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Zivile Luftfahrt

Eine der innovativsten Forschungsplattformen weltweit eingeweiht

In Hamburg-Finkenwerder wurde das neue Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung offiziell eingeweiht. Olaf Scholz, Brigitte Zypries und Vorstände von Airbus und Lufthansa Technik übergaben das Forschungszentrum seiner Bestimmung.

Knapp 1.000 geladene Gäste haben die Eröffnung des ZAL TechCenter, des weltweit modernsten Forschungszentrums für die zivile Luftfahrt, am 7. März 2016 gefeiert. Darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Airbus in Deutschland Dr. Klaus Richter, sowie der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa Technik Dr. Johannes Bußmann.

„Mit dem ZAL TechCenter gewinnt Hamburg bei Forschung und Entwicklung weit über die Luftfahrtbranche hinaus an internationalem Profil“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. Das ZAL sei ein wegweisendes Beispiel, wie sich eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft nachhaltig und erfolgreich gestalten lasse. Auch Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt und Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie bezeichnete das ZAL TechCenter als „eine vorbildliche Zukunftsinvestition“, von der die Metropolregion Hamburg ebenso wie Deutschland als Luftfahrtstandort insgesamt profitiere. „Besonders freut es mich, dass mit dem ZAL TechCenter ein Schulterschluss zwischen den unterschiedlichen Akteuren der Branche gelungen ist: Große Unternehmen, KMU und die Wissenschaft haben sich alle unter einem Dach versammelt, um an der Zukunft der Luftfahrt zu arbeiten“, so Zypries.

Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, KMU sowie Zulieferern und Industrie

Bis zu 600 Menschen sollen künftig im ZAL auf etwa 26.000 Quadratmetern zu Zukunftsthemen der Luftfahrt forschen. Großunternehmen wie Airbus, Zulieferer wie Diehl, Hochschulen und Institutionen wie das DLR wollen im ZAL TechCenter erstmals auf einem gemeinsamen Boden zusammenarbeiten, um Innovationen schneller zur Marktreife zu führen. „Das ZAL TechCenter bietet das Dach, unter dem Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an der Zukunft der Luftfahrt arbeiten werden. Unsere modernen Forschungs- und Testinfrastrukturen schaffen hierfür ideale Bedingungen, schon in wenigen Jahren werden erste anwendungsorientierte Produkte in den Einsatz gehen“, so Roland Gerhards, Geschäftsführer ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung GmbH.

Das ZAL konzentriert sich dabei auf sechs inhaltliche Schwerpunkte, „Technical Domains“ genannt: 1. Brennstoffzellen – dazu zählen zivile und sichere Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff, sowohl in der Luftfahrt als auch in anderen Verkehrssegmenten wie dem öffentlichen Nahverkehr oder dem Automobilbereich. 2. Kabinentechnologie – in einem Teststand können alle weltweit gängigen Flugzeugrumpfquerschnitte installiert werden, um dort etwa die Neuanordnung von Kabinenelementen zu erproben. 3. Weiterentwicklung von Stromversorgungs- und Klimaanlagensystemen in der Kabine. 4. Flugzeugproduktion – der Bereich umfasst Forschungsprogramme, die sich mit der Zukunft von Fertigungsmethoden befassen, wie das als „3D-Druck“ bekanntgewordene kurz ALM-Verfahren (Additive Layer Manufacturing) und unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ laufende neue Automatisierungsverfahren. 5. Akustik – in einer Akustikkammer, die zu den größten Europas zählt, passen ein komplettes Rumpfstück eines Airbus A320. Das Akustik-Labor erlaubt es, Forschungen zu Lärm und Vibrationen künftig am Boden zu betreiben, statt wie bislang in der Luft. 6. Virtuelle Realität – dazu wurde im Gebäude die mit 6 x 3,5 Metern größte VR-taugliche Bildscheibe in der nördlichen Hälfte Deutschlands installiert. Der dazu gehörige Raum fasst etwa 30 Personen.

Das Forschungszentrum mit einer Gesamtinvestition von knapp 100 Millionen Euro für die Gebäude mit Testinfrastrukturen ist ein Gemeinschaftsprojekt. Beteiligt sind die Stadt Hamburg, Airbus, Lufthansa Technik, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vier Hochschulen und zwölf weitere Partner.

Durch das ZAL entstehen zahlreiche neue hochqualifizierte Jobs am Luftfahrtstandort Hamburg: So baut etwa Diehl, Hamburgs drittgrößter Arbeitgeber in der Luftfahrtindustrie, im ZAL TechCenter ein komplett neues Forschungs- und Entwicklungsteam auf. Unternehmen wie Airbus und Lufthansa Technik verlegen einige ihrer Innovationsabteilungen vollständig in das neue Gebäude. Auch als Veranstaltungsort soll das Forschungszentrum künftig genutzt werden: Dafür stehen neben einem Auditorium für 200 Personen 12 Konferenzräume, ein frei zugänglicher Innovationsmarktplatz und ein großes Betriebsrestaurant zur Verfügung.

(Redaktion)


 


 

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