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Weltkulturerbe

Unesco-Experte nimmt Jüdischen Friedhof in Augenschein

Drei Tage prüfte Unesco-Gutachter Dr. Petr Justa Ende September 2017 den Jüdischen Friedhof Hamburg-Altona nach Kriterien für eine mögliche Aufnahme ins Weltkulturerbe. Das Denkmalschutzamt hatte 2016 einen entsprechenden Antrag gestellt.

Vom 27. bis 29. September 2017 besichtigte Dr. Petr Justa aus Prag als Gutachter des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS International) die nominierte Hamburger Stätte und prüfte im Zuge der „Technical Evaluation Mission“ auch den zugehörigen Managementplan. Justa traf auf Kunsthistoriker, Restauratoren, Gartendenkmalpfleger und weitere Experten für das jüdische Kulturerbe in Hamburg, um detailliert alle Fragen zum rund 300 Seiten umfassenden Antrag und zum Managementplan zu klären.

Weitere Stufe im Prozedere genommen

„Die Besichtigung des Jüdischen Friedhofes in Hamburg-Altona und die Überprüfung des Managementplans sind zentraler Bestandteil der Evaluierung der Hamburger Nominierungsunterlagen durch ICOMOS International“, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, laut Presseinformation. „Die Experten konnten Dr. Justa umfassend über die Bedeutung des Friedhofs und das geplante Management zu seiner Erhaltung und Vermittlung informieren. Damit ist erneut ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer weiteren möglichen Welterbestätte für Hamburg erfolgt.“

Das Denkmalschutzamt der Hamburger Kulturbehörde hatte den Antrag für den Jüdischen Friedhof Hamburg-Altona im Dezember 2016 auf den Weg gebracht. Im März 2017 habe dieser auf Anhieb die erste Hürde im Bewerbungsverfahren genommen, heißt es in der Mitteilung. Der Antrag habe anstandslos den „Completeness Check“ gemeistert und erfülle damit die strengen Vorgaben der „Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“.

Bedeutendes Zeugnis sephardischer Geschichte

Bis Anfang 2018 werden weitere ICOMOS-Experten den „außergewöhnlichen universellen Wert“ der Stätte anhand der Antragsunterlagen untersuchen und im Anschluss ein Gutachten für die Unesco erstellen. Bei positivem Urteil hätte der Jüdische Friedhof Hamburg-Altona Chancen, Mitte 2018 auf der Sitzung des Unesco-Welterbekomitees in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen zu werden.

Der Jüdische Friedhof Hamburg-Altona ist einer der ältesten portugiesisch-sephardischen Friedhöfe der Welt und gilt als weltweit wichtiges kulturelles Zeugnis sephardischer Geschichte.

(Redaktion / Kulturbehörde)


 


 

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