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Wissenschaft

Hans-Bredow-Institut: Hamburger Medienforscher werden Teil der Leibniz-Gemeinschaft

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat am 13. April 2018 beschlossen, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg in die gemeinsame Förderung der Leibniz-Gemeinschaft aufzunehmen.

Die Aufnahme sei zum Jahresbeginn 2019 geplant, wie die Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung bekannt gab. Die staatlichen Zuwendungen, die Hamburg bisher alleine trägt, erhöhten sich ab diesem Zeitpunkt von 1,5 Millionen Euro pro Jahr auf 1,9 Millionen Euro. Der Bund übernehme davon 50 Prozent; Hamburg zahle rund 38 Prozent. Den Rest trügen alle Bundesländer im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung zur Förderung der Mitgliedseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V.

Der Entscheidung über die Aufnahme liegen die entsprechenden Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Leibniz-Gemeinschaft zugrunde, die das Hans-Bredow-Institut zu Beginn des Jahres 2017 evaluiert hatten.

DIE LEIBNITZ-GEMEINSCHAFT
Die in Berlin ansässige Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,8 Milliarden Euro. www.leibniz-gemeinschaft.de

Das Hans-Bredow-Institut, www.hans-bredow-institut.de, erforscht den Medienwandel und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen öffentlicher Kommunikation. Medienübergreifend, interdisziplinär und unabhängig verbindet es Grundlagenwissenschaft und Transferforschung und schafft so problemrelevantes Wissen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. In seiner Stellungnahme hatte der Wissenschaftsrat die wissenschaftliche Qualität des Hans-Bredow-Instituts und seine strukturelle Relevanz für das Wissenschaftssystem als „sehr gut” und seine überregionale Bedeutung als „exzellent” bewertet. Die Leibniz-Gemeinschaft bewertete den strategischen Nutzen sowie die institutionelle Passfähigkeit ebenfalls jeweils mit „sehr gut“. Die GWK hatte den Wissenschaftsrat und die Leibniz-Gemeinschaft im September 2016 gebeten, die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft zu prüfen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher gratulierte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hans-Bredow-Instituts „zu dieser für den Medien- und Wissenschaftsstandort Hamburg bedeutenden Entscheidung“. „Um den digitalen Wandel zu gestalten und die damit verbundenen Chancen zu nutzen, bedarf es der Begleitung und Unterstützung durch exzellente Wissenschaft. Insbesondere sein interdisziplinärer Blick auf den Medienwandel und die damit verbundenen Veränderungen der Kommunikation macht das Hans-Bredow-Institut zu einem wichtigen Partner von Bund, Ländern und der Medienbranche“, so Tschentscher.

Auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Katharina Fegebank hob die große Bedeutung des Hans-Bredow-Instituts als „eines der ältesten und renommiertesten Institute der Medienforschung Deutschlands“ hervor: „Es erforscht auf exzellentem wissenschaftlichem Niveau die öffentliche Kommunikation in der Mediengesellschaft und ist daher gerade in Zeiten des Medienwandels ein großer Gewinn für die Hansestadt. Die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft wird das Hans-Bredow-Institut und den Wissenschaftsstandort Hamburg weiter stärken – und insgesamt für noch mehr Strahlkraft sorgen.“

Mit der Entscheidung der GWK kommt nach Information der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung ein Strategieprozess zur Entwicklung des Hans-Bredow-Instituts zu Ende, der bereits durch die Evaluierung durch den Wissenschaftsrat 1999 und die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften in Deutschland angestoßen wurde. Die Freie und Hansestadt Hamburg habe den Strategieprozess eng begleitet und das Institut mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet. Die Zuwendungen stiegen dabei in den letzten Jahren von 430.000 Euro im Jahr 2011 auf den derzeitigen Stand von 1,5 Millionen Euro.

GEMEINSAME WISSENCHAFTSKONFERENZ
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) ist die Organisation, in der Bund und Länder die Priorität für Wissenschaft und Forschung gemeinsam Realität werden lassen. Im Rahmen der GWK verhandeln und beschließen sie gemeinsame Programme zur Wissenschaftsförderung. Mitglieder der GWK sind die Wissenschaftsministerinnen und -minister sowie die Finanzministerinnen und -minister von Bund und Ländern. Mit einer Vielzahl gemeinsamer Förderprogramme und Projekte sowie mit der gemeinsamen institutionellen Förderung von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und einem finanziellen Volumen von zurzeit weit mehr als 15 Milliarden Euro jährlich sichern Bund und Länder die starke Stellung von Wissenschaft in Deutschland. www.gwk-bonn.de

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der GWK. Der entscheidende Schritt in Richtung einer Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft ist damit getan, und für das Institut beginnt ab 2019 eine neue Ära. Der Stadt Hamburg und der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung gebührt unser großer Dank für die hervorragende Unterstützung“ begrüßte Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, den Beschluss.

„Die gesicherte Grundfinanzierung erlaubt unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unabhängige, interdisziplinäre Forschung, die höchstes Niveau aufweist und auf aktuelle gesellschaftliche Probleme und Entwicklungen reagiert“, ergänzt Institutsdirektor Wolfgang Schulz. „Mit der Entscheidung wird die Qualität, aber auch die bundesweite Bedeutung unserer Arbeit anerkannt“ so Schulz weiter.

(Redaktion)


 


 

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