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  • 24.04.2018, 09:18 Uhr
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  • Deutschland
Hanf

Jubiläum – 1 Jahr medizinischer Hanf in Deutschland

Genau genommen ist es inzwischen knapp 13 Monate her, dass in Deutschland ein Gesetzesentwurf verabschiedet wurde, der es Ärzten gestattet, Cannabis zur medizinischen Therapie zu verschreiben. Doch was hat sich seitdem getan und ist der anfängliche Hype noch zu spüren oder inzwischen der Resignation gewichen?

Im März 2017 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das es Ärtzen ermöglich ihren Patienten bei akutem Bedarf, Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Was bisher nur in absoluten Ausnahmefällen gestattet wurde, sollte somit breitere Anwendung finden. Ausgangspunkt dafür waren diverse Studien, die die Wirkung von Cannabis besonders bei Schmerzpatienten bestätigten. Nach Verabschiedung dieses neuen Gesetzes könnten Patienten, bei denen dieser alternative Behandlungsweg vielversprechend zu sein scheint, nun medizinisches Cannabis auf Rezept aus der Apotheke beziehen.

Doch was zunächst für viele Patienten eine glückliche Fügung zu sein schien, stellte sich oft als Weg mit vielen Hindernissen dar. Viele der Ärzte weigerten sich aufgrund mangelnder Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode, Cannabis zu verschreiben, wodurch vielen Patienten der direkte Weg zu dieser neuen zunächst „Medizin“ verwehrt blieb. Aber auch wenn diese Hürde genommen wurde, stellten sich anfangs viele Krankenkassen quer und weigerten sich die Rechnungen für diese Therapiemethode zu übernehmen.
Aber auch wenn diese beiden Hindernisse nach einem Jahr weitestgehend aus dem Weg geräumt wurden, ist die Versorgung aller Patienten mit medizinischem Cannabis noch immer ein bestehendes Problem.

Nach einem Jahr noch immer Lieferengpässe

Vor Verabschiedung des neuen Gesetzes gab es in ganz Deutschland weniger als 1000 Patienten denen Cannabis auf Rezept verschrieben wurde. Durch den rasanten Anstieg durch das neue Gesetz kommt es noch immer zu Lieferproblemen. Der Grund ist der Aufbau der staatlich kontrollierten Anbauflächen und die anschließend benötigte Infrastruktur zur Verarbeitung. Dieses Netzwerk muss erst aufgebaut und eingefahren werden bevor es die benötigten Mengen abdecken kann.
Dies führt auch nach einem Jahr noch zu Lieferengpässen, wodurch die benötigte Menge durch die Apotheken nicht ausgegeben werden können und die Patienten auf eine Warteliste kommen. Allerdings prognostiziert die Cannabis Agentur, die für den Anbau, die Qualitätskontrolle und den Vertrieb verantwortlich ist, dass dieses Problem im Laufe des Jahres behoben sein werden.

Basierend auf diesem Problem wurden Stimmen laut, man solle Schmerzpatienten den privaten Anbau gestatten umso zumindest zeitweise den Engpass zu bewältigen. Allerdings wurde dieser Vorstoß ohne weitere Diskussionen mit der Begründung „Man wolle die Kontrolle nicht verlieren“ abgelehnt, weswegen sich Patienten auch noch weiter in Geduld üben müssen.
Aber auch wenn die Bestellung der Hanfsamen über meist holländische Webportale sehr einfach ist und durch die Zollunion innerhalb der EU diesem Bestellprozess kaum Schranken gesetzt sind, so ist der private Anbau weiterhin illegal auch wenn man über ein gültiges Rezept verfügt!

(Redaktion)


 


 

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