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NORDMETALL Konjunkturumfrage

Zu wenig Aufträge, zu geringe Auslastung

Die Unternehmen der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie sehen mehrheitlich keine Erholung der Wirtschaftslage. „Die NORDMETALL Konjunkturkurve befindet sich weiterhin im Sinkflug und dies zum dritten Mal in Folge“, sagte Ingo Kramer, Präsident des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL. Dennoch würden die Firmen alles versuchen, um die Beschäftigung zu halten.

69 % der Unternehmen beurteilen die geschäftliche Situation als unbefriedigend oder schlecht. Bei der letzten Umfrage im Herbst 2008 waren dies nur 18 %. Nur noch jedes sechste Unternehmen meldet eine positive Geschäftslage (= 18 %). Vor einem Jahr waren dies noch 64 %. Auch bei den Aussichten auf den weiteren Jahresverlauf waren die Pessimisten in der Mehrheit: 49 % erwarten einen schlechteren Geschäftsverlauf, 46 % rechnen mit keiner Veränderung. Nur 5 Prozent sehen Licht am Horizont. 52 % der befragten Unternehmen haben deshalb auch ihre Investitionen gedrosselt. 

NORDMETALL hatte seine Mitgliedsunternehmen in seiner regulären Frühjahrs-Umfrage nach der gegenwärtigen Situation und den Zukunftserwartungen gefragt. Von den 270 Unternehmen beteiligten sich 104 an der Umfrage. Sie repräsentieren gut 69.000 Mitarbeiter und damit 63 % aller Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen. NORDMETALL ist zuständig für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das Land Bremen und das nordwestliche Niedersachsen. 

NORDMETALL-Präsident Kramer sieht in den Zahlen die logische Konsequenz der Vorjahres-Umfragen: „Die Befürchtungen aus dem vergangenen Herbst sind Realität geworden. Der damals schon erkennbare Rückgang der Auftragseingänge führt jetzt zu einer zu niedrigen Auslastung und damit auch zu schlechten Erwartungen der Firmen.“ 

69 % der befragten NORDMETALL-Mitglieder geben ihren Auftragsbestand als zu gering an und nur 10 % erwarten wieder steigende Auftragseingänge, 50 % befürchten sogar einen weiteren Rückgang. Bei 56 % reichen die Aufträge nur noch für bis zu 3 Monaten Arbeit. Diese Situation führt zu einer durchschnittlichen Kapazitätsauslastung der Betriebe von 77 % (nach 92 % vor einem Jahr) – dies ist der tiefste Wert, den NORDMETALL in seinen Umfragen bislang gemessen hat.

Besonders schlecht wird die Geschäftslage von Firmen aus den Branchen Schiffbau, Stahlwerke und Gießereien. Hier beschreiben über 80 % der Unternehmen die Lage als unbefriedigend oder schlecht. Im Maschinenbau gibt es mit 26 % noch die meisten Firmen mit „guter Geschäftslage“. Hier wirken vor allem Nischenprodukte im konsumnahen Bereich (z.B. Maschinen für die Lebensmittelindustrie). 

Als gute Nachricht bezeichnete NORDMETALL-Präsident Kramer die Rückmeldungen zum Bereich „Beschäftigung“: „Die Mehrheit unserer Mitglieder wollen ihre Belegschaft stabil halten und auch am Ausbildungsengagement nichts verändern“, so Kramer. 62 % der befragten Firmen gaben an, die Zahl der Mitarbeiter stabil zu halten. 55 % wollen 2009 genauso viele Azubis einstellen wie im Vorjahr – einem Rekordjahr, das im Norden mit einem Zuwachs von 7 % auf 11.500 Lehrstellen abschloss. Drei Viertel der Unternehmen planen auch für 2010 keine Veränderung bei den Lehrlingen. „Dies zeigt, dass die Mehrheit die Hoffnung auf eine Normalisierung der Märkte nicht aufgegeben hat“, sagte Kramer. 

37 % wollen die Beschäftigung allerdings zurückfahren. Dies bedeutet nicht zwangsläufig betriebsbedingte Kündigungen. Zum Beschäftigungsabbau können aber sämtliche Instrumente der Personalpolitik zählen, auch die Reduzierung der Zeitarbeit oder die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen. An Politik und Gewerkschaften adressiert sagte Kramer: „Wichtig ist, dass den Firmen beim Krisenmanagement keine Steine zwischen die Beine geworfen werden. Jedes Unternehmen braucht andere Instrumente, um die aktuellen Probleme zu meistern.“ Zum Zeitpunkt der Umfrage wurde in 30 befragten Unternehmen Kurzarbeit durchgeführt, weitere 18 planten dies. 15 % der NORDMETALL-Mitgliedsfirmen wollen von der im letzten Tarifvertrag vorgesehenen Möglichkeit, die zweite Stufe der Tariferhöhung zum 1. Mai für einige Monate zu verschieben, Gebrauch machen oder beabsichtigen dies.

NORDMETALL

(Redaktion)


 


 

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