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Verdienststruktur

Mindestlohn betrifft 4 Millionen Jobs

Mit der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 fielen 4 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, 10,7 Prozent aller Jobs, unter den Schutz des Mindestlohngesetzes – die meisten davon im Einzelhandel und in der Gastronomie mit jeweils rund 0,5 Millionen.

Laut Statistischem Bundesamt gab es im April 2014, relativ kurz vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes, in Deutschland 5,5 Millionen Jobs, die geringer bezahlt wurden als der neue Mindestlohn von brutto 8,50 Euro je Arbeitsstunde. Davon seien 4,0 Millionen Jobs – 10,7 Prozent aller Jobs – zum 1. Januar 2015 unter den Schutz des Mindestlohngesetzes gekommen. Für die restlichen 1,5 Millionen sehe das Gesetz Ausnahmen vor (vor allem Auszubildende, Praktikanten und Personen jünger als 18 Jahre).

Der gesetzliche Mindestlohn soll vor allem dort Beschäftigten Schutz bieten, wo keine Tarifverträge gelten. Nach der Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes ließen sich 82,3 Prozent beziehungsweise 3,3 Millionen der nun geschützten gering bezahlten Jobs Betrieben zurechnen, die nicht tarifgebunden sind – die meisten davon im Einzelhandel und in der Gastronomie mit jeweils rund 0,5 Millionen.

Auf Ostdeutschland entfiel gemäß der Erhebung mit 1,1 Millionen gut ein Viertel der geschützten gering bezahlten Jobs. Das entspreche 22,0 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Ostdeutschland. Dabei habe es sich am häufigsten um Vollzeitstellen (0,4 Millionen) gehandelt. In Westdeutschland seien 2,9 Millionen bzw. 8,9 Prozent aller Jobs vom Mindestlohn betroffen gewesen. Das seien zu knapp zwei Dritteln geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse gewesen, sogenannte Minijobs (1,9 Millionen). In West und Ost zusammen entfiel laut Statistik mehr als die Hälfte (2,2 Millionen) auf Minijobs, je 0,9 Millionen waren Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigungen.

Frauen machten dem zufolge einen Anteil von 61,7 Prozent (2,5 Millionen) an den vom Mindestlohngesetz geschützten gering bezahlten Jobs aus, Männer einen Anteil von 38,3 Prozent (1,5 Millionen). Die betroffenen Frauen verdienten im April 2014 im Durchschnitt brutto 7,21 Euro je Stunde, die Männer 7,18 Euro. Erhielten sie künftig den Mindestlohn, würde das durchschnittlich eine Lohnerhöhung von circa 18 Prozent bedeuten, errechnete das Statistische Bundesamt. Insgesamt würden dann – unveränderte Arbeitszeiten vorausgesetzt – monatlich deutschlandweit schätzungsweise 431 Millionen Euro mehr Bruttolohn ausgezahlt, 39 Prozent davon in Ostdeutschland und 58 Prozent an Frauen.

(Redaktion)


 


 

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