen aufgetreten und wie alt die Tiere geworden sind. So wird eine umfassende Ökosystemrekonstruktion möglich.

„An diesem Projekt gefällt mir besonders die Mischung aus wissenschaftlicher und öffentlicher Arbeit mit dem direkten Bezug in unseren Alltag. Mich motiviert, durch dieses Pilotprojekt eigene Methoden entwickeln zu können sowie abseits des Unigeländes praktisch zu arbeiten“, erklärt Brose.

Bodenbelag als naturbelassenes Untersuchungsfeld

Untersuchungen in den Abbaugebieten des Gesteins sind problematisch, da die entsprechenden Steinbrüche schwer zugänglich sind. Auch Sammlungsmaterial bietet sich nicht für statistische Untersuchungen an, da meist unter bestimmten Kriterien gesammelt worden, zum Beispiel nach bestimmten Arten oder der Größe der Individuen, erklärt die Universität Hamburg. Anders sei die Situation bei den in vielen Hamburger Gebäuden ausgelegten Bodenplatten: „Sie sind nicht unter Berücksichtigung der Schönheit einzelner Fossilien ausgewählt worden, sondern bilden den Ist-Zustand der Natur zur damaligen Zeit ab. Somit erlauben sie einen unvoreingenommenen Überblick über die jurazeitliche Tierwelt.“

(Redaktion)


 


 

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Treuchtlinger Marmor
Erdgeschichte
Urmeer
Geologisch-Paläontologisches Museums im Centrum für Naturkunde

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