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Von Lifestyle und DNA

Schau mir auf die Gene, Kleines!

Narzissten wussten es schon lange, die eigenen Gene sind ein Kunstwerk. Zwar ist das Erbgut aller Menschen dieser Erde zu 99,9 Prozent identisch, aber die 0,1 Prozent machen den mehr oder weniger feinen Unterschied aus. Dieser kleinen Differenz nehmen sich jetzt einige findige Unternehmer an und kreieren aus ihr personalisierte Kunstwerke und Düfte.

Vorreiter der DNA-Kunst ist das Unternehmen „dna 11“. Gegründet von Adrian Salamunovic and Nazim Ahmed bietet das amerikanische Unternehmen die Möglichkeit, sich aus den eigenen 0,1 Prozent ein Bild von seinem persönlichen Erbgut erstellen zu lassen. Dafür muss man lediglich eine Probe seines Speichels einschicken. Die Spucke wandert dann in ein Labor, die den genetischen Fingerabdruck erstellt.

Die einzigartigen DNA-Sequenzen werden ausgesiebt und auf einen Gel-Film aufgetragen, mit einer speziellen Kamera abfotografiert und bearbeitet. Dann wird das Endergebnis auf Leinwand ausgedruckt, fertig ist das personalisierte Kunstwerk. Die Idee fand viele Freunde, mittlerweile hat „dna 11“ Filialen in Europa und Japan. Auch finden sich schon viele Nachahmer, wie das holländische „DNA-Art“-Projekt.

Das Unternehmen „My DNA Fragrance“ hat sich auf DNADüfte spezialisiert. Sie extrahiert ebenfalls die einzigartigen Erbinformationen ihrer Kunden aus einer Speichelprobe und kreiert damit ein persönliches Parfüm. Der eigene Duft kostet für Frauen 89, für Männer 59, zuzüglich 99 US-Dollar für den Speicheltest und Laborkosten, die aber bei der Nachbestellung der persönlichen Duftnote entfallen. Hoffentlich kann man sich selbst gut riechen.

Ein nicht ganz ernstgemeintes DNA-Spiel bietet die Internet- Anwendung „DNA2Web“. Diese Applikation verwandelt unser digitales Erbgut – die eigene Homepage – in ein lustiges DNABildchen, indem sie Textmenge, Farbwahl etc. als Erbinformation ausliest und sie gleich den Bildern in „dna 11“ darstellt.

Kommentar:
Das Spiel mit der eigenen DNA ist im vollen Gang. Hoffentlich bleibt es beim Freizeitvergnügen. Eine der möglichen Schattenseiten sieht man bereits in Israel. Dort gehört es schon mittlerweile zum Alltag, dass sich frisch verliebte Paare einer DNA-Analyse unterziehen, um herauszufinden, ob die Kombination einen gesunden und starken Nachwuchs hervorbringt. Manchmal reichte ein nicht gänzlich positives Ergebnis aus, um ein junges Glück zu zerstören. Selbst diejenigen, die glauben ihre Kinder auf diese Weise optimieren zu sollen, müssen Zweifel befallen, ob sie es überhaupt schon können: Schließlich ist sich „die“ Wissenschaft noch längst nicht im Klaren darüber, wie weit der kleine neue Mensch durch sein Erbgut determiniert sein wird. Und sollte „die“ Wissenschaft es eines Tages einmal sein, wird noch die Frage zu beantworten sein, woher sie weiß, was das Optimum für ein Kind ist. Aber auch die boomenden Vaterschaftstests, die in Deutschland derzeit vor Gericht keine Anerkennung finden dürfen, haben schon manche zufriedene Familie zerstört. Schließlich hängt nicht alles vom Erbgut ab, es kommt immer darauf an, was wir daraus machen.

Mehr aktuelle News im Mindsharing Blog.

(Björn Theis)


 


 

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