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Identifikation

Ist Mitarbeiterzufriedenheit eine Frage der Region?

Eine in diesem Sommer veröffentlichte Studie des TÜV Saarland hat ergeben, dass die Einwohner des kleinsten Bundeslandes eine besondere Bindung zu dort ansässigen Betrieben haben:

Sowohl der Stolz auf den Arbeitgeber als auch die Freude, mit der man zur Arbeit geht, sind stärker ausgeprägt als im bundesdeutschen Durchschnitt. Einer Studie der Fachhochschule Augsburg aus dem September zufolge sind mit 75 % deutlich mehr Mitarbeiter von Familienunternehmen als Fach- und Führungskräfte bei Konzernen zufrieden mit ihrer Arbeitssituation. Beide Faktoren spielen demnach eine große Rolle bei der Rekrutierung von Fachkräften. Allerdings sind sowohl eine Standortverlagerung als auch eine komplette Umgestaltung der Unternehmensstruktur keine realistisch umsetzbaren Schritte, um die Identifikation mit der Firma zu stärken. Dieses Ziel kann aber mithilfe verschiedener einfacherer Maßnahmen und Handlungen erreicht werden.

Positiv kommunizieren

Viel mehr als man glauben mag, kann man durch gezielte innerbetriebliche und öffentliche Kommunikation den Stolz seiner Angestellten auf ihre Arbeit fördern. Identifikation bedeutet wortwörtlich etwas gleichzusetzen, womit im übertragenen Sinne gemeint ist, dass man Teile von jemand oder etwas anderem als zu sich selbst gehörig erkennt und aus diesem Grund beginnt, mit diesem mitzufühlen. Daraus ergeben sich zwei mögliche Wege: Zum einen ein aktiveres Engagement des Unternehmens in der Region, wodurch Mitarbeiter auch im privaten Umfeld mehr positives Feedback zu ihrem Arbeitgeber erfahren. Zum anderen ein Herausstellen der Leistungen des einzelnen Mitarbeiters bzw. seines Anteils am Erfolg des Teams. Individuelles Lob sollte stets im persönlichen Gespräch geäußert werden, während die Zugehörigkeit zum Team beispielsweise durch das Aufhängen eines gemeinsamen Fotos unterstrichen werden kann. Entsprechende Anbieter wie Posterxxl erlauben sogar den Druck auf Leinwand-Formate mit bis zu 2 Meter Länge, was insbesondere für größere Betriebe interessant sein könnte.

Zwischen Mitarbeitern und Öffentlichkeit unterscheiden

Einer Studie des IfM Bonn zufolge sind circa 95 % aller in Deutschland ansässigen Firmen ihrer Form nach Familienunternehmen, da die Eigentümer gleichzeitig auch Leiter des Unternehmens sind. Es lässt sich noch weiter unterscheiden zwischen familienbeherrschten Unternehmen, bei denen bis zu drei Familien mindestens die Hälfte der Anteile halten und familiengeführten Unternehmen, in denen bis zu zwei Familien gemeinsam die Hälfte besitzen und mindestens einer der Gesellschafter in der Geschäftsführung des Unternehmens sitzt. Allerdings macht eine Unterscheidung zwischen Familienbetrieben und Konzernen bei diesen unausgeglichenen Zahlenverhältnissen wenig Sinn. Zumal die angenommenen Unterschiede allmählich zu verschwinden scheinen.

Dementsprechend wenig aussagekräftig ist die Information, dass Angestellte in Familienunternehmen zufriedener zu sein scheinen. Allerdings lässt sie Rückschlüsse darauf zu, wie die Öffentlichkeit bestimmte Familienunternehmen wahrnimmt. Auffällig ist, dass diese sich medial meist auf eine Region beschränken und insgesamt weniger transparent nach außen kommunizieren als Konzerne. Das Image ist somit hauptsächlich geprägt vom regionalen Wirken.

Da Mitarbeiter anders als die Öffentlichkeit eingeweiht sind, fühlen sie sich mitverantwortlich für den Weiterbestand des positiven Images, ähnlich wie man auch innerhalb eines Familienbundes versucht, nichts Schlechtes nach außen dringen zu lassen. Insofern sind glückliche Kollegen also weder abhängig von dem Standort des Unternehmens, noch davon, ob es sich um einen Konzern handelt, sondern vom Gefühl, am Erfolg oder Ansehen teilzuhaben.

Bildrechte: Flickr Arbeit Arbeit 227/365
Dennis Skley
CC BY-ND 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

(Redaktion)


 


 

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