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Vorwürfe gegen Bundeswehr

Versagen bei psychiatrischer Versorgung

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, wirft im ARD-Magazin "Panorama" vom NDR der Führung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr "Versagen" vor. "Die psychiatrische Versorgung der Soldaten ist nicht ausreichend und dringend verbesserungswürdig", warnt Robbe.

Die Zahl der durch den Afghanistan-Einsatz traumatisierten Soldaten ist dramatisch angestiegen. In den Psychiatrien der Bundeswehrkrankenhäuser müssen nach Recherchen von "Panorama" Soldaten zum Teil zwei Monate und länger auf einen Termin warten. Für die hilfesuchenden Soldaten sei das eine Katastrophe, so der Wehrbeauftragte. "Wir haben eine schlechte Versorgung in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser. Es fehlen Psychiater, es fehlen Psychologen", so Robbe in "Panorama".

Von den derzeit 38 Psychiaterstellen der Bundeswehr sind nach offiziellen Angaben der Bundeswehr derzeit nur 24 besetzt. Nach "Panorama"-Recherchen ist das Defizit im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg besonders groß. Von acht Psychiaterstellen sind dort nur zwei besetzt. Die Ambulanz der Psychiatrie musste daher in Teilen geschlossen werden. In Afghanistan ist landesweit sogar nur ein Bundeswehr-Psychiater im Einsatz, zuständig für 4500 Soldaten.
"Ich habe fast jeden Tag mit Soldaten zu tun, die mir sagen, dass sie auf einen Termin beim Psychiater zum Teil wochen- und monatelang warten müssen. Ebenso berichten mir die Fachärzte in den Psychiatrischen Abteilungen, dass sie wegen der Personalknappheit nicht in der Lage sind, das aufrecht zu erhalten, was eigentlich notwendig wäre", so Robbe in "Panorama". Wenn Soldaten Hilfe in Anspruch nehmen möchten und keiner für sie da ist, dann sei das ein "Armutszeugnis für den Dienstherren".

Die Bundeswehr weist diese Vorwürfe zurück. "Die psychiatrische Versorgung der Soldaten in der Bundeswehr zeigt keine Defizite", sagt Oberstarzt Ulrich Eickstädt vom Sanitätsführungskommando der Bundeswehr im "Panorama"-Interview. "Die Behandlung ist gut, und wir sind ständig bestrebt, nach den Erkenntnissen, die uns vorliegen, auch die bereits gute Versorgung weiterhin zu verbessern."

Sendung: Donnerstag, 10. Dezember, 22.00 Uhr, Das Erste

(NDR Fernsehen)


 


 

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