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Bruttoinlandsprodukt

Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2009

Die deutsche Wirtschaftsleistung verzeichnete im ersten Quartal 2009 zum vierten Mal in Folge einen Rückgang gegenüber dem Vorquartal: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war preis-, saison- und kalenderbereinigt um 3,8% niedriger als im vierten Quartal 2008. Zwischen Oktober und Dezember 2008 war die deutsche Wirtschaft bereits um 2,2% geschrumpft und im zweiten und dritten Quartal 2008 jeweils um 0,5%.

Bruttoinlandsprodukt , preisbereinigt, verkettet (saison- und kalenderbereinigte Werte nach Census X-12-ARIMA) Veränderung gegenüber dem Vorquartal:

              2007                          2008               2009
   1.Vj   2.Vj   3.Vj   4.Vj     1.Vj   2.Vj   3.Vj   4.Vj     1.Vj
+ 0,4% + 0,4% + 0,6% + 0,3%   + 1,5% - 0,5% - 0,5% - 2,2%   - 3,8%

Im Vorquartalsvergleich war die wichtigste Ursache für den Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung die Entwicklung des Außenbeitrags, also der Differenz zwischen den Exporten und den Importen von Waren und Dienstleistungen. Wie bereits im vierten Quartal 2008 sind auch in den
ersten drei Monaten des laufenden Jahres die deutschen Exporte erheblich
stärker zurückgegangen als die Importe. Während die preisbereinigten
Exporte um 9,7% schrumpften, waren die Importe um 5,4% niedriger als im
Vorquartal, so dass der Außenbeitrag mit - 2,2 Prozentpunkten zum Rückgang des BIP beitrug. Kennzeichnend für die negative Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal waren zudem stark rückläufige Investitionen (- 7,9%). Insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen waren erheblich niedriger als im Schlussquartal 2008. In Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investierten die Unternehmen 16,2% weniger als im letzten Quartal des Vorjahres. Der Rückgang der Bauinvestitionen fiel
demgegenüber mit einem Minus von 2,6% vergleichsweise gering aus. Die
Lagerbestände wurden im Berichtsquartal deutlich abgebaut. Daraus resultierte ein negativer Wachstumsbeitrag von 0,5 Prozentpunkten. Positive Wachstumsimpulse kamen lediglich von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, die um 0,5% beziehungsweise um 0,3% höher waren als im Vorquartal.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Im ersten Quartal 2009 war das preisbereinigte BIP um 6,7% niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Kalenderbereinigt schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 6,9%, weil im Berichtsquartal gut ein halber Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im ersten Vierteljahr 2008.

Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, verkettet (Ursprungswerte) Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal:

              2007                          2008               2009
   1.Vj   2.Vj   3.Vj   4.Vj    1.Vj    2.Vj   3.Vj   4.Vj     1.Vj
+ 3,4% + 2,5% + 2,4% + 1,6%   + 2,1% + 3,4% + 1,4% - 1,7%   - 6,7%

Die Wirtschaftsleistung wurde im ersten Quartal 2009 von rund 39,9 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 48 000 Personen oder 0,1% mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Erwerbslosen (internationale Abgrenzung) lag bei knapp 3,4 Millionen Personen, ihr Anteil an den Erwerbspersonen insgesamt betrug 7,8%. Zu berücksichtigen ist indessen, dass die vermehrte Inanspruchnahme von konjunktureller Kurzarbeit die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Entwicklung der Erwerbstätigkeit abgefedert hat.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts haben abgesehen von den öffentlichen und privaten Dienstleistern alle Wirtschaftsbereiche eine geringere Wirtschaftsleistung erbracht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Stark betroffen von der Rezession in Deutschland ist vor allem das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe), dessen preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 20,2% niedriger war als im ersten Quartal 2008. Zuvor hatte dieser Wirtschaftsbereich von Ende 2003 bis Mitte 2008 mit Ausnahme des ersten Quartals 2005 stets positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Deutliche Rückgänge der realen Bruttowertschöpfung verzeichneten auch das Baugewerbe (- 8,9%) sowie der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr (- 6,4%). Die
Wirtschaftsleistung im Bereich Finanzierung, Vermietung und
Unternehmensdienstleister ging gegenüber dem ersten Quartal 2008 um 0,9%
zurück. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der öffentlichen und privaten Dienstleister blieb unverändert.

Kennzeichnend für die Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war ein
drastischer Rückgang der preisbereinigten Exporte um 17,2%. Da die Importe von Waren und Dienstleistungen lediglich um 7,0% gesunken sind, bremste der Außenbeitrag die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Quartal 2009 massiv (Wachstumsbeitrag: - 5,5 Prozentpunkte). Im Inland waren die Bruttoanlageinvestitionen um 11,2% niedriger als im ersten Quartal 2008.

Zurückzuführen ist das vor allem auf einen starken Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen um 18,6%. Im vierten Quartal 2008 hatten die Unternehmen ihre Investitionen in Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge lediglich um 1,7% reduziert und davor, seit dem dritten Quartal 2003, stets erhöht. Auch in Bauten wurde erheblich weniger investiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, der Rückgang war mit 7,8% allerdings weniger stark als der der Ausrüstungsinvestitionen.

Rückläufig waren sowohl die Investitionen in Wohnbauten (- 8,9%) als auch die Investitionen in Nichtwohnbauten, die um 6,2% niedriger waren als in den ersten drei Monaten des Jahres 2008. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bautätigkeit durch den ausgeprägt harten Winter erheblich beeinträchtigt wurde.

Im Gegensatz zu den Bruttoanlageinvestitionen und den deutschen Exporten
verzeichneten die preisbereinigten Konsumausgaben im Berichtsquartal einen leichten Anstieg um 0,1% und haben sich damit sogar etwas besser entwickelt als im Schlussquartal des Vorjahres (- 0,0%). Die privaten Konsumausgaben sind in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 geringfügig um 0,1% gesunken (nach - 0,5% im vierten Quartal 2008) und die Konsumausgaben des Staates um 0,8% gestiegen. Untergliedert nach Verwendungszwecken reduzierten die privaten Haushalte ihre Ausgaben (preisbereinigt) für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (- 4,8%), für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (- 3,1%), für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (- 3,0%) sowie für Bekleidung und Schuhe (- 2,5%). Die Ausgaben für Waren und
Dienstleistungen des Verkehrs und der Nachrichtenübermittlung - hierunter fällt auch der Kauf privater PKW - nahm demgegenüber um 1,2% zu (nach - 4,7% im vierten und - 2,9% im dritten Quartal 2008). Die preisbereinigten Ausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe stiegen um 2,5%, was auch auf den strengen Winter zurückzuführen ist.

In jeweiligen Preisen berechnet war das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2009 um 5,1% und das Bruttonationaleinkommen um 5,3% niedriger als im ersten Quartal des Vorjahres. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen
zusammensetzt, schrumpfte um 7,4%.


 


 

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