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Unternehmensnachfolge

Finanzielle Förderung, um demografischem Wandel in Hamburgs Wirtschaft zu trotzen

Hilfe wenn ein Nachfolger fehlt – das Förderprogramm „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ wurde vor einem Jahr ins Leben gerufen und hat sich erfolgreich etabliert.

Das Angebot der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) und der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG) soll gezielt Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen in Hamburg unterstützen. Die Bilanz nach zwölf Monaten: Bisher wurden mehr als 160 Vorhaben mit einem Kreditvolumen von insgesamt rund 13 Millionen Euro in Hamburg begleitet. Damit wurde ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro ausgelöst, mit dem mehr als 400 Arbeitsplätze erhalten und etwa 200 Arbeitsplätze geschaffen bzw. geplant werden. Das teilten die beteiligten Kooperationspartner mit.

Hamburgers Wirtschaftssenator Frank Horch zeigte sich von dem Programm und seinem Nutzen für Hamburg überzeugt. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung kommt besonders dem Erfolg von Unternehmensnachfolgen eine wachsende Bedeutung zu. Nur so können wir sicherstellen, dass Tradition und Know-how für den Standort erhalten bleiben“, sagte er bei seinem Besuch in der „Kleinen Konditorei“ am 24. August 2015. Schätzungen gehen davon aus, dass in Hamburg in den nächsten zehn Jahren bei etwa 3.350 Unternehmen die Nachfolge noch ungeregelt ist. Das entspricht einem Gesamtumsatz von circa 16,6 Milliarden Euro, etwa 86.000 Mitarbeiter wären betroffen (Quelle: HWB Unternehmerberatung 2014: Herausforderung Unternehmensnachfolge im Wirtschaftsraum Hamburg und Schleswig-Holstein). Dieser Trend wird durch die jüngsten Untersuchungen der bundesweit tätigen KfW untermauert: Mehr als 1,3 Millionen Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland sind bereits 55 Jahre oder älter. Zu wenige Jungunternehmer rücken nach.

Die gut nachgefragte Förderung der Partner IFB Hamburg und BG setzt hier an, wie beim heutigen Betriebsbesuch am Langenfelder Damm deutlich wurde: Das Ehepaar Lehfeldt übernahm zum Jahresanfang die Kult-Bäckerei „die Kleine Konditorei“ samt vier Filialen und Produktionsstätte in Stellingen. Die etwa 100 Beschäftigten, von denen etwa ein Drittel in der Produktion und zwei Drittel im Verkauf tätig sind, haben die Lehfeldts komplett übernommen. Jöran Lehfeldt war vor der Übernahme bereits langjähriger Mitarbeiter in dem Unternehmen.

Über seinen Schritt sagt der Konditormeister: „Die Übernahme verlief dank des guten Verhältnisses zu meinem Vorgänger und dank der Förderung durch die IFB Hamburg absolut unkompliziert.“ Die BG unterstützte das Vorhaben in Form einer Ausfallbürgschaft zur nötigen Absicherung des Kredits.

„Hamburg darf den demografischen Trend in der Wirtschaft nicht unterschätzen. Wir streben an, dass aussichtsreiche Vorhaben in unserer Stadt die beste Förderung erhalten und tun alles, damit es nicht am Finanzierungsbedarf scheitert. Denn die Finanzierbarkeit von Unternehmensnachfolgen stärkt den Standort und sichert Arbeitsplätze“, so Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg. Jörg Finnern, Geschäftsführer der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg, weist ferner darauf hin, „dass es darum geht, das Rückgrat der Hamburger Wirtschaft weiter zu stärken. Durch die gemeinschaftliche Konzentration der finanziellen Förderungen für die Hamburger KMU erhöht sich die Effizienz und Effektivität der Mittelstandsförderung in Hamburg deutlich. Die Finanzierung eines sinnvollen Geschäftsvorhabens darf nicht an mangelnden Sicherheiten scheitern.“

Der „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ beinhaltet zinsgünstige Darlehen bis zu 500.000 Euro mit einer Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren, die von der IFB Hamburg bereitgestellt werden. Zur Absicherung dient eine Bürgschaft der BG für bis zu 80 Prozent der Darlehenssumme. Durch eine Zinssubvention der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation werden die Darlehenskonditionen zusätzlich verbessert. Die Kredite werden über die jeweilige Hausbank beantragt. Die Kreditobergrenze je Kreditnehmer liegt bei insgesamt 1 Million Euro innerhalb der ersten fünf Jahre nach Gründung.

(Redaktion)


 


 

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