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Fiktives Interview

Ich sprach mit ... der Leidenschaft

In fiktiven Interviews spricht Richard Clever mit Gefühlen, Tugenden und Werten von im Marketing handelnden Menschen. Heute: Interview mit der Leidenschaft.

Richard Clever: Das Web-Lexikon ’Wikipedia’ beschreibt Sie als Gemüt völlig ergreifender Emotion. Hat ’Wikipedia’ recht?

Leidenschaft: Meine direkte Verwandtschaft zur Inbrunst ist mir in die Wiege gelegt. Da kochen schon mal Emotionen hoch ...

Richard Clever: Bei ’Wikipedia’ heisst es auch, Ihre Emotionen würden Formen von Liebe und sogar Hass umfassen ...

Leidenschaft: Ach, das ist lange her. Aber gut: in der Antike habe ich diese Extreme ausgelebt. Heute bin ich eigentlich sehr positiv, ich würde sagen ’liebevoll’ eingestellt.

Richard Clever: Liebevoll klingt gut. ’Liebe’ und ’voll’ ...

Leidenschaft: Ja, genau das ist es! Nichts ist schöner als die Liebe – und mehr als voll geht nicht. Wenn Sie mich fragen: Diese Kombination ist unschlagbar!

Richard Clever: Was haben Sie eigentlich in Unternehmen, speziell im Marketing zu tun?

Leidenschaft: Oh, eine ganze Menge! Ich bin so etwas wie das Blut in den Adern. Ich pulsiere und sorge dafür, dass alle Organe freudig funktionieren.

Richard Clever: Freudig funktionieren?

Leidenschaft: Ja, freudig! Sehen Sie: Funktionieren kann viel. Doch wenn da keine Emotion drin ist, ist das blutleer – und kann daher keine Freude machen. Aber mit mir sieht das ganz anders aus. Emotionen erzeugen Freude. Und die ist die halbe Miete ...

Richard Clever: ... für den Erfolg?

Leidenschaft: Für alles! Erfolg ist nur der letzte Teil. Vor allem beginnt mit mir alles. Ich treibe an und halte die Menschen ’bei der Stange’. Mit mir geht einem so schnell die Puste nicht aus. Wenn ich sage, dass ich so etwas wie das Blut in den Adern bin, dann ist auch klar: ich bin ein Kreislauf. Immer in Bewegung, immer da.

Richard Clever: ... immer wertvoll?

Leidenschaft: Wert-voll!

Richard Clever: Da haben wir es wieder ...

Leidenschaft: Ja, ich bin wertvoll. Wertvoll für alle, die meine Kraft erkennen und gezielt einsetzen. Das letzte möchte ich betonen, denn das ist nicht immer der Fall. Sehen Sie: Eigentlich hat doch jeder Mensch irgendeine Leidenschaft für irgendetwas. Aber längst nicht jeder macht etwas daraus.

Richard Clever: Leidenschaft zum Beruf?

Leidenschaft: Auch ’im’ Beruf! Im Tagesgeschäft, im einzelnen Projekt. Hier kann ich nachhaltig antreiben und für bessere Ergebnisse sorgen.

Richard Clever: Das sagt sich sehr leicht.

Leidenschaft: Ist es auch: machen Sie doch einfach das einzelne Projekt zu ’Ihrem Projekt’.

Richard Clever: Aber wenn das schon jemand anderem gehört?

Leidenschaft: Dann machen Sie es zum gemeinsamen Projekt! Treiben Sie mit an! Je mehr Leidenschaft mit dabei ist, umso besser.

Richard Clever: Eine Allianz der Leidenschaften?

Leidenschaft: Könnte man so sagen. Was mir aber vor allem am Herzen liegt, ist, das Menschen überhaupt mit Leidenschaft dabei sind. Gerade Unternehmertum braucht Leidenschaft. Und auch Menschen, die im und mit Marketing einen wertvollen Teil leisten und Unternehmen und Marken weiter vorantreiben, können ohne Leidenschaft eigentlich nicht sein.

Richard Clever: ... eigentlich ...

Leidenschaft: ... ja, eigentlich – aber Sie wissen ja, wie das ist ...

Richard Clever: Aber warum ist das so? Was hält Menschen davon ab, Leidenschaft auszuleben – und damit Wert schöpfend einzusetzen? Vorgesetzte?

Leidenschaft: Die bremsen sich oft selbst.

Richard Clever: Schüchternheit?

Leidenschaft: In der Tat sind viele zu schüchtern. Die trauen sich einfach nicht. Weil Sie halbherzig sind, nicht an das eigene Ding glauben, weil Sie Angst haben, damit nicht ans Ziel zu kommen – oder wie gesagt: indem Sie ’von oben’ ausgebremst werden.

Richard Clever: Weil der Vorgesetzte plötzlich Angst hat, von der Leidenschaft eines Mitarbeiters überholt zu werden?

Leidenschaft: Mindestens unterbewußt.

Richard Clever: Ich möchte nochmal auf die Wertschöpfung zurückkommen. Ist diese der wichtigste Grund, Leidenschaft auszuleben?

Leidenschaft: Zu 50 Prozent. Die anderen 50 Prozent sind Freude. Freude, die derjenige hat, leidenschaftlich zu sein.

Richard Clever: Und Freude setzt Energie frei. Und Energie Leistung. Letztlich dann doch mehr als 50 Prozent Wertschöpfung.

Leidenschaft: Ich glaube, Sie haben Recht.

Richard Clever: Vorhin haben wir das Wort ’liebevoll’ seziert. Wollen wir das mal mit der Vokabel ’Leidenschaft’ tun?

Leidenschaft: Sie wollen auf ’Leiden’ hinaus!

Richard Clever: Ertappt!

Leidenschaft: Nun, da ich, wie Wikipedia sagt, ’völlig ergreifender Emotion’ bin, erlebt man mich mit Haut und Haar. Ich bin sensibel und dann ist doch klar, dass ich auch entsprechend reagiere: Mit echter Freude – aber auch mit echter Enttäuschung. Wo liegt das Problem?

Richard Clever: Vielleicht, dass eine Enttäuschung Ihnen die Flügel stutzt – Sie darunter leiden ... und auch darum letztlich nicht weiterkommen.

Leidenschaft: Da verwechseln Sie mich jetzt aber mit einem Verwandten von mir: der Lust.

Richard Clever: Bitte?

Leidenschaft: Die Lust treibt zwar auch an und hat ein schönes Ziel vor Augen. Aber sie ist von eher kurzer Dauer und zudem Moden und Trends unterworfen. So ticke ich nicht! Ich komme von ganz tief innen – und bin nachhaltig. Auf mich ist Verlass!

Richard Clever: Da bin ich aber erleichtert.

(Richard Clever)


 


 

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