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  • 05.08.2020, 07:51 Uhr
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Versandhandel

Corona-Phänomen: Otto Group verzeichnet Sortimentsverschiebung und geringere Retourenquote

Der Handelskonzern Otto in Hamburg vermeldet ein strukturell verändertes Einkaufsverhalten der Kunden während der Corona-Monate.

Die Otto Group, zu der Unternehmen wie die Einzelgesellschaft Otto, die Baur-Gruppe und die Witt-Gruppe gehören, hat das Bestellverhalten ihrer Kunden seit Ausbruch der Corona-Pandemie analysiert. Demnach stellten die Onlinehändler des Konzerns fest, dass viele Kunden ihr Einkaufsverhalten in dieser Zeit den neuen Gegebenheiten angepasst hätten.

Trend: Niedrigere Retourenquote – steigendes Retourenvolumen

Demnach kaufen sie laut Konzernmitteilung aktuell vor allem bewusster und nah am Bedarf ein. Spontane und teure Anschaffungen hingegen würden zurückgestellt. Bestellt würden insbesondere Artikel aus den Sortimenten Haushalt, Elektronik, Möbel, Baumarkt und Garten sowie Produkte wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode mit generell geringeren Rücksendequoten. Diese Sortimentsverschiebung führe zu einer signifikant gesunkenen Retourenquote. Durch die Steigerung der verkauften Menge steige allerdings auch das Volumen der Rücksendungen insgesamt.

So verzeichnet die Einzelgesellschaft Otto für die vergangenen Corona-Monate bei der Retourenquote einen Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe dafür sei, dass Heim- und Living-Produkte im Vergleich oft sehr bewusst angeschafft und deshalb seltener zurückgesendet werden.

Die Baur-Gruppe zeigt ein ähnliches Bild wie Otto und weist für ihren Online-Shop baur.de für Frühjahr/Sommer 2020 ebenfalls eine signifikant geringere Retourenquote von rund sieben Prozentpunkten aus.

Die auf die Kunden „50 plus“ spezialisierte Witt-Gruppe sieht aktuell über alle ihre Marken hinweg eine Senkung der Retourenquote von mindestens zwei Prozentpunkten. Beim onlineorientierten Händler Heine, der Ende des Jahres in die Witt-Gruppe integriert wurde, liegt der Wert bei minus sieben Prozentpunkten. Auch hier waren in der Hochphase der Corona-Krise vor allem Sortimente wie Wäsche, Heimtextilien und basisorientierte Mode sowie Möbel gefragt.

Weniger Spontankäufe, mehr bewusstere Bedarfsdeckung

„Das Kaufverhalten hat sich in der Corona-Krise offensichtlich verändert – von emotionsgeleiteten Spontankäufen hin zu einer inspirierenden, aber bewussteren Bedarfsdeckung“, konstatiert Dr. Marcus Ackermann, Otto Group Vorstand Multichannel Distanzhandel. Ob diese Veränderungen Bestand haben und überdies mit einem generell bewussteren Einkauf der Kunden einhergehen, lasse sich heute noch nicht voraussagen.

Neben den Struktureffekten verweist die Otto Group auch auf die Qualitätssicherungsmaßnahmen der vergangenen Jahre und andere konzerninterne Programme zur Retourenvermeidung, die auch zu sinkenden Logistikkosten der Unternehmen geführt hätten.

Erst die kommenden Monate würden zeigen, ob das momentane Umdenken in der Gesellschaft hin zu einem bewussteren Einkaufsverhalten Bestand habe und der aktuelle rückläufige Trend bei den Retouren sich nachhaltig etabliere.

(Redaktion)


 


 

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