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Vorsorge & Versicherung

Riester-Rente: Altersvorsorge mit Zukunft oder Auslaufmodell?

Bei der Riester-Rente scheiden sich die Geister: Die einen loben sie als gut geeignete Vorsorgemaßnahme, die anderen verteufeln sie. Darüber, wie es wirklich um die staatlich geförderte Altersvorsorge steht, sind sich selbst Experten uneinig. Sie gehen im Folgenden der Frage nach, ob die Riester-Rente noch eine Zukunft hat und wie diese aussehen könnte

Die Riester-Rente wurde nach ihrer Einführung 2001 zum Kassenschlager. Bis heute wurden fast 17 Millionen Verträge abgeschlossen. Trotz des großen Erfolgs hagelt es jedoch seit geraumer Zeit Kritik, wenn es um die staatlich geförderte Altersvorsorge geht. Sie sei zu teuer, die Rendite nicht hoch genug und die Verträge zu kompliziert. Viele Sparer sind deshalb verunsichert und wissen nicht, was sie von der Riester-Rente halten sollen. Finanz- und Rentenexperten sind sich ebenfalls uneins bei der Frage, ob die Riester-Rente eine Zukunft hat und wenn ja, wie diese aussehen sollte. Einig sind sie sich jedoch in einem Punkt: So wie die Riester-Rente derzeit aussieht, ist sie nicht zukunftsfähig. 

Riester-Rente: Wie geht es mit der staatlich geförderten Altersvorsorge weiter?

Die Riester-Rente überzeugt viele Sparer durch die staatlichen Zulagen, die vor allem Menschen mit Kindern zu spüren bekommen. Denn neben der Grundzulage, die jeder Sparer erhält, bekommen Eltern pro kindergeldberechtigtes Kind eine Extra-Förderung. Der Staat lässt sich die Zulagen insgesamt rund drei Milliarden Euro im Jahr kosten. Doch kommen die Zulagen auch wirklich bei denen an, die sie am meisten benötigen? 


Kritiker, wie der rentenpolitischer Sprecher von Die Linke Matthias W. Birkwald, sehen die Fördergelder beispielsweise fehlgeleitet. Seiner Meinung nach ist das Geld in der gesetzlichen Rentenversicherung besser aufgehoben. Denn zum einen können die Zulagen die hohen Abschlusskosten für die Verträge nicht auffangen. Zum anderen erzielen die Verträge kaum Rendite, sodass es sich oft nicht lohnt, auf diese Art zu sparen. Stattdessen schlägt er eine steuerfinanzierte solidarische Mindestrente für alle vor. 

  Alternative Sparformen können der Riester-Rente neuen Auftrieb geben

Christof Lützel von der GLS Bank und Alexander Hinz von fairr.de sehen für die Riester-Rente jedoch eine andere Zukunft. Hinz zufolge liegt diese in sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds) – einer passiven Geldanlage, deren Verwaltung kaum Geld kostet, aber dennoch Rendite ermöglicht. 

Auch für Lützel ist die generelle Kritik an der staatlich geförderten Riester-Rente Schwarzmalerei. In seinen Augen ist die Zukunft der Riester-Rente grün – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Für ihn kann die staatlich geförderte Rente ein tolles Produkt sein – vor allem für Familien mit Kindern. Das größte Problem ist ihm zufolge das verlorene Vertrauen, das die geförderte Altersvorsorge zurückgewinnen muss. Seiner Meinung nach funktioniert das am besten mit nachhaltigen – also „grünen“ – Geldanlagen, mit denen Sparer Projekte unterstützen, die einem guten Zweck dienen.

Riester-Rente: Wem bringt sie wirklich etwas? 

Die Riester-Rente verfolgt das Ziel, diejenigen beim privaten Rentenaufbau zu unterstützen, die eine zusätzliche finanzielle Stütze im Alter besonders nötig haben. Cansel Kiziltepe von der SPD-Bundestagsfraktion kritisiert allerdings, dass die Riester-Förderung nicht diejenigen erreicht, für die sie konzipiert wurde. So würden viel zu wenige Geringverdiener die Förderung in Anspruch nehmen oder umsonst sparen, da die Leistungen im Rentenalter mit ihrer Grundsicherung verrechnet wird. Kiziltepe zufolge fließt die Förderung vor allem an die oberen 20 Prozent der Einkommensbezieher. 

Doch auch für Gutverdiener fällt die Förderung laut Michael Huber, Berater am VZ VermögensZentrum, kaum ins Gewicht. Für sie sind die staatlichen Zulagen „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Wer besser verdient, würde nur von der Riester-Rente profitieren, wenn die Einzahlungsgrenze erhöht würde. 

Ein allgemeingültiges Fazit bleiben auch die Rentenexperten schuldig. Die einen sehen eine Zukunft der staatlich geförderten Altersvorsorge – allerdings mit wichtigen Änderungen. Die anderen betrachten die Riester-Rente mitsamt ihrem Konzept als gescheitert. Wie es weitergeht, wird die nächste Legislaturperiode entscheiden.

(Redaktion)


 


 

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