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Kauf auf Pump – manche Schuldenspirale kommt zu Weihnachten in Gang

Dank des derzeit guten Konsumklimas erwartet der deutsche Einzelhandelsverband HDR in der diesjährigen Weihnachtszeit Umsätze von insgesamt 81 Milliarden Euro – die bisher höchste Summe seit Bestehen der Bundesrepublik. Doch Verbraucherschützer warnen auch vor der Schattenseite der neuen deutschen Kauflaune. So gelten derzeit 6,6 Millionen Deutsche als überschuldet, das sind etwa zehn Prozent aller Erwachsenen. Selbst Verbraucher, die es sich nicht leisten können, greifen bei Smartphones, Tablets oder Hightech-Fernsehern zu.

Während die anderen europäischen Länder noch immer unter der Euro-Krise leiden, macht sich in Deutschland vorweihnachtliche Einkaufsstimmung breit. Das von der GfK-Marktforschung ermittelte Konsumklima-Barometer ist pünktlich zum Dezember 2013 auf 7,4 Punkte gestiegen – der höchste Wert seit gut sechs Jahren! Die Gründe: Die Arbeitslosigkeit ist nahezu auf dem niedrigsten Stand seit zwanzig Jahren, immer mehr Bundesbürgern schätzen die eigenen wirtschaftlichen Aussichten optimistisch ein und die extrem niedrigen Zinssätze verleiden den Deutschen das Sparen.

Rekord-Umsatz für den Handel, Überschuldungsgefahr für Konsumenten

Hightech-Geräte und Unterhaltungselektronik gehören mehr und mehr zum Lebensstil vieler Verbraucher. Das liegt es nah, dass auf den Weihnachtswunschzetteln der Deutschen zahlreiche Tablet-PCs, Smartphones, E-Book-Reader, Flachbildschirme und Geräte der neuesten TV-Generation zu finden sind. Damit die Verbraucher sich diese Wünsche erfüllen, locken nicht wenige Unternehmen zur Weihnachtszeit mit angeblich unschlagbaren Ratenkrediten, sodass viele Menschen mehr Geld für Ihre Lieben ausgeben als sie im Portemonnaie haben.

Konsumkredite für Weihnachtsgeschenke gelten mittlerweile als „normal“, können aber den Beginn einer Schuldenspirale bedeuten. „Natürlich gibt es zu Weihnachten bei den Beschenkten glückliche Gesichter – das böse Erwachen folgt dann aber oft im neuen Jahr, wenn die Rechnungen nicht mehr rechtzeitig bezahlt werden können“, sagt Joachim Pietsch, Geschäftsführer des in Hamburg ansässigen Inkasso-Unternehmens HFG.

Neben Schicksalsschlägen wie dem plötzlichen Verlust des Arbeitsplatzes oder langen Krankheiten werden auch immer öfter Konsumentenkredite etwa für teure Weihnachtsgeschenke als Ursache für die Verschuldung ausgemacht. Laut Branchenexperten belaufen sich die durchschnittlichen Schulden in Deutschland aktuell pro Kopf auf 33.500 Euro.

Wurden die Schulden aufgenommen, um beispielsweise ein Eigenheim zu erwerben, stellten sie in der Regel kein Problem dar – zumindest, wenn vorher eine solide Finanzplanung erfolgte. Ganz anders stelle es sich jedoch dar, wenn Verbraucher etwa aufgrund von Strom- und Nebenkostennachzahlungen oder eben auch überteuerten Konsumentenkrediten in die Verschuldungsspirale „hineinschlittern“. Statt über den Immobilienerwerb in die eigene Zukunft zu investieren, seien diese finanziellen Belastungen aus Leistungen entstanden, die bereits in der Vergangenheit erfolgten. Der Restwert von Hightech-Geräten belaufe sich praktisch auf Null. Daher stünden den Forderungen keine Werte gegenüber. „So beginnt leider manche Schuldenkarriere in der Weihnachtszeit", weiß Joachim Pietsch, Geschäftsführer der HFG Inkasso GmbH, aus der täglichen Arbeit mit Schuldnern und Gläubigern zu berichten.

„Vogel-Strauß-Syndrom“ löst kein Überschuldungsproblem

Verschlimmert werde die Überschuldungsspirale häufig durch das „Vogel-Strauß-Syndrom“: Statt sich aktiv mit den eigenen Schulden auseinanderzusetzen und eine Lösung zu finden, stecken viele Schuldner den Kopf in den Sand und setzen dabei auf das Prinzip Hoffnung. „Aussitzen ist bei Überschuldung die schlechteste Strategie“, warnt Joachim Pietsch, „die Kosten für Mahnungen und Überziehungskredite übersteigen am Ende häufig sogar den eigentlichen Rechnungsbetrag. Seriöse Inkasso-Unternehmen unterstützen die Schuldner bei Zahlungsschwierigkeiten, ihren Verpflichtungen nachzukommen, und vereinbaren individuelle Rückzahlungslösungen, die den individuellen finanziellen Möglichkeiten gerecht werden. So kann die Spirale aus Mahnungen und Überziehungszinsen durchbrochen werden – und das Weihnachtsfest bekommt keinen schalen Beigeschmack.“

Weitere Tipps, Ratschläge und Informationen rund um die Überschuldung und den Umgang mit kurzfristigen Zahlungsschwierigkeiten sollen Verbraucher auch auf dem von HFG gestartete Internetportal www.stoppschulden.de finden. Es zeige Wege auf, wie sich die Überschuldungsspirale durchbrechen lasse und welche Ansprechpartner vor Ort dem Schuldner helfen können.

„Die beste Strategie gegen eine Überschuldung ist jedoch noch immer die Vorsorge. Die eigenen finanziellen Möglichkeiten sollten nie zu 100 Prozent ausgeschöpft werden, auch nicht zur Weihnachtszeit, um noch immer etwas Puffer für unvorhergesehene Kosten zu haben“, raten die Inkasso-Experten.

(Redaktion)


 


 

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