Weitere Artikel
Weiterbildung

Fernstudium-Anbieter häufig nur befriedigend

Erhebliche Angebotsunterschiede – zwischen 20 und 325 Lehrgänge – offenbarte der Test von zwölf Fernstudium-Anbietern, den das Deutsche Institut für Service-Qualität durchführte.

Die Qualität der Leistung war durchmischt. Insgesamt erhielt nur ein Unternehmen von den Marktforschern das Qualitätsurteil „sehr gut“, drei waren „gut“ und fünf „befriedigend“. Ein Anbieter kam über ein ausreichendes Ergebnis nicht hinaus. Zwei weitere Unternehmen verweigerten Angaben und fielen dadurch aus der Gesamtwertung.

Defizite bei den Internetauftritten

Im Hinblick auf den Service stuften die Marktforscher die Branche als insgesamt befriedigend ein. Deutliche Defizite zeigten laut den Testern etwa die Internetauftritte der Unternehmen. Die Möglichkeit einer Online-Anmeldung boten nur sieben der zwölf Anbieter. Auch die Kostentransparenz ließ demnach zu wünschen übrig: Eine Preisübersicht im Internet lieferte nur die Hälfte der Unternehmen, und die allgemeinen Geschäftsbedingungen – eigentlich ein Standard jeder Internetseite – stellte gar nur ein Drittel der Lehrgangspezialisten zur Verfügung. Positiv werteten die Tester: Bei allen Einrichtungen fanden Interessenten eine umfassende Darstellung der Lehrgangsinhalte und die Möglichkeit, Infomaterial online zu bestellen.

Kurze Wartezeiten beim telefonischen Service

Besser war die Branche laut den Testern beim telefonischen Service aufgestellt: Die Wartezeit bis zur Gesprächsannahme lag im Schnitt unter acht Sekunden und war somit sehr kurz. Auch sei es zu keiner einzigen Falschaussage gekommen, was für die Kompetenz der Berater spreche. „Allerdings ließ in fast 30 Prozent der Telefonate die Freundlichkeit der Mitarbeiter zu wünschen übrig“, so Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ).

Meist kundenfreundliche Vertragsbedingungen

Bei den Vertragsbedingungen zeigten sich die Unternehmen oft kundenfreundlich, heißt es. Nur ein Institut fiel demnach aus diesem Rahmen und erzielte ein nur ausreichendes Resultat. „Kostenlose Studienverlängerung, Preisgarantie während der Regelstudienzeit und die Möglichkeit einer kostenlosen Prüfungswiederholung waren eher die Regel als die Ausnahme“, lobt Hamer. Unterschiede offenbarten sich dagegen bei den Mindestvertragslaufzeiten (zwischen einem und neun Monaten) und den Kündigungsfristen (zwischen vier und zwölf Wochen).

Neben möglichen Präsenzveranstaltungen versprachen alle getesteten Einrichtungen den Lehrgangsteilnehmern eine persönliche Betreuung im Vorfeld sowie im Studienverlauf, sodass die Teilnehmenden eines Fernstudiums nicht ganz auf sich allein sind.

Testsieger der Studie „Fernstudium-Anbieter 2015“ wurde ILS, Institut für Lernsysteme, das als einziges Unternehmen das Qualitätsurteil „sehr gut“ von den Marktforschern erhielt. Hauptgrund sei das im Wettbewerbsvergleich umfangreichste und vielfältigste Lehrangebot gewesen. Auch die Vertragsbedingungen seien sehr kundenfreundlich gestaltet. Beim Service hätten sich die Mitarbeiter besonders am Telefon mit freundlichen und verständlichen Beratungen hervorgetan. Zudem seien für Anrufer kaum Wartezeiten entstanden.

Die Fernakademie für Erwachsenenbildung belegte mit einem guten Ergebnis Rang zwei. Eine Stärke des Unternehmens waren laut den Marktforschern die Vertragsbedingungen, die etwa eine Kündigungsfrist von nur vier Wochen vorsahen. Das Unternehmen überzeugte zudem mit einem breiten Kursangebot und vielen Standorten für Präsenzveranstaltungen. Am Telefon erhielten Interessenten nach kurzer Wartezeit kompetente Auskünfte.

Den dritten Rang nahm die Hamburger Akademie für Fernstudien (HAF) ein, die neben einem sehr guten Ergebnis in der Angebotsanalyse auch im Servicebereich Telefon gepunktet habe, so das DISQ. Anrufer mussten demnach im Schnitt nur drei Sekunden warten, bis das Gespräch angenommen wurde. Die Beratung fiel überdurchschnittlich individuell und überwiegend vollständig aus.
Den besten Service bot das IST-Studieninstitut (Gesamtergebnis: Rang fünf), das insbesondere mit einem sehr guten Internetauftritt überzeugte.

Das DISQ testete nach eigenen Angaben insgesamt zwölf bedeutende Fernstudium-Anbieter, die über ein umfangreiches staatlich geprüftes Studien- und Weiterbildungsangebot verfügten. Im Fokus standen dabei unter anderem der Informationswert und die Bedienungsfreundlichkeit, der Kundenservice per Telefon und E-Mail sowie eine Analyse des Lehrgangsangebots und der Vertragsbedingungen (etwa Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen).

(Redaktion)


 


 

Fernstudium-Anbieter
E-Learning
Deutsches Institut für Service-Qualität

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fernstudium-Anbieter" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: