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Karriereplanung

42 Jahre – Was nun? Karriereplanung im mittleren Lebensabschnitt

Kardinalfragen

Mit der richtigen positiven Grundeinstellung zur beruflichen Veränderung können Sie nun die beiden wichtigen „W-Fragen“ angehen:

1.) Wo stehe ich?
Werden Sie sich über Ihre bisherigen Erfolge, Leistungen und Erfahrungen, die Sie zweifelsohne erbracht haben, im Klaren. Sie müssen sie kennen und artikulieren können, so konkret wie möglich: Sie sollten weder im Plural „Wir haben dies oder das gemacht“ noch im Konjunktiv „Ich hätte dann anschließend …“ formuliert werden. Was konkret war Ihr Verantwortungsbereich und Ihr Anteil an dieser Leistung oder an diesem Erfolg. Nehmen Sie sich Ihre 3 größten oder wichtigsten Projekte oder Tätigkeiten heraus und beginnen damit, sie zu analysieren, jedes für sich. Die sogenannte „STAR-Methode“ kann hier ein wichtiges Hilfsmittel sein:

  • Situation – Was war die Ausgangssituation, als Sie das Thema begonnen oder übernommen haben?
  • Target – Was war das Ziel? Was sollte erreicht werden?
  • Action – Was haben Sie unternommen, eingeführt oder verbessert?
  • Result – Was war das Ergebnis?

Notieren sie sich, welche persönlichen Fähigkeiten und Stärken sie benötigt haben, um diese Projekte, Leistungen und Erfolge zu erzielen. Erst nach dieser präzisen Standortbestimmung und Selbstreflektion können Sie hierauf aufbauend Ihre berufliche Zukunft planen und die zweite „W-Frage“ in Angriff nehmen.

Ganz nebenbei werden Sie feststellen und erleben, dass Sie hierdurch, wenn Sie einmal durch diese Übung gegangen sind“, optimal für kommende Vorstellungsgespräche vorbereitet sind. Sie haben Klarheit darüber, können Ihre Leistung präzise formulieren und Beispiele aus Ihrem Berufsleben nennen. Sie können sich somit adäquat präsentieren und erfolgreiches Selbstmarketing betreiben.

2.) Wo will ich eigentlich hin oder was will ich eigentlich?
Nur wer ein berufliches Ziel hat, kann es auch verfolgen. Dabei sollte die Qualität der beruflichen Richtung von der inneren Leidenschaft geprägt sein. Geld, Status oder Prestige sind ebenfalls wünschenswert, langfristige und nachhaltige Befriedigung bringt jedoch lediglich die innere Überzeugung für ein bestimmtes Karriereziel.

Eine nützliche Methode, um die Antwort der Frage, was Sie zukünftig machen möchten, ein wenig einzukreisen, besteht darin, zu probieren sich ihr von der gegenteiligen Seite zu nähern: „Was will ich definitiv nicht mehr machen, warum oder womit war ich unzufrieden?“. Oft können hieraus Schlussfolgerungen gezogen werden, die die ein oder andere Branche, eine bestimmte Tätigkeit oder geografische Region ausschließen.

Führen Sie Gespräche mit der Familie, mit Freunden und Bekannten. Sie bringen häufig neue Aspekte und zusätzliche Denkanstöße. Lösen Sie sich von der Vorstellung, diese zweite „W- Frage“ innerhalb einer Stunde oder eines Tages zu beantworten. Diese Gedanken müssen sich entwickeln und reifen. Gerade mögliche Wechsel in eine andere Branche, in eine fachlich anders geartete Funktion, in die Selbständigkeit und auch in eine andere geografische Region brauchen Zeit. Auch Standardlösungen und genormte Antworten sind hier nicht anzuwenden. Es geht um Ihre beruflichen Gedanken, Wünsche und Vorstellungen, die nur im Gespräch zu entwickeln sind. Professionelle Bewerbungs- und Karriereberater können zusätzlich die eigene Erfahrung mit einfließen lassen, Dinge hinterfragen und sich durch strukturiertes Vorgehen und Analysehilfsmitteln dieser trivial klingenden, jedoch keineswegs leicht zu beantwortenden Frage nähern. In vielen Fällen sind Sparringspartner ein wichtiger Baustein, um Aspekte wider zu spiegeln und sukzessive die Antwort oder Lösung heraus zu finden.

Erst wenn Klarheit und präzise Vorstellungen über das was man kann und wo man hin möchte, vorherrschen, kann darauf aufbauend die konkrete Zukunftsplanung & -umsetzung angegangen werden. Die Festlegung einer Bewerbungsstrategie, optimierte Bewerbungsunterlagen sowie eine verbesserte Selbstdarstellung in Interviews haben sich hierbei als gute Vorgehensweise etabliert.

Fazit

Gerade für Berufstätige zwischen 40 und 45 Jahren kommt einem anstehenden Jobwechsel eine besondere Bedeutung zu. Die gleiche Richtung wie bisher für die 2.Berufshälfte einzuschlagen oder etwas anderes anzuvisieren, sind die beiden Alternativen, zwischen denen zu wählen ist. Da es mit zunehmendem Alter schwieriger wird, den Job oder die berufliche Richtung zu wechseln, ist diese Entscheidung in diesem Lebensabschnitt essentiell. Jedoch mit der Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen und Gespräche zu führen, einem gewissen Maß an Selbstreflektion sowie einigen zu beachtenden Empfehlungen lässt sich die persönlich richtige Wahl treffen.

(Dr. Markus Braun)


 


 

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