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Interview

"Der Engel steht mit beiden Beinen fest auf der Erde"

Der „Blaue Engel“ erlebt derzeit eine riesige Ökofete. Anlässlich einer bundesweiten Jubiläumskampagne zum 30. Geburtstag in diesem Jahr tourt das weltweit älteste und in Deutschland bekannteste Umweltzeichen für Produkte und Dienstleistungen durch mehr als 40 Städte.

business-on.de sprach mit Dr. Wolf D. Karl, Hauptgeschäftsführer von RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, und erfuhr, warum das in Sankt Augustin beheimatete und im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vergebene Zeichen bei Politik, Wirtschaft und Verbrauchern auf so große Akzeptanz stößt, und wie es um dessen Zukunft steht.  

business-on.de: Herr Dr. Karl, im Mai starteten das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, die Jury Umweltzeichen und RAL die große PR-Kampagne „Auch Du kannst Deine Welt verändern“. Was genau steckt hinter der Aktion? 

Dr. Karl: Die Tour mit einem großen Bus quer durch die Republik ist eine öffentlichkeitswirksame Kampagne, die zunächst einmal Aufmerksamkeit für 30 Jahre Blauer Engel wecken soll. Zwar kennen 80 Prozent der Deutschen das Umweltzeichen, wissen aber gar nicht, wie groß unser Angebotsspektrum ist. Mit kompetenten Beratern vor Ort haben wir daher aufgeklärt und auch Produkte gezeigt. Der Gag war natürlich das virtuelle Blaue Sofa. Hier konnte sich jeder bei seinem Glückwunsch-Statement filmen lassen. Diese Kurzfilmchen sind nun im Internetauftritt www.blauer-engel.de zu sehen. Insgesamt wollten wir mit der länderspezifischen Kampagne das bereits vorhandene Umweltbewusstsein noch unterstützen und zeigen, dass Landes- und Kommunalpolitik hierbei eine wichtige Rolle spielen.

business-on.de: Die Jubiläumskampagne läuft noch bis Herbst. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

"In kürzester Zeit war der Blaue Engel-Bus umringt von Interessierten"

Dr. Karl: Schon jetzt können wir sagen, dass uns eine gute Mischung bei der Kampagne gelungen ist. So hat der über Monate angesetzte Zeitraum im wahrsten Sinne für Nachhaltigkeit gesorgt. Wir waren in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Leipzig, Dresden und auf dem Bonner Münsterplatz – und überall das gleiche Bild: In kürzester Zeit war der Blaue Engel-Bus umringt von Interessierten. Und dass wir bewusst auf moderne Technik gesetzt haben, ist auch aufgegangen: Weil so viele Besucher auf dem virtuellen Sofa Platz genommen haben, ist es jetzt schon 507 Meter lang. Besonders hat es uns gefreut, dass viele junge Leute an der Aktion teilgenommen haben. Offensichtlich haben wir genau den Nerv dieser Generation getroffen. Wenn man sich die Klicks auf die jeweiligen Glückwünsche ansieht, haben nicht Prominente, sondern unbekannte Jugendliche die Nase vorn. Da ist ein regelrechter Wettkampf entstanden.

business-on.de: Für Unternehmen ist parallel dazu die Initiative Umweltbelohnung gelaufen. Wie wurde die unter dem Motto "Ausgezeichnet Einkaufen und belohnt werden" stehende Kooperations-Verkaufsförderungskampagne denn angenommen?

Dr. Karl: Sehr gut. Bestes Beispiel, wie die Unternehmen eingebunden werden, ist Bonn. So werden seit Juni in Postbank Finanzcentern und Filialen der Deutschen Post bereits bis zu 50 verschiedene Produkte mit dem Logo des Blauen Engel angeboten. Oder Karstadt, das im August zum Schuljahresbeginn schon traditionell sein Warensortiment auf den Bedarf von Schülern abstimmt. Erstmals konnten wir aber auch den Discounter Lidl gewinnen. Für uns ist es generell wichtig, verlässliche Partner, die auch Mittel zur Verfügung stellen, über einen längeren Zeitraum an uns zu binden. Nur so lässt sich eine feste Brücke zwischen Nutzern, Handel und Herstellern schlagen und Druck auf die Hersteller ausüben. Ziel kann es ja nicht sein, mit der Entwicklung der Vergabegrundlagen für den Blauen Engel dem Handel und der Wirtschaft einen Gefallen zu tun. Vielmehr geht es um Umwelt- und Gesundheitsrelevanz.  

business-on.de: Haben Sie diesen Zuspruch für den Blauen Engel auch in den letzten 30 Jahren bekommen? 


 


 

30 Jahre Blauer Engel
Dr. Wolf D. Karl
RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung

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