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Unternehmensgründung in Hamburg

Studie: Worauf setzen Startups, um sich erfolgreich im Markt zu positionieren?

Die ersten Jahre der Selbstständigkeit entscheiden über die Fortentwicklung des Unternehmens. Warum Startups scheitern und welche Faktoren zur erfolgreichen Unternehmensgründung führen, ist der Gegenstand einer Studie der Hamburger ExistenzgründungsInitiative (H.E.I.) und der Visbal Unternehmensentwicklung.

Für die Studie berichteten 662 Hamburger Unternehmen im Dezember 2013 und Januar 2014, welchen Herausforderungen sie in den ersten fünf Jahren der Unternehmensgründung begegneten. Für die Initiatoren der Studie gab es nach eigenen Angaben überraschende Ergebnisse: So stehen Studienabsolventen schlechter da als Gründer mit einem geringeren Abschluss. Und: Je älter die Gründer, desto problemloser gedeiht das eigene Unternehmen.

Von Risikobereitschaft bis Selbstmotivation

Startups stehen für innovative Geschäftsideen und Konzepte, die sie auf den Markt bringen. Laut der Studie sorgen sie zudem für neue Arbeitsplätze und stärken damit die Hamburger Wirtschaft. Die befragten Jungunternehmen, Freiberufler/innen, Einzelunternehmer/innen (Rechtsform Einzelunternehmer) und eingetragene Kaufleute schufen demnach durchschnittlich vier Arbeitsplätze. Aber was ist das Erfolgsrezept dieser Unternehmen oder Unternehmer? „Eine erfolgreiche Gründung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass der Gründer in der Lage ist, zu reflektieren, zu fokussieren und sich gut zu strukturieren. Wichtig ist auch, dass er eine mittlere Risikobereitschaft mitbringt, zu riskantes oder zu vorsichtiges Agieren ist von Nachteil“, erklärt Thorsten Visbal, Inhaber der gleichnamigen Gründungsberatung. Das decke sich mit der Selbsteinschätzung der befragten Unternehmer, die angaben, dass vor allem Selbstmotivation (99 Prozent der Befragten) und organisatorische Fähigkeiten (98 Prozent) zum dauerhaften Erfolg der Unternehmensgründung (Unternehmensgründung Rechtsform) beitrügen. Ferner zählten die richtige Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen und eine gute Kundenbindung (beide 97 Prozent) zu den Erfolgsfaktoren.

Was bringt Startups in Schwierigkeiten?

65 Prozent der befragten Kleinbetriebe setzten sich im Laufe der ersten fünf Jahre nach eigener Aussage mit Schwierigkeiten auseinander. Nach eigener Einschätzung hätten sie in den ersten Jahren vor allem Probleme durch Auftrags-/Nachfragerückgang (73 Prozent), unzureichende Liquidität (54 Prozent), starke Konkurrenz (54 Prozent), Fehler in der Planung (43 Prozent) und Fehleinschätzung der eigenen Stärken und Schwächen (39 Prozent). „Durch die niedrigen Eintrittsbarrieren für kleine Unternehmen und den leichten Übergang von einer Angestelltentätigkeit hin zur Existenzgründung werden die vielseitigen Anforderungen an einer Selbstständigkeit oftmals unterschätzt“, erläutert Visbal.

Hoher Bildungsabschluss ist kein Garant für eine erfolgreiche Gründung

Ein Studium sei kein Erfolgsgarant für das eigene Unternehmen. Die Umfrage zeige vielmehr, dass das Gegenteil der Fall sein könne. Hochschulabsolventen zwischen 30 und 50 Jahren hatten im Vergleich zu Gründern mit einer betrieblichen Ausbildung, Fachoberschulabschluss oder auch Hauptschulabschluss signifikant größere Schwierigkeiten in den ersten Jahren der Unternehmensgründung. Zurückzuführen sei das auf die Tatsache, dass es sich bei den 30- bis 40-Jährigen oftmals um frischgebackene Studienabsolventen ohne Berufserfahrung und ohne breit aufgestelltes Netzwerk handelt, heißt es.

Gründerinnen haben den längeren Atem

Frauen sind rund um die Unternehmensgründung beharrlicher. Laut Umfrage klagen sie zwar über größere Schwierigkeiten, Visbal weiß aber:„Gründerinnen sind im Vergleich zu ihren männlichen Mitstreitern langfristig gesehen stabiler und länger am Markt. Frauen schätzen ihre Fähigkeiten und Voraussetzungen oftmals geringer ein. Dadurch sind sie selbstkritischer und gründen vorsichtiger.“
Das Alter zahlt sich positiv aus

Jenseits der 50 am erfolgreichsten – Gründer, die über dieser Altersgrenze liegen, haben der Studie zufolge weniger Schwierigkeiten als jüngere Unternehmer. Neben dem vorhandenen Netzwerk verfügten Gründer in diesem Alter auch häufig ein finanzielles Polster, das durch unternehmerische Notlagen trage. „Unterschätzt wird auch, dass Familie ein wichtiger Faktor ist, der einen Gründer in schwierigen Zeiten stützt. Dazu kommt, dass der eigene Nachwuchs dann schon alt genug und relativ selbstständig ist – auch ein Stressfaktor, den ein junger Gründer eventuell eher trifft“, sagt Visbal, der von 1999 bis heute etwa 800 Gründungen und kleine Unternehmen begleitete.

Gründungen und Insolvenzen in der Hansestadt Hamburg

Im Jahr 2012 waren 128.397 Hamburger selbstständig, das entspricht einer Selbstständigen-Quote von 11,1 Prozent (Statista 2012). In dem Jahr konnte gleichzeitig ein Rücklauf von Gewerbeanmeldungen beobachtet werden: Bei den Hamburger Gewerbeämtern gingen nur 22.618 Gewerbeanmeldungen ein. Das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr. In 2013 stiegen die Gewerbeanmeldungen wieder um ein Prozent an auf 22.743 Gewerbeanmeldungen. Gleichzeitig ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gestiegen: Im Jahr 2012 wurden in Hamburg 781 Anträge auf Unternehmensinsolvenz registriert, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr (Statistikamt Nord). In den ersten sechs Monaten 2013 sind in Hamburg 468 Anträge auf Unternehmensinsolvenz registriert worden. Das sind 68 Anträge oder 17 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2012, so das Statistikamt Nord.

(Redaktion)


 


 

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