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Karriereplanung

42 Jahre – Was nun? Karriereplanung im mittleren Lebensabschnitt

Nahezu jeder Arbeitnehmer im Alter zwischen 40 und 45 Jahren wird das Thema auf irgendeine Art und Weise kennen. Ein beruflicher Wechsel steht an und man weiß eigentlich gar nicht so richtig, wo die Reise hingehen soll und was man in dieser Lebensphase machen möchte.

Dabei ist es irrelevant, ob der anzustrebende Wechsel z.B. durch firmeninterne Umstrukturierungen oder durch das persönliche Gefühl des beruflichen Stillstandes motiviert ist. Man muss sich im beruflichen „Richtungsdschungel“ zu Recht finden und eine Entscheidung treffen. Einige praktische Empfehlungen können dabei helfen.

Üblicher Dialog

So oder so ähnlich verlaufen zahlreiche Dialoge unter Arbeitnehmern mittleren Alters, die eine neue berufliche Perspektive anstreben wollen oder müssen: „Und wie läuft es bei dir momentan beruflich? Gar nicht so gut. Ich möchte (muss) den Job wechseln, aber irgendwie geht es nicht so richtig voran. Ja warum denn? Was hast du denn unternommen und wo hast du was am Laufen? Ja, ich schaue ab und zu in den Jobbörsen oder in der Zeitung und die eine oder andere Bewerbung habe ich auch schon abgeschickt, aber ich habe noch nichts Konkretes. Weißt du denn genau was du suchst und was du machen möchtest? Nicht so richtig.“

Mittlerer Lebensabschnitt

Was ist denn nun aus beruflicher Sicht das Besondere in diesem Lebensabschnitt? Sie haben über die Jahre erfolgreich einen gewissen beruflichen Weg beschritten und nützliche Berufserfahrung gesammelt. Nun kommen Sie, bildlich gesprochen, an eine vielverzweigte Kreuzung, von der wiederum ausschließlich lange Wege wegführen. Schließlich haben Sie bis zum Eintritt in das Rentenalter noch einen bestimmten Berufsabschnitt zu bewältigen. Exakt an dieser Kreuzung stehen selbstverständlich einige Arbeitnehmer, die aus Überzeugung und Leidenschaft auch zukünftig den gleichen Weg bestreiten möchten, den sie in der 1.Berufshälfte gegangen sind. Einige Andere sagen sich jedoch: „Das Gleiche wie bisher möchte ich eigentlich nicht mehr machen. Mal was anderes wäre toll. Aber was?“. Diesen persönlichen, langen Weg für die 2.Berufshälfte zu finden, ist die große Herausforderung für Personen um die 40. Ich möchte ihn die „persönliche, berufliche Zielgerade“ nennen, nicht das Ziel selbst, aber die finale Richtung. In jüngeren Jahren, Anfang oder Mitte 30 stellt ein beruflicher Wechsel in ein neues Unternehmen für weitere 3 - 4 Jahre kein Problem dar. Ab dem mittleren Alter jedoch wird es zunehmend schwieriger den Job zu wechseln und die berufliche Richtung zu ändern. Ein „weiter so wie bisher“ ohne innere Überzeugung für weitere 2 oder 3 Jahre verschleppt die Thematik und vertagt die Entscheidung, dann jedoch in einer schwierigeren Ausgangssituation, da wiederum Zeit verstrichen ist.

Gründe für Neuorientierungen

Derartige „Kreuzungen“, die entsprechenden Überlegungen und letztendlich die Entscheidung für eine bestimmte berufliche Richtung können heutzutage durch zahlreiche Situationen hervorgerufen werden. Wirtschaftskrisen, Kostendruck, Umstrukturierungen, geplante Werksschließungen oder Insolvenzen können jemanden dazu auffordern, sich über die eigene Zukunft Gedanken zu machen. Der resultierende Personalabbau mit betriebsbedingten Kündigungen, Angeboten für eine Transfergesellschaft oder mit Aufhebungsverträgen sind in den meisten Fällen die entsprechenden Begleiterscheinungen. Aber selbstverständlich kann auch „lediglich“ der Wunsch nach einer neuen Perspektive und der Weiterentwicklung der eigenen Person die Ursache für derartige Überlegungen sein.

Spontanreaktionen

Wenn Sie nun an einer solchen „Kreuzung“ stehen, sollten Sie überlegt handeln und voreilige Entscheidungen vermeiden. Unter Druck und „auf der Flucht“ sind selten gute Entscheidungen getroffen worden, unabhängig vom beruflichen oder gesellschaftlichen Umfeld in dem die Entscheidung anstand. Nehmen Sie sich Zeit und professionelle Unterstützung für die Planung des Weges der 2.Berufshälfte. Jede Urlaubsreise mit dem eigenen Wagen wird minutiös organisiert und durchdacht. Bei der eigenen beruflichen Zukunft jedoch soll es dann schnell gehen. Ein paar zusätzliche Wochen sind gut investiert und resultieren in Überzeugung und Leidenschaft für den nächsten Schritt. Wenn ein Verlust des Arbeitsplatzes droht, machen Sie sich so früh wie möglich mit der neuen Situation und dem Gedanken der beruflichen Veränderung vertraut. An etwas festzuhalten, dass demnächst gar nicht mehr existiert (Arbeitgeber, Kollegen oder bestimmte Situationen) ist weniger konstruktiv und nach vorne orientiert. Lassen Sie los, sonst haben Sie keine Zeit, keine Muse und keinen gedanklichen Freiraum sich mit der Zukunft zu beschäftigen.


 


 

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