Sie sind hier: Startseite Hamburg Aktuell News
Weitere Artikel
Wohnungsmarkt

Mieten steigen sprunghaft an – 250.000 Mietwohnungen fehlen in Deutschland

Nach Schätzung des Deutschen Mieterbundes fehlen aktuell 250.000 Mietwohnungen in Deutschland, vor allem in Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten. Die Folge sind hier drastisch steigende Mieten, insbesondere Neuvertragsmieten.

Preissprünge von bis zu 10 Prozent innerhalb eines Jahres oder Mietforderungen, die mitunter 20 oder 30 Prozent und mehr über den Mieten in bestehenden Mietverhältnissen liegen, sind für einen Großteil der Mieterhaushalte nicht bezahlbar.

„Angesichts 250.000 fehlender Mietwohnungen in Deutschland, steigender Mieten und Wohnkosten auf Rekordniveau brauchen wir Konzepte und Fördermittel zur Stärkung des Wohnungsneubaus und eine Strategie zur gerechten Verteilung der Kosten der Energiewende.

Wohnungsmarktprobleme betreffen alle

Wohnungsnot und Wohnungsengpässe sind nicht – wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Fachminister Peter Ramsauer glauben machen wollen – nur ein Problem der Studenten, das durch die Umwidmung von Kasernen in Wohnheime gelöst werden kann. Die aktuellen Wohnungsmarktprobleme betreffen junge Familien, Rentner, einkommensschwächere Haushalte und Normalverdiener in Großstädten und Ballungszentren gleichermaßen“, sagte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB) Dr. Franz-Georg Rips in Berlin.

„Wir steuern geradewegs auf eine echte Wohnungsnot zu“, sagte Rips. Die Folgen lassen sich schon jetzt absehen: Rasant steigende Mieten, Verlust preiswerten Wohnraums in den Stadtzentren, Verdrängung alteingesessener Bewohner aus ihren Quartieren, keine Chance für Normalverdiener, Wohnungen in Innenstadtlagen anzumieten. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und in den nächsten Jahren zuspitzen, wenn die Politik jetzt nicht endlich handelt und den Wohnungsneubau wiederbelebt. „Wir benötigen mindestens 150.000 neue Mietwohnungen pro Jahr, davon 40.000 Sozialmietwohnungen“, forderte der Mieterbundpräsident.

Die Maßnahmen reichen nicht aus

Bisher reagiert die Politik nach Ansicht des DMB nicht oder viel zu wenig. So seien für Städtebauförderungsmaßnahmen, wie „Soziale Stadt“ im Haushalt 2013 wieder keine Steigerung vorgesehen. Das Gleiche gilt für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, über das die energetische Modernisierung von Häusern angestoßen werden soll. Für das Programm „Altersgerecht umbauen“ werden wie schon in diesem Jahr keine Steuermittel zur Verfügung gestellt, obwohl die Bundesregierung selbst davon ausgeht, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt zusätzlich drei Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt werden.

Am 13. Dezember findet im Bundestag die zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung beschlossenen Mietrechtsänderungsgesetzes statt. Darin vorgesehen sind verschiedene Änderungen – unter anderem das Mietminderungsrecht und eine Neuregelung des Kündigungsschutzes.

(Redaktion)


 


 

Mieten
Deutschland
Wohnungsnot
Wohnungsmarkt
Deutscher Mietschutzbund
Peter Ramsauer
Dr. Franz-Georg Rips
Mietrechtsänderungsgesetz

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Mietwohnungen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: