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Unternehmensinsolvenz

Insolvenz bei Überschuldung lässt sich vermeiden

Für Kapitalgesellschafter ist die Überschuldung einer der möglichen Gründe für einen Insolvenzantrag. Es gibt jedoch Möglichkeiten, diese bilanzielle Situation zu beseitigen und die Pleite zu vermeiden.

Eine bilanzielle Überschuldung entsteht häufig, wenn das Eigenkapital der Gesellschaft durch angehäufte Verluste aufgezehrt ist und die Schulden höher sind als das Vermögen der Gesellschaft. In diesem Fall besteht für Kapitalgesellschaften die Pflicht einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Pflicht kann die Gesellschaft jedoch durch eine der folgenden Maßnahmen abwenden:

Fortführungsprognose
Die Gesellschaft kann diese Situation zum Beispiel durch eine positive Fortführungsprognose beheben. Darin stellt das überschuldete Unternehmen dar, dass es in der Lage ist, die Überschuldungssituation zu überwinden und zumindest auf mittlere Sicht wieder eine ausreichende Finanzkraft zur Fortführung des Unternehmens zu entwickeln.

Forderungsverzicht
Beim Forderungsverzicht erklären Gläubiger des Unternehmens den endgültigen oder vorübergehenden Verzicht auf ihre Forderung. Sehr häufig knüpfen die Gläubiger die Erklärung an einen Besserungsschein. Dabei verbinden sie den einseitigen Verzicht mit der auflösenden Bedingung, dass der Forderungsausgleich aus zukünftigen Gewinnen erfolgt, wenn sich die wirtschaftliche Lage der Kapitalgesellschaft verbessert hat.

Qualifizierter Rangrücktritt
Beim Rangrücktritt erklärt der Gläubiger, dass er mit seiner Forderung erst nach Ausgleich aller übrigen Schulden der Gesellschaft berücksichtigt werden will. Außerdem wird die Forderung während der Krise frühestens zusammen mit Einlagen-Rückzahlungen der Gesellschafter befriedigt.

Patronatserklärung
In diesem Fall erklärt eine dritte Partei zu Gunsten aller Gläubiger der Gesellschaft, sämtliche Ansprüche gegen die Schuldnerin zu befriedigen. Diese Erklärung verwenden verbundene Unternehmen häufig zugunsten ihrer Tochtergesellschaften.

Schuldübernahme
Bei der befreienden Schuldübernahme tritt eine dritte Partei verbindlich in die Position des Schuldners ein und übernimmt die entsprechenden Zahlungspflichten gegenüber dem begünstigten Gläubiger.

Gläubigerbeteiligung (Dept-Equity-Swap)
Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG ) besteht seit dem 1. Januar 2013 die Möglichkeit, Forderungen in Anteils- oder Mitgliedschaftsrechte der überschuldeten Gesellschaft umzuwandeln. Bei diesem besonderen Fall des Forderungsverzichtes wird die Verbindlichkeit in eine nominelle Kapitalerhöhung gewandelt.

Die vorgestellten Sanierungsoptionen haben unterschiedliche bilanzielle und steuerliche Folgen für Schuldner und Gläubiger. Diese Details und die schriftlichen Vereinbarung dieser Regelungen sollten vorab in jedem Fall mit den steuerlichen und juristischen Beratern geklärt werden.

(Redaktion)


 


 

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