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Weiterbildung

Taube Gebärdensprachdolmetscher

Die Universität Hamburg bietet ab Januar 2016 wieder die besondere Qualifizierung an zum Gebärdensprachdolmetscher an.

Nur taube Menschen können lernen, zwischen zwei Gebärdensprachen zu dolmetschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa mit italienischer oder türkischer Gebärdensprache als Muttersprache lernen, zwischen dieser und der deutschen Gebärdensprache professionell zu dolmetschen. Nach Information der Uni Hamburg handelt es sich deutschlandweit um den einzigen weiterbildenden Studiengang für taube Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher.

Die Absolventen des Studienganges helfen gehörlosen Migrantinnen und Migranten, eine zentrale Sprachbarriere zu überwinden. Diese brauchen nämlich zwei Dolmetscher: einen hörenden Gebärdensprachdolmetscher, der von der deutschen Lautsprache in die deutsche Gebärdensprache übersetzt, und einen weiteren Gebärdensprachdolmetscher, der die deutsche Gebärdensprache in die jeweilige (Gebärden-)Muttersprache übersetzt.

Entwickelt wurde das Programm von Prof. Dr. Christian Rathmann, der selbst gehörlos ist, am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg.

Mit dem Abschluss der Universität Hamburg können sich die Absolventinnen und Absolventen für die staatliche Prüfung zum Gebärdensprachdolmetscher anmelden. Sie besitzen einen qualifizierten Berufsabschluss und sind den hörenden Gebärdensprachdolmetschern in Behörden und Gerichten gleichgestellt. Das Arbeitsgebiet ist vielfältig. So wird beispielsweise auf internationalen Konferenzen mittlerweile häufig zwischen Gebärdensprachen gedolmetscht. Besondere Aufmerksamkeit erlangten die beiden Absolventen des Studienganges „Taube Gebärdensprachdolmetscher“, die im Vorfeld des Eurovision Song Contest in Wien die Beiträge in Gebärden übersetzten und dann live präsentierten.

Das Weiterbildungsangebot Gebärdensprachdolmetschen wird von den Integrationsämtern und von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. Häufig werden die Semesterentgelte der Teilnehmenden finanziert. Das berufsbegleitende Studium startet im Januar 2016 zum dritten Mal, Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2015.

(Redaktion)


 


 

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