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  • 26.04.2019, 11:26 Uhr
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Jungunternehmen

Selbstständigkeit – Wie reagieren bei Startschwierigkeiten?

Startups sind zu einem Grundpfeiler im modernen Wirtschaftsumfeld geworden. So gibt es auch in Deutschland schon unzählige Erfolgsgeschichten von Gründern, die mit ihrer Vision und einer fokussierten Ausführung den Zahn der Zeit getroffen haben. Doch nicht jedes Jungunternehmen wird direkt von Erfolg gekrönt. Wege aus der Krise zu finden, wenn sich die Strukturen des Unternehmens möglicherweise nicht einmal etabliert haben, ist nicht einfach. Wer diese Aufgabe meistert, kann sich als Geschäftsführer beweisen.

Startups haben häufig Schwierigkeiten

In den ersten Jahren nach der Gründung eines Unternehmens mit innovativer Produktidee auf Probleme zu stoßen, ist keine Schande – es gehört sogar eher zur Realität vieler Startups. Laut den Wirtschaftsstatistiken von CB Insights erwischt es sogar bis zu 70 Prozent aller Neugründungen im Tech-Sektor innerhalb der ersten drei Jahre. Dabei werden als die beiden häufigsten Gründe eine fehlende Nachfrage und Mangel an Geld diagnostiziert.

Derartige Komplikationen sind also ein fester Bestandteil der Gründerszene. Etwa ein Drittel aller gescheiterten Startups gibt an, die Unternehmung aufgrund von Finanzierungsproblemen einstellen zu müssen. Wenn also vergleichbare Schwierigkeiten erkannt werden, sollte man als Gründer schnellstmöglich reagieren, um den eigenen Betrieb vor diesem Schicksal zu bewahren.

Wie muss man reagieren, um die Kurve noch zu kriegen?

Damit die Krise gemeistert werden kann, ist es wichtig, die richtigen Schritte zum richtigen Zeitpunkt einzuleiten. Hier kann man sich nun als starke Führungsperson beweisen und das Startup mit etwas Fingerspitzengefühl retten. Wer Vertrauen in die eigene Vision hat, sollte diese nicht so einfach aufgeben.
Als erstes gilt es, das Problem genau zu bestimmen. Dabei dringend realistisch bleiben und sich auch eigene Fehler eingestehen – „die Kunden wollen das Produkt nicht verstehen“ ist keine hilfreiche Diagnose. Wenn die Ursache identifiziert ist, muss ein präziser Plan her. Egal, welchen Weg man dann gehen möchte, sollte man als Geschäftsführer das Prinzip der Transparenz beachten. Dabei gelten folgende drei Grundregeln:

  1. Offen sein und frühzeitig kommunizieren. Kein Stakeholder möchte plötzlich vor vollendeten Tatsachen stehen. Möglicherweise erkennen Investoren das Potential und geben einen weiteren Anstoß, um das Startup zum Erfolg zu führen.
  2. Mitarbeiter fair behandeln. Geschäftsführer opfern sich häufig auf, um den Erfolg zu garantieren. Von Angestellten sollte das nicht zwingend verlangt werden. Damit die Probleme bewältigt werden können, ist Motivation zwingend notwendig – um diese aufrecht zu erhalten, hilft eine verzugsfreie Gehaltszahlung.
  3. Bestehende Kunden betreuen. Kunden und Partner nicht einfach im Dunkeln lassen. Die Schwierigkeiten offen darlegen und weiterhin bestmöglichen Service bieten. Sollte das Startup die Krise bewältigen, kann man so eventuell auf vertrauensvolle Bestandskunden zurückgreifen.

Mögliche Rettungswege

Die nun folgenden Schritte sind stark von der Art des Startups und der Natur der Probleme abhängig. Wichtig ist jedoch immer, dass sehr zielgerichtet gehandelt wird. Man muss eine optimale Lösung für ein deutlich bestimmtes Problem finden. Durch diese Fokussierung wird vermieden, dass an zu vielen Baustellen Zeit und Geld verloren geht – ohnehin ist ein fehlender Fokus häufiger eine Problemursache bei Neugründungen.

Fehlen Investoren und somit Zahlungsmittel, obwohl die Marktreife eines Produktes in greifbarer Nähe ist, kann die Akquirierung von Fremdkapitel etwa über Kredite gesichert werden. Selbst, wenn die eigene Bonität durch die Probleme bereits leicht angegriffen ist, können alternative, bankenunabhängige Darlehen beispielsweise von Bon Kredit angefragt werden. Auch bei schwierigeren Umständen kann man sich so Sofortkredite sichern. In einer Befragung des Deutschen Startup Monitors gaben über 43 Prozent der Unternehmen an, dass der schwierige Zugang zu Kapital von Banken ein schweres beziehungsweise äußerst schweres Hemmnis für die Unternehmungen darstellt. Mit kulanteren Darlehenspartnern kann diese Hürde überwunden werden.

Eine weitere Möglichkeit, die schwankende Startups über den Berg bringen kann, ist der Aufbau schneller Sales. Leider ist dies nur in Ausnahmefällen so einfach möglich. Gibt es beispielsweise noch ein Bestandsprodukt, oder steht eine zweite Dienstleistung für einen so genannten „Pivot“, also die flexible Änderung des Angebotes entsprechend der Nachfrage, bereits in den Startlöchern? Den Fokus zur Überbrückung kurzfristig voll auf Marketing und Markteintritt zu legen, kann den nötigen finanziellen Aufschwung bringen.

Sollte ein Unternehmen bei der Problemanalyse feststellen, dass das Produkt für die eigene Marktaufstellung nicht genau zu den Kundenwünschen passt, muss schnellstens evaluiert werden, ob mit den verfügbaren Mitteln eine Anpassung möglich ist. Dann folgt direkt ein Kreativprozess, in dem die Umsetzung für den Pivot entschieden wird.

Die richtige Vorbereitung

„Planning for failure“ heißt das Stichwort. Wer sich als Unternehmer realistisch einschätzt und frühzeitig mögliche Problemlösungen vorbereitet, kann Durststrecken überwinden. Anstatt an jeder möglichen Stelle unfokussiert ins Unternehmen zu investieren, können kleinere Rücklagen angelegt werden. Das kann in vielen Fällen ein Rettungsschirm sein – zum Beispiel, wenn unerwartet der Cash-Flow ausbleibt. Dann können Mitarbeiter weiterhin bezahlt werden, um mit allen verfügbaren Personenstunden und konstanter Motivation eine Lösung zu erarbeiten. Natürlich ist dies ein schmaler Grat, da Reinvestitionen erster Einnahmen für die meisten Startups absolut essenziell sind.

Selbst, wenn ohne eine Umstrukturierung kein Ausweg in Sicht ist, kann so immerhin die Zeit überbrückt werden, bis beispielsweise eine Umfinanzierung über Crowdfunding vorbereitet ist. Ein ständiges Archivieren von Ideen und Alternativen, die in Brainstormings nach der Gründung entstanden sind, kann ebenfalls später von Vorteil sein. Mit solchem Vorausdenken erhält das Startup wesentlich mehr Flexibilität, um auf eventuelle Schwierigkeiten reagieren zu können.

(Redaktion)


 


 

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